Zwölf entweihte Kirchen in Essen, Gelsenkirchen, Bochum und eben Duisburg dienen als Schauplatz, als Begegnungsstätte, als Versuchslabor. Sie mahnen, erproben und inspirieren – und manche lassen die Betrachter staunend zurück.
Der Prolog beginnt mit dem Raketenbeschuss einer Geburtsklinik in Beirut. Die beiden Babys, die mit nur wenigen Minuten Abstand zur Welt gebracht werden, bleiben trotz der beträchtlichen Verwüstungen unversehrt. – Darf man das einen glücklichen Start nennen?
AboGeboren wurde Rio Reiser als Ralph Möbius am 9. Januar 1950 tatsächlich in Westberlin, wuchs aber nicht in der Stadt auf – sein Vater war Ingenieur (»vom Stamme der Siemensianer«, Reiser über seine Herkunft) und wechselte gern und häufig Wohnort und Arbeitsplatz.
AboHiddensee galt mal als Künstlerrefugium, die einstige Ruhe ist jedoch einem hektischen Kulturtourismus gewichen. Annekatrin Hendels Dokumentarfilm will den sich daraus ergebenden Konflikten nachspüren.
AboZeitphänomen Electric Callboy sind deutscher Exportschlager, der sich trefflich vor fünf Jahren umbenannte, weil man nicht mehr mit dem alten Bandnamen Eskimo Callboy diskriminieren wollte.
Lothar Lamberts dreiundvierzigster Film trägt den Titel »Rundherum, andersrum – Lamberts gesammelte Einakter Vol. 3« und enthält acht Porträts beeindruckender Persönlichkeiten sowie zu Beginn eine berührende Erinnerung an Dagmar Beiersdorf.
Maximalistischer Minimalismus, so lässt sich die Musik des Duos am besten zusammenfassen – oder minimalistischer Maximalismus? Egal: DOMis und JD Becks ziemlich irres zweites Album »Who Asked?«.
Erst am 17. August wurde laut der britischen Seefahrtbehörde UKMTO ein Öltanker von acht somalischen Piraten gekapert. Die Seeräuberei mag ein Anachronismus sein. Doch das macht sie nicht weniger gefährlich.
Najem Wali schildert in seinem Roman »Ein Ort namens Kumait« die autoritären Maßnahmen des tyrannischen irakischen Machtapparats Anfang der 1980er Jahre. Wali scheitert jedoch an dem Versuch, sich in weibliche Figuren hineinzuversetzen.
Schauspielerin und Ärztin Marianne Koch ist in Gesundheitsfragen ein Vorbild, das zeigt sich auch darin, dass sie Mittwoch 95 wird. Erst im vergangenen Jahr ist sie im Bayerischen Rundfunk, wo sie jahrzehntelang eine Ratgebersendung moderierte, in »Rente« gegangen.
Ob sein Publikum schon mal »eine Diktatur bereist« habe, fragt Oliver Lubrich. Der Literaturwissenschaftler berichtete über ein Forschungsprojekt über die Reisen von Weltliteraten wie Virginia Woolf oder Samuel Beckett in das von den Nazis kontrollierte Deutschland.