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Der Aufrüstung emsigste Agitatoren
Nach dem Drohnenvorfall am Flughafen Leipzig/Halle hat der Nationale Sicherheitsrat getagt. Politiker fordern mehr Schutz und beschuldigen Russland
Die Bundesregierung ist weiterhin bemüht, dem Drohnenvorfall am Flughafen Leipzig/Halle die gewünschte Gravitas anzudichten. Am Freitag kam der Nationale Sicherheitsrat unter dem Vorsitz von Bundeskanzler Friedrich Merz telefonisch zusammen, um sich der Angelegenheit zu widmen. Das teilte Regierungssprecher Steffen Kornelius in Berlin mit. Zudem stehe der CDU-Chef in fortwährendem Austausch mit Innenminister Alexander Dobrindt (CSU), der bereits seinen Italien-Urlaub abgebrochen hatte und nach Leipzig geeilt war. Zum Inhalt der Gespräche drang bis jW-Redaktionsschluss nichts nach außen.
Der offiziellen Darstellung nach war am Dienstag eine Drohne von einem Flughafenbeschäftigten entdeckt und mit einem Tritt aus der Luft geholt worden. Dass das Flugobjekt mit den Explosivstoffen Semtex und PETN bestückt gewesen sein soll, gilt inzwischen als bestätigt. Das Konstrukt habe sich nahe eines oder mehrerer Transportflugzeuge vom Typ Antonow AN-124 Condor befunden, die von der staatlichen ukrainischen Fluglinie Antonov Airlines für Transporte in die Ukraine verwendet werden. Berichte, nach denen eine der Maschinen mit Munition beladen war, wurden derweil dementiert. »Die betreffenden Antonow-Flugzeuge waren zum Zeitpunkt des Vorfalls leer und damit ohne Fracht«, sagte Maret Montavon, Leiterin Kommunikation und Politikbeziehungen bei der Mitteldeutschen Flughafen AG, der Leipziger Volkszeitung. Am Donnerstag abend verkündete die Bundesanwaltschaft, sie habe »wegen der besonderen Bedeutung des Falles« die Ermittlungen übernommen.
Welche besondere Bedeutung damit angezeigt sein soll, wird von der Seitenlinie eifrig eingeworfen. »Russland steckt hinter der Drohnenbombe!«, titelte Bild am Freitag, auch ohne, dass derartige Beweise bislang gefunden wurden. »Wir müssen uns im Klaren darüber sein, dass Deutschland und nicht erst seit heute im Fadenkreuz der russischen Aggression steht«, trug die FDP-Politikerin und EU-Abgeordnete Marie-Agnes Strack-Zimmermann im Kölner Stadt-Anzeiger bei. Zuvor hatte die Chefin der Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen, Katharina Dröge, angemahnt, von »schwammigen Worten« abzusehen. Es liege nahe, »dass es sich bei dem Drohnenangriff um russischen Staatsterrorismus handeln könnte«, unkte Dröge gegenüber der Welt. Von der Regierungsbank hallt es zurück. Wenn Russland verantwortlich ist, wäre das ein »kriegerischer Akt«, wiegelte der SPD-Bundestagsabgeordnete Sebastian Fiedler am Freitag im ZDF-»Morgenmagazin« auf. CDU-Mann Roderich Kiesewetter hatte via Augsburger Allgemeine bereits verlauten lassen, er gehe »von einem gezielten hybriden Angriff, also einem versuchten Terrorakt, gesteuert von Russland aus«.
Nun steht das auf der Agenda, was seit geraumer Zeit auf der Agenda steht: Aufrüstung, in diesem Fall gegen Drohnen. Das verlangte auch der Vorstandsvorsitzende des größten deutschen Rüstungskonzerns. »Wir müssen unbedingt etwas tun, um diese Drohnenangriffe sehr schnell zu erkennen und um diese Drohnen dann notfalls auch abschießen zu können«, erklärte Rheinmetall-Chef Armin Papperger am Freitag gegenüber dpa. Der Gesetzgeber müsse tätig werden, etwa um zu definieren, welche »kritische Infrastruktur« geschützt werden solle und mit welcher Technologie.
Wieder hallt es aus Regierungskreisen zurück. Der Vorfall mache deutlich, dass der Flughafen auch für die Verteidigungsfähigkeit Deutschlands eine erhebliche strategische Bedeutung habe, sagte Sachsens Innenminister Armin Schuster (CDU) am Freitag dem Nachrichtenportal Table Briefings. Eine »zentrale Zuständigkeit« – etwa beim Bundesinnenministerium oder der Bundespolizei – »statt einer Vielzahl föderaler Luftsicherheitsbehörden und eine materielle Ausrüstung, die die Vielseitigkeit der Bedrohung zuverlässig bekämpfen kann«, forderte der Vorsitzende des Verteidigungsausschusses des Bundestags, Thomas Röwekamp (CDU), via Redaktionsnetzwerk Deutschland. Kiesewetter verlangte im Deutschlandfunk selbiges. Fiedler sah in den unterschiedlichen Zuständigkeiten »erst mal kein Problem«, so der SPD-Innenpolitiker in der Rheinischen Post, jedenfalls »solange die Zusammenarbeit eng und gut funktioniert«. Noch etwas sagte Fiedler im ZDF: »Entweder war das Russland, oder jemand wollte, dass es so aussieht, als wenn das Russland gewesen wäre.«
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Eckert aus Holzweissig 12. Aug. 2026 um 11:01 UhrWieso haben diese AN124 russische Hoheitszeichen? Auf welchem Flugplatz stehen diese Maschinen? Die ukrainischen Maschinen sind doch gelb und blau beschriftet. Warum sollte der (Russe) diese Maschen in Leipzig angreifen, wenn es leichter ist, ein Flugzeug im Anflug zu vernichten, also in der Ukraine.
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Rudi Eifert aus Langenhagen 9. Aug. 2026 um 17:19 UhrHaltet den Dieb, könnte man sagen. Doch der hat sich schon längst aus dem Staub gemacht. Bleiben nur noch die Spuren, die an der Drohne mit dem Sprengstoff haften. Wenn die BILD-Zeitung, die ich mal unverblümt als ‚widerwärtiges Blut- und Sexblatt‘ bezeichne, behauptet, Moskau stünde dahinter, dann ist eher davon auszugehen, dass die Urheberschaft dieser Drohne woanders zu verorten ist. Dass Frau Strack-Zimmermann, EU-Abgeordnete in Brüssel und überzeugte Bellizistin und Russenhasserin, gebetsmühlenhaft in die gleiche Bresche schlägt, war nicht anders zu erwarten. Gleichwohl sind die Reaktionen unserer Politiker stets die gleichen. Hektischen Alarmismus und Hysterie verbreiten, ohne sich vielleicht zu fragen, ob nicht eine gänzlich andere Quelle dahintersteckt. Wie beschreibt der SPD-Bundestagsabgeordnete Sebastian Fiedler doch so schön diesen Fall: »Entweder war das Russland, oder jemand wollte, dass es so aussieht, als wenn das Russland gewesen wäre.« Spinnt man diesen Faden weiter, dann hätte ich eine unmaßgebliche Meinung: Dieser ‚jemand‘ [oder Urheber] ist ein Land, das von einem Krieg überzogen wird und allen Grund hat, seinem Aggressor diese Drohne ‚in die Schuhe zu schieben.‘ Und nicht nur die! Und der Westen spielt dieses üble Spiel mit.
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Die Antonow-Maschinen des Flughafens Leipzig-Halle werden und wurden keineswegs nur für Transporte in die Ukraine verwendet. Seit Jahrzehnten werden sie von vielfältigen Auftraggebern für verschiedenste Zwecke gechartert. 2021 wurde z. B. auch von der NATO ein Vertrag zur Nutzung dieser Flugzeuge abgeschlossen (https://de.euronews.com/my-europe/2026/08/06/sprengstoff-drohne-flughafen-leipzig-halle). Und ich gehe mal davon aus, dass die NATO-Staaten nicht nur Babywindeln und Brunnenbohrgeräte oder Baumaterialien für Mädchenschulen mit der Antonow transportieren bzw. transportierten. In Frage kommen für mich auch Rüstungsgüter, z.B. doch wohl für die US-Angriffe auf den Iran. An diesen Angriffen ist Deutschland wegen der Freigabe seiner Flughäfen für die Aggression klarer Mit-Aggressor, jedenfalls weit eindeutiger Kriegsbeteiligter als im Ukraine-Krieg, wo Deutschland derzeit nur den klaren Bereich der Nicht-Kriegsbeteiligung verlassen hat. Der kürzliche ukrainische Angriff auf ein iranisches Schiff mag unterhalb der Schwelle einer militärischen Aggression im Sinne des Art. 51 der UN-Charta liegen. Eine militärische Antwort Irans gegen die Ukraine ist von daher nicht so ganz leicht zu rechtfertigen. Eine militärische Antwort des Iran gegen Deutschland ist da völkerrechtlich viel einfacher begründbar, und mit einem Anschlag auf den Flughafen Leipzig-Halle könnte man gar zwei Aggressoren auf einmal treffen: Deutschland und nebenbei auch die Ukraine. Warum also nur mit dem Finger auf Russland zeigen? Noch dazu, wo man die Eskalation im Donbass der Tage vor dem russischen Kriegseintritt so geflissentlich übersieht?! Obwohl - oder weil? - bei genauem Hinsehen Russland eben doch nicht so 100%ig eindeutig der Aggressor ist?
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Alfred Hartung aus Wolfsburg 8. Aug. 2026 um 20:37 Uhr… und um diese Drohnen dann notfalls auch abschießen zu können, erklärte Rheinmetall-Chef Armin Papperger am Freitag gegenüber dpa. Oder um sie auch abtreten zu können. Aber das bringt Papperger nicht so viel Profit, hihi
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B.S. aus Ammerland 8. Aug. 2026 um 20:06 UhrDie »Üblichen Kriegstrommler/innen« . . . . . . also diejenigen, die sich in »Vollzeit für Krieg und Völkerhass« unterwegs sind, dabei auch gerne mal »ein paar Biere« inhalieren, weil sonst bei ihren Hassreden nicht so recht in Schwung kommen. Der »Wahrheitsgehalt dieser Lügen« entspricht dem »Wahrheitsgehalt der Blöd-Zeitung«. Mathematisch gesehen streben die gegen Null . . . ! Es wird Zeit, diese angeblichen »Volksvertreter« abzulösen und die dem Arbeitsmarkt wieder zuzuführen!
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»...jemand wollte, dass es so aussieht, als wenn das Russland gewesen wäre.« Ein sehr interessanter Halbsatz von Herrn Fiedler (SPD). Erinnern wir uns – diese sogenannten »false-flag«-Operationen gehören zum Repertoire der imperialistischen Geheimdienste. 1939 der Überfall auf den Sender Gleiwitz führte zum Überfall auf Polen durch Nazi-Deutschland, 1964 wurden angeblich zwei US-amerikanische Kriegsschiffe im Golf von Tongkin durch die Volksbefreiungsstreitkräfte Nordvietnams beschossen. Später als Falschmeldung entlarvt, führte das aber zum Kriegseintritt der USA in Vietnam. Dieser Krieg kostete Millionen Menschenleben, vor allem unter der vietnamesischen Bevölkerung. Seit 1960 behauptet die USA bis heute, dass Kuba die Sicherheit der USA bedrohe - Millionen Kubaner leiden seitdem unter der Embargopolitik des großen Nachbarn im Norden. Die Reihe lässt sich fortsetzen bis zur Sprengung der Nordstream-Pipeline angeblich durch die Russen - diese Mär hat sich sehr schnell als haltlos und verlogen dargestellt. Nun tauchen immer wieder Drohnen an Objekten der kritischen Infrastruktur auf - und nahezu sofort und unisono war es Russland. Die Politiker und die gleichgeschalteten Medien singen immer das gleiche Lied: »Der Russe war es.« Und die rüstungsgeilen Eliten dieses Landes rufen gleich nach noch mehr Abwehr und Aufrüstung. Für mich sind diese Angriffe hausgemacht, um die wehrunwillige Bevölkerung endlich auf Kriegskurs zu trimmen.
Das Verwaltungsgericht Berlin hat im Juli 2024 in der ersten Instanz entschieden und die Klage des Verlags 8. Mai abgewiesen. Die Bundesregierung darf die Tageszeitung junge Welt in ihren jährlichen Verfassungsschutzberichten erwähnen und beobachten. Nun muss eine höhere Instanz entscheiden. Seit vielen Monaten warten Verlag und Redaktion inzwischen auf eine Entscheidung des Gerichtes, ob eine Berufung möglich oder gleich ein Gang vor das oberste Gericht nötig ist.
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