Gewürdigt wurden beim diesjährigen Bachmannpreis-Wettlesen vor allem Irritationsmomente: Unterbrechungen, Leerstellen – und damit auch Möglichkeitsräume. In der Diskussion fiel das Schlüsselwort: »Erzählökonomie« (Tingler).
AboPrima, dass rechtzeitig zur Fußball-WM das erkenntnisstiftende Büchlein »Der Ball zappelt im Netz« von Christian Futscher alias Futschino erschien. Dessen Untertitel lautet: »Aufzeichnungen eines Fußballnarren«.
Von leichtem Wellengang bewegt, wiegen sich Eisschollen am Ufer einer kleinen Felseninsel im finnischen Schärenmeer. Kurz berühren sie sich, stoßen sich voneinander ab, als würde die Zeit stillstehen und ihr schaukelnder Kräfteausgleich ewig so weitergehen.
AboZum Irrewerden ist indessen, was einem in den schlaflosen Spätabendstunden und Nächten um und in die Ohren fliegt. Tom Bartels (ARD) verweilt einen Augenblick »bei dem sogenannten Match-Momentum« und hat keinen Schimmer, was er damit meint.
AboDieses Jahr saß noch keine Kröte auf der Kellertreppe. Kröten sind graubraun, dick, stumm und behäbig, also leicht von den grünen, schlanken, krakeelenden und sprungfreudigen Fröschen zu unterscheiden.
Sein erster Film blieb nicht sein schlechtester. »The Producers« (in Deutschland »Frühling für Hitler«) kam 1968 in die Kinos und machte umgehend klar, dass hier ein Genie seine Streiche spielt. Mel Brooks erzählt die Geschichte eines scheiternden Scheiterns.
Der Name Mel Brooks steht für ein Kino, das sich für keinen noch so unter die Gürtellinie gehenden Gag zu schade ist, und sich zugleich der großen Fragen der Conditio humana annimmt. An diesem Sonntag wird er 100 Jahre alt.
Oswalth Kerzenrauch, der titelgebende »Gräber«, lebt auf einer unwirtlichen Erde. Die Menschheit krepiert – nur er nicht, ist er doch seit 1942 da und nicht in der Lage zu sterben.
Deutschland ist bei der Wahl für den Weltsicherheitsrat gescheitert. Bundeskanzler Merz hat die Abfuhr gelassen aufgenommen. »Wenn die bei der UNO uns nicht wollen, dann probieren wir es halt wieder beim ESC.«
In drei Partien bekam der reaktionssteife Heilige, der »absolute Weltspieler« (Robin Gosens) sieben Schüsse aufs Tor und kassierte vier Kisten. »Die sagen nicht, wie’s ist!« schimpfte Freund Lerd. »Neuer muss raus!«
Der als Motivationskünstler bekannte Klopp hat eine viel größere Gabe, er kann die Dinge auf den Punkt bringen. Auch deswegen spielen seine Mannschaften, wie sie spielen. Ein Seminar, das sich wie Entertainment anfühlt, war auch seine Analyse der Begegnung Ecuador–Deutschland.
So als wär in seinem Leben / Etwas, vieles, schiefgelaufen, / Möchte täglich, heut, grad eben, / Er sich etwas, vieles, kaufen, / Leeres, unbestimmtes Wollen, / Nein, ein Müssen muss es sein.