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Amoklauf

Neue US-Sanktionen gegen Kuba

Foto: Ramon Espinosa/AP/dpa
Mitglieder der Revolutionären Streitkräfte mit Porträts des früheren Präsidenten Raúl Castro (Havanna, 22.5.2020)

Die Verzweiflung der Machthaber in Washington darüber, dass sie Kubas Bevölkerung nicht auf die Knie zwingen können, muss groß sein. Trotz aller Drangsalierungen, mit denen die Menschen auf der Insel ausgehungert werden, ihnen die Energieversorgung entzogen und die Existenzgrundlage genommen wird, ist die Mehrheit nicht bereit, sich zu ergeben. Selbst Drohungen mit Militärschlägen und einer erneuten Invasion führten bisher nicht zum gewünschten Sturz der revolutionären Regierung.

Ihre bislang ergebnislosen Versuche machen die Trump-Administration allerdings noch unberechenbarer und gefährlicher – wie ein in die Ecke gedrängtes Tier. Am Donnerstag verhängte das US-Finanzministerium neue Sanktionen gegen Kubas Präsident Miguel Díaz-Canel, dessen Ehefrau Lis Cuesta Peraza und weitere Mitglieder seiner Familie. Bereits seit Mitte 2025 kann Kubas Staatsoberhaupt nicht an Sitzungen der Vereinten Nationen in New York teilnehmen, da die USA ihm die Einreise dafür verweigern. Auch das Ministerium der Revolutionären Streitkräfte, die landesweit in Nachbarschaften organisierten Komitees zur Verteidigung der Revolution (CDR), das Kubanische Institut für Völkerfreundschaft (ICAP) sowie dessen Reiseagentur Amistur wurden mit Zwangsmaßnahmen belegt. Diese Personen und Organisationen würden Kubas Bemühungen unterstützen, »seine radikalen revolutionären Bewegungen in den USA und weltweit zu mobilisieren«, begründete US-Außenminister Marco Rubio die Sanktionierung.

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Díaz-Canel bezeichnete die Aktion als Ausdruck »politischer Blindheit« und versicherte: »Die Aggressivität der Yankee-Regierung wird auf unsere Entschlossenheit stoßen, dem imperialen Angriff standzuhalten.« Während Trumps Soldateska beim Angriff auf Venezuela mit der Verschleppung des Präsidentenpaares kaum auf nennenswerten Widerstand stieß, würde sie in Kuba auf ein Volk treffen, das sich aus eigener Kraft von kolonialer und imperialistischer Fremdherrschaft befreit und den US-freundlichen Diktator Fulgencio Batista außer Landes gejagt hat. Und außer fanatischen Contras wünschen sich selbst Gegner der sozialistischen Regierung nicht die Zustände zurück, die bis zum Sieg der Revolution 1959 auf Kuba herrschten.

Angesichts des mörderischen Amoklaufs eines strauchelnden Imperiums sind Appelle zur Respektierung des Völkerrechts mittlerweile ebenso sinnlos wie der Versuch, aus einem von Tollwut befallenen Hund wieder einen friedlichen Begleiter zu machen.

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Erschienen in der Ausgabe vom 06.06.2026, Seite 1, Ansichten

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