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Totaler Wirtschaftskrieg

USA drohen Iran

Foto: Vahid Salemi/AP/dpa
Dieses Plakat in Teheran bezieht sich noch auf Trumps Aussage, die Straße von Hormus stehe unter US-Kontrolle (24.8.2026)

Donald Trump will den totalen Krieg gegen Iran und behauptete am Montag: »Der Iran bricht vollständig zusammen!« Aber weil er die damit verbundenen Kosten und Risiken scheut, konzipiert er ihn vorläufig nur als die »vernichtendste Wirtschaftsoperation, die je gegen ein Land ausgeführt wurde«, und als »wirtschaftlichen D-Day«, wie sein Finanzminister Scott Bessent am Sonntag gegenüber der Financial Times bekräftigte. Iran werde einer »Isolation in beispiellosem Ausmaß« ausgesetzt werden.

Um das durchzusetzen, würden die USA jedes Land mit Nachteilen bestrafen, »das seinen Finanzinstituten, Unternehmen, Flughäfen oder staatlichen Stellen erlaubt, Iran irgendeine Art von Rettungsleine zu reichen«. Der »Kollaps« der iranischen Wirtschaft, Infrastruktur und Lebensbedingungen soll erzwungen werden. Damit wurde seit vielen Jahren gedroht beziehungsweise wurde dies versuchsweise in extremen Formen – wie Hillary Clintons »crippling sanctions« 2014 – schon praktiziert.

D-Day war der Deckname der gemeinsamen Landeoperation US-amerikanischer, britischer und kanadischer Truppen an fünf Abschnitten der Normandie am 6. Juni 1944. Allein für die »erste Welle« waren rund 150.000 Mann im Einsatz, die laufend verstärkt wurden. Bereits am ersten Tag der Invasion wurden 10.000 alliierte Soldaten getötet, verletzt oder als vermisst gemeldet.

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Das logische Pendant wäre der verstärkte Einsatz von Bodentruppen gegen Iran. Darüber wurde seit Jahren immer wieder gesprochen, dafür wurden konkrete, detaillierte Szenarien entworfen, die Trump aber nicht riskieren will. Die Berufung auf das historische Vorbild soll über die Verschiebung ins rein Wirtschaftliche hinwegtäuschen.

Der entscheidende Hebel für den neuen Anlauf soll eine drastische Ausweitung und Verschärfung der sogenannten sekundären Sanktionen gegen alle Staaten sein, die in irgendeiner Weise mit Teheran zusammenarbeiten. »Es ist an der Zeit, dass unsere Verbündeten und der Rest der Welt eine Entscheidung treffen. Entweder bist du auf unserer Seite oder gegen uns«, sagte Bessent gegenüber dem US-Sender CNBC.

Damit fordert Trumps Regierung einen weltweiten Wirtschaftskrieg heraus. Billiger als die bisherige Art der Kriegführung würde das mit Sicherheit nicht. Noch macht sich Iran begründete Hoffnung, dass es die maßlosen Drohungen Trumps sind, die »kollabieren« werden.

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Erschienen in der Ausgabe vom 25.08.2026, Seite 1, Ansichten

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