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Trump fordert Schutzgeld
USA erklären Waffenruhe mit Iran erneut für beendet und wollen sich Schiffspassagen durch die Straße von Hormus künftig vergüten lassen
Washington hat den Krieg gegen den Iran offiziell für wiederaufgenommen erklärt: Präsident Donald Trump teilte dem Kongress mit, die Kampfhandlungen liefen seit dem 7. Juli wieder. Er beansprucht damit erneut eine Frist von sechzig Tagen für militärische Operationen ohne ausdrückliche Zustimmung des Kongresses. Der im Juni vereinbarte Waffenstillstand, der ohnehin nur noch auf dem Papier bestand, ist damit endgültig hinfällig.
Was derzeit an der Straße von Hormus und entlang der iranischen Südküste zu beobachten ist, scheint auf den ersten Blick wie die Fortsetzung eines seit Monaten bestehenden Musters aus Angriff und Vergeltung: Die USA melden eine fünfstündige Angriffswelle auf ein halbes Dutzend Küstenorte und -inseln. Teheran antwortet mit Angriffen auf US-Stützpunkte in Bahrain, Kuwait und Jordanien sowie auf Tanker in der Meerenge.
Die US-amerikanische Zielauswahl folgt allerdings einer neuen Linie: Sie trifft gezielt jene Orte, über die Iran seinen Außenhandel an der Straße von Hormus vorbeileiten könnte. Zugleich werden die Angriffe nach Südosten bis in die Provinz Sistan-Belutschistan unweit der pakistanischen Grenze verschoben, wo mit Chabahar und Konarak zwei der jüngsten Ziele liegen. Diese Entwicklung lässt sich als mögliche Gefechtsfeldvorbereitung für eine kombinierte See- und Bodenoperation deuten.
Erstmals setzten die USA dabei unbemannte Überwasserdrohnen ein: Drei unbemannte Boote vom Typ »Corsair« trafen eine Wartungsanlage im Hafen der Marinebasis Bandar Abbas. Bemerkenswert ist dabei: Vier Jahrzehnte lang beruhte Irans Antwort auf die überlegene US-Marine auf Schwärmen kleiner, billiger Schnellboote – zu zahlreich und zugleich einzeln zu unbedeutend, als dass eine Trägerkampfgruppe sie sinnvoll hätte bekämpfen können. Mit unbemannten Booten greift nun ausgerechnet die größte Marine der Welt zu einem ähnlichen Prinzip. Vorbild sind die ukrainischen Angriffe auf die russische Schwarzmeerflotte. So zerstörte die Ukraine ohne eigene Marine rund ein Drittel der gegnerischen Schiffe oder beschädigte sie schwer.
Eine bizarre Wendung nimmt die Lage an der Straße von Hormus: Donald Trump verlangt Schutzgeld für Durchfahrten, die faktisch kaum noch stattfinden. Die USA seien künftig der »Wächter der Straße von Hormus«, erklärte er, und sollten somit 20 Prozent des Werts jeder transportierten Fracht erhalten. Zugleich ist die Zahl der täglichen Passagen laut der Handelstrackingplattform Kpler von 30 bis 40 Schiffen Anfang vergangener Woche auf zuletzt zehn eingebrochen.
Brasiliens Präsident Lula nannte das offene Piraterie. Auch das Logistikunternehmen Hapag-Lloyd erklärte, Gebühren auf einer internationalen Wasserstraße seien »fundamental falsch«. Rückhalt fehlt Trump selbst in der eigenen Regierung: Außenminister Marco Rubio hatte den Golfstaaten noch im Juni versichert, kein Staat dürfe für die Durchfahrt Gebühren verlangen. Teheran widerspricht Trumps Äußerung: Iran sei »immer der Wächter der Straße gewesen und werde es bleiben«, erklärte Außenminister Abbas Araghtschi.
Zugleich droht der internationalen Schiffahrt am Bab Al-Mandab ein zweiter Engpass. Ein Vertreter der jemenitischen Ansarollah (meist »Huthi« genannt) stellte jüngst eine koordinierte Sperrung sowohl dieser Meerenge als auch der Straße von Hormus in Aussicht, im Verbund mit Iran. Wie ernst diese Drohung zu nehmen ist, zeigt der Blick auf die vergangenen Tage: Erstmals seit über vier Jahren griffen die Ansarollah mit Raketen und Drohnen wieder saudisches Gebiet an und kündigten damit die informelle Waffenruhe faktisch auf. Ziel war unter anderem der Flughafen im südsaudischen Abha. Zugleich warnten sie Fluggesellschaften, den Luftraum des Königreichs zu benutzen, solange Sanaa bedroht bleibe.
Vorangegangen war ein saudischer Angriff auf den Flughafen von Sanaa, der die Landung eines Flugzeugs der iranischen Fluggesellschaft »Mahan Air« mit einer Huthi-Delegation verhindern sollte; die Maschine wich nach Hodeida aus. Nach vorliegenden Berichten hatte sich der saudische Kronprinz Mohammed bin Salman zuvor bei Donald Trump rückversichert und dessen Zustimmung eingeholt. Damit erfasst der Konflikt nun die Seewege vom Golf bis zum Roten Meer.
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