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Trump und Traum

Foto: Uncredited/AP/dpa

Ums Verrecken vermeidet das Bürgermediengewerbe, den Angriffskrieg der USA und Israels auf den Iran Angriffskrieg zu nennen. Allerdings herrscht Schadenfreude über Trump in der Klemme. Am Montag titelt dpa: »Iran-Krieg wieder in vollem Gange«. Die meisten Medien interessieren sich in erster Linie für die erneut gestiegenen Benzinpreise.

Immerhin geht die FAZ auf die Interessenlage beider Seiten ein: »In der Theorie dürften weder die USA noch das iranische Regime ein Interesse daran haben, den Krieg wieder voll entfesselt aufzunehmen. Trump steht wegen der anstehenden Wahlen unter immer größerem innenpolitischem Druck; Teheran ist nach Monaten der Kämpfe nicht nur militärisch massiv geschwächt, das Land liegt auch wirtschaftlich am Boden. Und doch ist kaum zu erwarten, dass bald Ruhe einkehren wird.« Dabei sei »das militärisch schwächere Iran der Supermacht Amerika offenbar ebenbürtiger, als es Trump recht sein kann. Mit der Straße von Hormus hat Teheran einen entscheidenden Hebel in der Hand, den es so schnell nicht mehr hergeben wird – und dem der amerikanische Präsident trotz aller Protzerei bislang nichts dauerhaft Wirksames entgegenzusetzen hat.« Die Frankfurter Rundschau urteilt: »Trump hat sich mit einer Mischung aus Selbstüberschätzung und Inkompetenz in eine ausweglose Situation manövriert. Die Golfregion ist destabilisiert, der Ölpreis steigt, was der Weltwirtschaft schadet und den Narziss im Weißen Haus vier Monate vor den Zwischenwahlen weiter unter Druck setzt.« Ähnlich sieht es die japanische Asahi Shimbun: »Aus iranischer Sicht hat durch den Krieg ein ›geopolitischer Reset‹ stattgefunden, der dem Iran quasi eine neue Straße von Hormus bescherte.«

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Der italienische Corriere della Sera meint: »Nach den leeren Versprechungen in der Ukraine, nach den trügerischen Plänen für den Gazastreifen, die im Sande verliefen, erleben wir nun ein weiteres Scheitern Trumps. Der Angriff auf den Iran hat uns vor Augen geführt, wie die große amerikanische Militärmacht von den Iranern durch die Sperrung einer kleinen Meerenge in die Ecke getrieben werden kann.«

Aus Schweden kommt dazu eine antirussische Blödelei. Göteborgs-Posten schreibt: »Auch wir haben eine Straße von Hormus. Vor der schwedischen Küste transportiert die russische «Schattenflotte» Öl in schrottreifen Tankern, und Schiffe verüben unter fremder Flagge Sabotageakte an Unterseekabeln. Fast die Hälfte der russischen Ölexporte per Schiff verläuft über die Ostsee. Das könnten wir verhindern, und das wäre ein Ass im Ärmel für Schweden. Aber es würde uns auch zum möglichen Ziel machen.« NATO-Schweden träumt. (as)

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Erschienen in der Ausgabe vom 21.07.2026, Seite 2, Ansichten

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