Mal ruhiger, mal mitreißender Free Jazz – gespickt mit Zitaten aus Arbeiterliedern. Am Dienstag abend spielt Ernte in vierköpfiger Besetzung im Rahmen der Reihe »jW geht Jazz« in der Maigalerie der jungen Welt in Berlin.
Inmitten der kriegsfördernden und sozialabbauenden Hässlichkeit namens »Zeitenwende« sind Metal und Hardcore ziemlich leise. Dethroned zeigen mit ihrem erstaunlich klassenbewussten Album »War Will Kill Us All«: Das geht anders.
AboWie giftiger Schleim ätzt sich die permanente Krise unserer Gesellschaft durch das Gebälk des Gemeinwesens. Ganz unten sind die Schwächsten, die Jüngsten. Hier setzt Horrorregisseur und Showrunner Mike Flanagan für die neue Amazon-Prime-Serie »Carrie« an.
Hier gibt es viel Glitter und Beautifulness statt Gore und allzu viel Blutbad. Trotzdem beerbt Filmregisseurin Tina Romero mit »Queens of the Dead« ihren Vater George A. formidabel: »Wenn die Hölle voll ist, gibt es dafür eine passende App.«
AboJohn S. Hall ist wohl der fleißigste New Yorker Dichter. Am Sonnabend wurde das Gedicht Nr. 1689 des Jahres 2026 veröffentlicht und damit die Nr. 10.000. Damit ist seine »Number Series« abgeschlossen.
Von Jürgen Schneider
Warner Bros Ent./Ronald Grant/mary Evans Archive/imago
Keine Rätsel mehr, keine systematische Programmverwirrung, kein Spaß. In »Matrix Revolutions« zählt nur der Schrott. Auch digital simulierter Schrott ist träge.
Und immer das Argument Publikum. Die Stumpfheit, die Trägheit der Masse. Ein Theater so gut wie seine Besucher. Ein Theater so gut wie der geringste seiner Mitarbeiter. Irrtümer.
Von Thomas Keck
Museo Storico Italiano della Guerra/Deutsches Historisches Museum
Hitzig wird seit Jahren über Zusammenhänge und Singularität von Kolonialgewalt und Naziverbrechen gestritten. Mit seiner aktuellen Ausstellung über die »Umstrittene Verwandtschaft« gelingt dem Deutschen Historischen Museum ein außergewöhnlicher Spagat.
Mit seiner leisen und listigen Widerspenstigkeit und dem Erfolg seiner Bücher im Westen gelang es Günter de Bruyn, dass sie auch in der DDR erscheinen konnten. Das war ihm wichtig, denn hier lebten die Leserinnen und Leser, die bei Marx und Engels gelernt hatten.
Von Holger Teschke
Ekaterina Zhuzhleva/Fredrikstad Animation Festival
Vom 20. bis 24. Oktober 2026 konnte das FAF sein 30jähriges Bestehen feiern. Festivalleiter Anders Narverud Moen entwickelte es über die letzten 14 Jahre hin zu einem internationalen Wettbewerb, der sich aber vornehmlich auf den Bereich »Nordisch-Baltisch« konzentriert.
Kirk hat ihn etabliert, Picard weitergeführt, den Trinkspruch, um Abschied zu nehmen in den unendlichen Weiten: »To absent Friends«. Heute verabschieden wir den einzigen Mann, der Lenin war und die Enterprise kommandierte, sowie deren russischen Navigator.
Der Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB) entdeckt in seiner Reihe »Berlin von A-Z« Pachamama im sowjetischen Ehrenmal in der Schönholzer Heide und fragt sich, w(ies)o die Blumen sind.
Die Zeitung dient, so sagt man mir, / Im Kern dem Zeitungslesen, / So frag ich ungern jetzt und hier / Vor all den Lesewesen / Und also scheu mucksmäuschenleis / (Komm näher, liebes Klima).