Langer Ausflug
Trumps Kriege und seine Krieger
Schimmel in Duschen, stinkende Klos, keine Seife und als Mahlzeit eine halbe Tasse Reis und zwei Fladen: Die Nachrichten kommen ausnahmsweise nicht aus Berliner Schulen, sondern vom US-Flugzeugträger »Abraham Lincoln«. Der startete November 2025 zu einer Pazifik-Tour und ist seit Januar in Iran-Nähe fürs demokratisch-regelbasierte Bombardieren. Einige der 5.000 Besatzungsmitglieder drohen nach 250 Tagen Dienst mit Selbstmord. Zur Sprache kam das am Donnerstag vergangener Woche bei einem Treffen von Angehörigen der Soldaten mit Spitzen der US-Marine. Da stotterten Admiräle: Die Lüftung sei ausgefallen, die Waschmaschinen auch, aber es gebe psychologische Hilfe, nur kein frisches Obst oder Gemüse, weil die Nachschubbasis Bahrain durch Irans Beschuss ausgefallen sei.
Kann doch niemand ahnen, dass Überfallene zurückschießen. Solch Grobheit ist schlechter Stil und unfair. In den sieben Ländern, die Trump zuvor seit seinem zweiten Amtsantritt angreifen ließ, fiel so etwas keinem ein. Nun, zeigt ein Video, golft Trump – Tennisspiel kennt die Welt in ähnlicher Situation vom Chef der deutschen Hauptstadt – mit ein paar Metern Abstand zu einem »Avenger«-Flugabwehrsystem der Army. Das ist, weiß Bild, »eigentlich für Kriegsgebiete« gedacht.
Kai Wegner hatte auf seinem Tennisplatz keine Ballerei dabei, ansonsten gleicht seine »Eure Ohnmacht kotzt mich an«-Demonstration der des US-Präsidenten. Weil sich ihre Politik bei allem Machtgefälle ähnelt: Wer Berlin zum »europäischen Leuchtturm« der Rüstungsindustrie machen wollte und will, kann keine Schultoiletten sanieren, geschweige denn Schulen und Wohnungen bauen. Wer einen »kurzen Ausflug« – Trump am 10. März auf einem Golfplatz noch ohne »Avenger« – in den Iran unternimmt, um den zu zertrümmern, holt sich satte Benzinpreise, Inflation und Zustände auf Flugzeugträgern wie in einem »Shithole«-Land an den Hals.
Die vom genialen Elon Musk durchgezogene Säuberung des öffentlichen Dienstes entfaltet ihre Wirkung auf allen Ebenen: Nicht nur Seeleute auf Flugzeugträgern müssen über ihre Erschöpfung hinaus arbeiten. Neueste Umfragen besagen, dass mehr als 56 Prozent der US-Bürger den Iran-Krieg ablehnen. Trump tut so, als gingen ihn die Novemberwahlen zu Senat und Repräsentantenhaus nichts an. Es wird noch ein langer »Ausflug« in den Iran.
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