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Nachbearbeitung

Foto: Jonathan Ernst/REUTERS

Am Freitag endete der Staatsbesuch des chinesischen Präsidenten Xi Jinping in den USA. Die deutschen Bürgermedien hatten missmutig vorausgesagt, das Treffen mit Donald Trump werde nichts bringen, berichteten also wenig und kommentierten am Wochenende sich selbst: Außer Spesen nichts gewesen.

Die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung (FAS) steigerte das Nichts sogar zum Nichtigeren: »Ein gehaltloseres Gipfeltreffen zwischen den Anführern der beiden mächtigsten Staaten der Erde hat es wohl nie gegeben.« Weiß aber, dass das Nichts nur China nützt: Der Machtapparat in Beijing erkenne »eine Phase des strategischen Unentschiedens. Diese Phase will Xi für sich nutzen, möglichst solange Trump noch im Amt ist.« Der habe sich durch chinesische Gegenzölle und Exportkontrollen »offensichtlich zähmen lassen«. Das ändere aber nichts daran, »dass die politischen Apparate in Beijing und Washington weiter voll auf Machtkampf ausgerichtet sind«. Das Unentschieden führe daher »zu keiner wirklichen Entspannung, sondern verschafft Beijing Zeit zum Ausbau seiner Eigenständigkeit und Dominanz bei Lieferketten wie beim Militär«. Es gehe »nur mehr darum, wie beide Seiten ihren Konflikt gestalten, ohne dass er militärisch eskaliert«. Ein Krieg zwischen Supermächten ist den deutschen Weltstrategen immerhin ein »Nur« wert.

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Das Handelsblatt findet Frieden ebenfalls überschätzt. Unter der Überschrift »Xi Jinping gibt in Washington den Ton an – Trump macht sich klein« berichtete es am Sonnabend, dass es so scheine, als ob sich der US-Präsident nicht mit »komplexen Details« – Taiwan, Militär, Menschenrechte – im Verhältnis zu China beschäftigen wollen würde: »Dafür gibt es zwei Gründe. Erstens scheint Trump Autokraten zu bewundern. Auch den russischen Präsidenten Wladimir Putin bedachte er bei ihrem Treffen in Alaska mit großen Gesten. Nun hat er ihn sogar zum G20-Gipfel nach Miami eingeladen.« Das Handelsblatt vergisst dabei sogleich, den zweiten Grund zu nennen. So bleibt es bei der Abscheu Trumps vor Komplexität und seiner Neigung zu Einladungen. Am Sonntag arbeitete das Handelsblatt nach: Es gab in Washington doch eine Reihe von Vereinbarungen, am Montag gibt’s Details.

Aus dem vermeintlichen Nichts fischen zuvor aber mehrere Qualitätsmedien doch etwas: Trump soll Bilder von der Ankunft Xis auf einem Flughafen nachbearbeitet haben. Bild: »Aus einer peinlichen Grimasse (Trumps) wird darauf ein staatsmännischer Salut, aus zwei Handschuhen einer, aus einer gestreiften Krawatte ein blauer Schlips. Mehrere Experten sind überzeugt: Das Bild wurde mit KI nachbearbeitet.« Nicht nur das Handelsblatt beherrscht Nachbearbeitung. (as)

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Erschienen in der Ausgabe vom 28.09.2026, Seite 2, Ansichten

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  • Onlineabonnent*in Heinrich H. aus S. 27. Sept. 2026 um 20:32 Uhr
    Was würde eine KI aus Trump machen? Trump!
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