Kuba: Solidarität gegen Blockade und Komplizen
Von Volker Hermsdorf
Washingtons Aggressionen gegen Kuba sorgen für wachsende Spannungen in der Region. Während die Regierungen etwa von Mexiko, Brasilien und Kolumbien der von der totalen US-Energieblockade schwer getroffenen Bevölkerung Hilfe leisten, machen sich einige rechte Regierungen Lateinamerikas zum Komplizen. Am Dienstag (Ortszeit) ordnete Costa Rica die Schließung der kubanischen Botschaft an und reduzierte die Beziehungen auf konsularischer Ebene – ein Schritt, den Havanna als Folge direkten Drucks aus den USA kritisierte. Ecuador hatte vor kurzem ebenfalls den kubanischen Botschafter samt Personal ausgewiesen.
Derweil verschärft die US-Regierung ihre Rhetorik weiter: Präsident Donald Trump drohte offen, Kuba zu »übernehmen«, während Außenminister Marco Rubio die von Havanna angekündigten wirtschaftlichen Öffnungsschritte als unzureichend abtat und »drastischere« Systemveränderungen forderte. Kubas Präsident Miguel Díaz-Canel sowie Außenminister Bruno Rodríguez wiesen die Äußerungen zurück und prangerten die Blockade als »kollektive Bestrafung« in einem erbitterten Wirtschaftskrieg an, der die Krise erst verursache.
Umfragen in den USA belegen indes, dass eine Mehrheit der US-Bevölkerung sowohl die Blockade als auch die Drohungen gegen Kuba ablehnt. Global wächst die Solidarität ebenfalls: Am Dienstag landete ein europäischer Solidaritätskonvoi der Initiative »Let Cuba Breathe« (»Lasst Kuba atmen«) – begleitet von Vertretern aus 13 Ländern und vier EU-Abgeordneten – mit mehreren Tonnen an medizinischen Hilfsgütern, Medikamenten und Ausrüstung zur Stromerzeugung aus erneuerbaren Energieträgern in Havanna. Auf Regierungsebene intensivieren unter anderem Brasilien, Mexiko und Spanien ihre Hilfe: Brasilien schickt über das Welternährungsprogramm Tausende Tonnen Reis, Bohnen, Milchpulver und Arzneimittel, auch aus Mexiko sind Schiffsladungen mit lebenswichtigen Gütern auf dem Weg. Spanien hat zusätzliche Hilfsprogramme gestartet, darunter zur Versorgung mit Lebensmitteln, Hygieneartikeln und Photovoltaikanlagen.
An diesem Wochenende wird in Havanna zudem die internationale Solidaritätsflottille »Nuestra América« erwartet, die ebenfalls Lebensmittel, Medikamente, medizinische Hilfsgüter und Ausrüstung zur Energieversorgung auf die Karibikinsel bringt. Zu deren Unterstützern gehört auch die schwedische Aktivistin Greta Thunberg, die kürzlich appellierte: »Kuba hat die Welt verteidigt, und jetzt ist es an der Zeit, dass die Welt Kuba verteidigt.« Sie bezog sich damit auf das Programm zur Entsendung kubanischer Ärzte in Länder der sogenannten dritten Welt.
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