Enkeltrickser des Tages: Ukrainische Polizei
Die Polizei hat es auch nicht leicht. Das weiß jeder, der gelegentlich einen Krimi anschaut. Vor allem einen aus dem Vorabendprogramm. Da warnen die »Freunde und Helfer« seit Jahren oder Jahrzehnten vor dem sogenannten Enkeltrick – doch immer noch fallen Leute darauf herein.
Aus diesem Widerspruch gibt es zwei Auswege: entweder an der Dummheit des menschlichen Geschlechts zu verzweifeln oder davon zu profitieren. Auf die letztere Idee sind jetzt zwei Polizeioffiziere aus dem ukrainischen Gebiet Dnipropetrowsk gekommen. Sie hatten einen – mutmaßlichen, noch gilt auch in der Ukraine die Unschuldsvermutung – Drogendealer aus der Stadt Nikopol im Visier, und so ermittelten sie mit dem gebotenen Nachdruck: Festnahme, Tränengas ins Gesicht, Knüppelschläge auf Arme und Beine etc. pp. Schließlich gab sich der Gefolterte geschlagen und verschaffte den Polizisten Zugang zu seinem Kryptogeldkonto mit umgerechnet etwa 50.000 US-Dollar Guthaben. Die umsichtigen Beamten hatten zuvor bereits ein eigenes Kryptokonto angelegt, und auf das musste ihnen der Delinquent sein Schwarzgeld überweisen.
Aber die Beute reichte den beiden Ordnungshütern noch nicht. Sie nötigten den Mann auch noch, seine Mutter anzurufen und sie um weiteres Lösegeld zu bitten. Die Frau machte aus Sorge um das Leben ihres Sohnes umgerechnet 17.000 US-Dollar zusätzlich locker, und die beiden Polizisten ließen endlich von ihrem Opfer ab. Die Pointe der Geschichte: Die beiden Polizisten wurden festgenommen, unter die einschlägigen Anklagepunkte gestellt und dann mit der Möglichkeit ausgestattet, sich gegen Kaution von der U-Haft freizukaufen. Geld hatten sie ja nachweislich. Und die Kryptoknete kam auf diese Weise der Staatskasse und damit einem guten Zweck zugute. Na ja, was man so guten Zweck nennt.
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