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Einstweilen eine Geste
US-Gesandte zu Gesprächen in Moskau
Was heißt das in normaler Sprache, wenn Diplomaten ihre Gespräche als »offen und ehrlich« bezeichnen? Dass ihre Positionen sehr weit auseinanderliegen, aber sie immerhin höflich miteinander umgegangen sind. Das ist das wesentliche nach außen getragene Ergebnis des Besuchs der beiden Abgesandten von US-Präsident Donald Trump am Sonnabend in Moskau. Dass sich »Ergebnisse erst in einigen Wochen« zeigen würden, ist bei dieser Ausgangslage wenig überraschend. Aber dass sich Wladimir Putin dreieinhalb Stunden Zeit genommen hat für den Austausch mit Steve Witkoff und Jared Kushner – die nicht einmal professionelle Diplomaten sind –, spricht für das Gewicht, das insbesondere die russische Seite den Kontakten in die Trump-Administration beimisst.
Das ist mehr als formale Höflichkeit. Denn außer Washington hat Moskau heute niemanden im »kollektiven Westen«, der noch mit ihm spricht. Allerdings spielen die USA im Ukraine-Krieg heute eben nicht mehr die führende Rolle. Die faktische und finanzielle Federführung dafür, Kiew »weiter zu unterstützen« und so den Krieg mit immer neuen Milliarden am Laufen zu halten, ist auf die EU übergegangen. Sie wird – gemeinsam mit Großbritannien – in Moskau korrekterweise als aktueller Hauptgegner wahrgenommen. Und mit Brüssel unter der »weisen Führung« von Kaja Kallas sind die Gesprächskanäle derzeit eingefroren; ein Einzelgänger wie der finnische Staatspräsident Alexander Stubb ändert daran wenig. Russland ist mit seiner Courtoisie gegenüber den USA insofern auch ein Gefangener seines eigenen Prestigedenkens: vorzugsweise mit der – einstmals – anderen Supermacht auf Augenhöhe zu verhandeln. Aber schon ein objektiver Pleitekandidat wie die Ukraine gibt sich, EU-Geld im Rücken, störrisch, und es ist überhaupt nicht ausgemacht, ob ein Ukas aus Washington daran irgend etwas ändern würde – solange nicht die USA beispielsweise die Satellitendaten für sich behalten, auf die die Ukraine für ihre Angriffe gegen Ziele in Russland angewiesen ist.
Dabei hat auch Russland – in diesem Punkt anders als Putin mit seiner öffentlichkeitswirksamen Zuversicht, die Ziele der »Spezialoperation« früher oder später zu erreichen – nicht unbegrenzt Zeit. Die meisten Prognosen für ein eventuelles Ende des Ukraine-Krieges sprechen inzwischen von Ende 2027. Wenn überhaupt. Es ist wahrscheinlich kein Zufall, dass Putin in letzter Zeit öffentlich immer öfter auch die Leiden und Schwierigkeiten anspricht, die der Krieg für die russische Wirtschaft und Gesellschaft mit sich bringt. Man dürfte in Moskau wissen, dass Russland bessere »Deals« als mit Trump in absehbarer Zeit nicht wird erreichen können. Die Frage ist, wieviel von seiner in fünf Sanktionsjahren mühsam erreichten Abkopplung vom Westen Putin eine mögliche Einigung mit den USA über irgendwelche wirtschaftlichen Großprojekte wert sein könnte. Sicher ist derweilen nur eines: EU-Europa wird dabei Zaungast sein und bleiben. Selber schuld.
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Istvan Hidy aus Coswig bei Dresden 6. Sept. 2026 um 21:08 UhrDie Gesandten der Macht im Dienste der Vereinigten Staaten sind rund 14.000 Diplomaten. Sie haben Sprachen gelernt, Völkerkunde studiert und das mühsame Handwerk der Verhandlung erlernt. Als es nun in Moskau um Krieg und Frieden ging, schickte der Maklerpräsident nicht etwa einen von ihnen. Er schickte einen anderen Makler – und seinen Schwiegersohn. Und so zog, im Jahre des Herrn 2026, die Diplomatie aus dem Außenministerium aus und in den Vertrautenclan des Maklerpräsidenten ein. Was braucht es noch an demokratischem Personal, wenn man schon Verwandtschaft hat? Die 14.000 Diplomaten können zu Hause bleiben. Der Familienclan hat das Sagen.
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