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Internationale Solidarität

Im Namen Assatas für Kuba

Gedenkveranstaltung für Freiheitskämpferin erinnert auch an den unermesslichen Beitrag der sozialistischen Inselrepublik für politische Bewegungen und Verfolgte der USA

Foto: Sarah Reingewirtz/Orange County Register via ZUMA Wire/ZUMAPRESS.com/picture alliance
Würdigung der Black-Panther-Aktivistin auf einem Wandbild in Pacoima, Kalifornien

Es zog sich wie ein roter Faden durch die gesamte vierstündige Veranstaltung zu Ehren Assata Shakurs in New York City: ein vielstimmiger Aufruf, die kubanische Bevölkerung und ihre Revolution zu verteidigen. Bewusst hatten die Familie der im September 2025 verstorbenen Freiheitskämpferin und das von der Kuba-Solidarität getragene Vorbereitungskomitee die Riverside Church als Ort für die am Sonnabend abgehaltene Gedenkfeier ausgewählt. Hier hatte Martin Luther King Jr. 1967 seine Rede gegen den Vietnamkrieg gehalten, und Nelson Mandela hatte sich 1990 nach seiner Entlassung aus dem Gefängnis bei seinem ersten US-Besuch im Rahmen der Kampagne für ein freies Südafrika für die Solidarität Kubas im Kampf gegen Kolonialismus und Apartheid bedankt. Zehn Jahre später richtete der kubanische Revolutionär und Präsident Fidel Castro seine gefeierte Ansprache an dreitausend Versammelte der afroamerikanischen Gemeinde New Yorks.

Zu diesem Zeitpunkt lebte Assata Shakur bereits seit einigen Jahren sicher in Kuba. Im Mai 2005 erklärte der Comandante anlässlich wiederholter Auslieferungsersuchen der USA an Havanna, sie sei »Opfer rassistischer Verfolgung und der heftigen Repression gegen die schwarze Bewegung in den Vereinigten Staaten« und »eine echte politische Gefangene«.

Der Dank für Kubas klare Haltung gegenüber den politisch Verfolgten aus den USA zog sich am Sonnabend durch alle Redebeiträge der Gedenkveranstaltung. Angela Davis beschrieb gemeinsam mit Mark Lamont Hill die Bedeutung Shakurs über ihren Tod hinaus, weshalb das FBI sie noch immer dämonisiere. »Wenn wir Assata Shakur also heute weiter verteidigen, dann verteidigen wir damit auch alle radikalen Bewegungen«, so Davis. Es gehe darum, »den revolutionären Kampf Assatas weiterzuführen«, auch den Kampf für ein freies Palästina, gegen den Krieg gegen Iran und »heute ganz besonders den Kampf zur Verteidigung Kubas«.

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Lennox Hinds, der Shakur jahrzehntelang als Anwalt vertreten hatte, hob hervor, dass sie im Schutze der sozialistischen Inselrepublik weltweite Bewegungen gegen Rassismus, Kolonialismus und Imperialismus unterstützen konnte. »Wir alle stehen tief in der Schuld Kubas«, sagte Hinds unter dem Beifall der eintausend Anwesenden. Castro habe ihm und einer US-Juristendelegation gegenüber erklärt, Kuba werde Assata Shakur »niemals im Stich lassen« und sich den Erpressungsversuchen Washingtons niemals beugen. Angesichts der »aktuellen Pläne der Trump-Regierung, in Kuba einzumarschieren«, wandte sich der Bürgerrechtsanwalt an das Publikum: »Lasst uns den hier anwesenden CIA-Agenten eine Botschaft für ihre Bosse mitgeben: Um Kuba zu überfallen, müsst ihr erst an uns vorbeikommen!« Das Publikum skandierte mit ihm laut: »Viva Cuba! Venceremos Cuba! Der Kampf geht weiter!«

Washington setzt jedoch alles daran, auch das zu ersticken. US-Behörden ermitteln derzeit »gegen 145 prokubanische gemeinnützige Organisationen, Aktivistengruppen und politische Netzwerke wegen des Verdachts der Koordination von Botschaften, Lobbyarbeit, Spendenaktionen, Reisen und Aktionen zur Unterstützung des Regimes in Havanna mit kubanischen Beamten«, schrieb das Portal ­Amerika 21 am ­Sonntag.

Rosemari Mealy arbeitete gemeinsam mit ihrer Genossin Assata von Havanna aus an Kampagnen für politische Gefangene in den USA. In der Riverside Church zitierte sie frühe Einsichten ihrer Compañera: »Kuba ist ein ganz besonderer Ort. Es gibt dort keinen extremen Luxus, aber man hat alles, was man zum Leben braucht.« Kuba sei keine materialistische, konsumorientierte Gesellschaft. »Was man dafür gewinnt, ist Frieden, die Freiheit, seinen Gedanken freien Lauf zu lassen, und die Fähigkeit, den Menschen zu vertrauen.«

Trotz der jahrzehntelangen Blockade und Repressalien habe Havanna eine der von den USA am meisten gejagten Revolutionärinnen geschützt, erinnerte Mealy. Ein Land sei danach zu beurteilen, »ob es seinen Prinzipien treu bleibt – nicht nur in Worten, sondern in Taten«. Derzeit werde die Inselrepublik belagert, seit drei Monaten kein Öl mehr geliefert, die Stromnetze seien überlastet, die medizinische Versorgung beeinträchtigt und die Bevölkerung einschließlich der Kinder leide täglich große Not. Solidarität dürfe da nicht abstrakt bleiben. »Sie muss praktisch werden und für alle sichtbar sein«, so Mealy. Kuba habe seine Pflicht erfüllt »und nun sind wir in der Pflicht. Wenn wir Assata lieben, dann müssen wir in ihrem Namen auch Kuba lieben und verteidigen.« Mit gereckter Faust rief Mealy: »Kein Krieg gegen Kuba!«

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Erschienen in der Ausgabe vom 05.06.2026, Seite 7, Ausland

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