Zum Inhalt der Seite

Feinde der Hoffnung

USA erdrosseln Kuba

Foto: IMAGO/CPA Media
»Es lebe das freie Kuba« – Straßenszene in Havanna

Während die sogenannte Weltgemeinschaft tatenlos den Völkermord in Gaza zulässt, wird in der Karibik ein ähnliches Szenario vorbereitet. Vor aller Augen wird in Kuba ein ganzes Volk gnadenlos ausgehungert und erdrosselt, nur weil es seine in Jahrhunderten erkämpfte Souveränität verteidigt. Das Trump-Regime setzt darauf, seine Opfer zu zermürben, bis sie den Widerstand aufgeben. Und die jüngsten Drohungen aus dem Pentagon sind der nächste logische Schritt in einer »Zeitenwende«, die nichts weiter ist, als die Vorbereitung auf den dritten und vermutlich letzten Weltkrieg.

Dabei stört Kuba – als eines der letzten Beispiele für Würde, Solidarität und die Verteidigung aller menschlichen Werte. Und nur deshalb, weil es sich nicht einem abwendbaren Schicksal ergibt, zieht das kleine, widerspenstige Volk den blindwütigen Hass derjenigen auf sich, die alle Ressourcen auf dem Globus als ihr Eigentum und die Menschen anderer Länder nur als Arbeitskräfte, Bedienstete und Befehlsempfänger betrachten. Wenn es ihnen gelingt, Kuba zu brechen, ist der Weg frei für eine Welt, in der nur noch das Faustrecht der Stärkeren gilt.

Bei der Solidarität mit Kuba geht es deshalb nicht darum, zu teilen, was übrig ist, sondern um die Verteidigung des Rechts auf Selbstbestimmung – auch für jedes andere Land. Mit dem Sturm der von Fidel Castro geführten Freiheitskämpfer auf die Moncada-Kaserne des Batista-Regimes am 26. Juli 1953 begann vor 73 Jahren in Kuba eine Entwicklung, die Millionen Menschen Hoffnung und Zuversicht vermittelte, dass eine andere Welt möglich ist. Eine Welt, in der allen Bürgern die soziale Teilhabe, das gleiche Recht auf Nahrung, Wohnung, Bildung, Gesundheitsversorgung und ein selbstbestimmtes Leben in Würde ermöglicht wird. Der Moncada-Sturm leitete einen Prozess ein, in dessen Verlauf Kuba begann, selbst über seine Ressourcen zu verfügen, und nicht ausländische Großkonzerne.

Anzeige

Erstmals entstand dort eine Gesellschaft, der der Nährboden für Rassismus und Diskriminierung entzogen wurde, und eine Arbeitswelt, in der Gleichberechtigung nicht nur vorgetäuscht, sondern dadurch garantiert wird, dass Frauen für gleiche Arbeit das gleiche Entgelt erhalten. Es entstand eine Gesellschaft, in der medizinische Versorgung und Wohnraum kein Geschäft mehr, sondern ein Rechtsanspruch sind. Aus der Kolonie wurde ein selbstbewusstes Land, das in seiner Außenpolitik nicht auf Ausplünderung, Dominanz, Sanktionen, Eroberung und Krieg setzt, sondern auf Solidarität und Internationalismus. Trotz aller Fehler und Schwächen bleibt Kuba nicht nur für den globalen Süden ein Land der Hoffnung, das zu beweisen versucht, dass eine andere Welt möglich ist.

Diese Hoffnung zu zerstören ist das eigentliche Ziel derjenigen, die die Welt unterwerfen wollen. Deshalb ist die notwendige politische und materielle Solidarität mit Kuba keine bloße humanitäre Geste. Sie liegt im eigenen Interesse aller Völker, wenn wir überleben wollen.

Themen:
→ Sie können uns auch mit einer Spende unterstützen
Erschienen in der Ausgabe vom 18.07.2026, Seite 3, Ansichten

Wie hat Ihnen dieser Artikel gefallen?

→ Teilen und weiterempfehlen
Pressefreiheit schützen, Solidarität jetzt!

Das Verwaltungsgericht Berlin hat im Juli 2024 in der ersten Instanz entschieden und die Klage des Verlags 8. Mai abgewiesen. Die Bundesregierung darf die Tageszeitung junge Welt in ihren jährlichen Verfassungsschutzberichten erwähnen und beobachten. Nun muss eine höhere Instanz entscheiden. Seit vielen Monaten warten Verlag und Redaktion inzwischen auf eine Entscheidung des Gerichtes, ob eine Revision möglich oder gleich ein Gang vor das oberste Gericht nötig ist.

In unseren Augen ist das Urteil eine Einschränkung der Meinungs- und Pressefreiheit in der Bundesrepublik. Aber auch umgekehrt wird Bürgerinnen und Bürgern erschwert, sich aus verschiedenen Quellen frei zu informieren.

Genau das aber ist unser Ziel: Aufklärung mit gut gemachtem Journalismus. Sie können das unterstützen. Darum: junge Welt abonnieren für die Pressefreiheit!