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Antifaopfer des Tages: Rennpferd

Foto: sportfotodienst/IMAGO

Vor einem Jahr verbot Donald Trump die »Antifa« in den USA wegen Terror und Umsturz. Nun stellt sich heraus: Das Ungeheuer lebt. Am Wochenende berichteten deutsche Medien, dass der harmlose US-Rennpferdbesitzer Scott Herbertson seinen zweijährigen Hengst »Austrian Painter« (»Österreichischer Maler«) umbenennen musste. Der Name gelte im Internet als Anspielung auf Adolf Hitler, lautete eine Beschwerde. Am Montag hatte der Gaul auf der Rennbahn Horseshoe Indianapolis einen Debütsieg hingelegt und Herbertson 23.100 US-Dollar geholt.

Der erläuterte der US-Rennzeitung Horse Racing Nation, »Austrian Painter« beziehe sich auf den Lieblingsmaler seiner Frau, die österreichische Wurzeln habe, nämlich auf Gustav Klimt. Das half nichts, der Arm der Antifakrake reicht weit. Der US-Zuchtverband teilte am Mittwoch mit, der Name verstoße gegen seine Regeln. Namen, die »auf Hautfarbe, Glaubensbekenntnis, Behinderung, ethnische Zugehörigkeit, Geschlecht, nationale Herkunft, Rasse, Religion, politische Ansichten oder sexuelle Orientierung« Bezug nehmen und wahrscheinlich anstößig oder bedrohlich wirken, seien nicht zugelassen. Der Klepper heiße ab sofort »Merrylegs« (»Fröhliche Beine«). Zugleich veröffentlichte der Verband andere Namen, die Herbertson für die Benennung seines Pferdes zur Auswahl gestellt hatte: »Braunau Star« (der Großvater seiner Frau stamme aus dem Geburtsort des Anstreichers) und »My Struggle« (»Mein Kampf«). Aber klar: Ein Buch ist kein Pferd. Ein zweites Ross im Besitz Herbertson nannte er übrigens »New Order« (»Neue Ordnung«).

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Na und? Wenn sich ein Verein »Heimattreue Jugend«, abgekürzt HJ, nennt und seine Kader in der AfD-Sachsen-Anhalt (abgekürzt AfD-SA) rund um den Vorsitzenden mit Pöstchen versorgt, dann kann der schöne Sigismund auch nichts dafür. Alles andere ist Terror.

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Erschienen in der Ausgabe vom 28.09.2026, Seite 3, Ansichten

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