Höllenmaschine
Kriegshysterie nach Drohnenvorfall
Was ist eine tortengroße Drohne mit einem unbrauchbaren Sprengsatz neben einer mit Munition vollgestopften Antonow An-124 – Nutzlast 120 Tonnen – und mehreren anderen Transportflugzeugen gleichen Typs? Jedenfalls keine Höllenmaschine. Die NATO-Frachter aber sind es allesamt.
Bei der auf dem Flughafen Leipzig/Halle gefundenen Drohne ist so ziemlich alles unklar, weswegen die Dobrindt-Schlussfolgerungen wie »hybrides Anschlags-« oder »neues Bedrohungsszenario« mindestens voreilig sind. Die These, es handele sich um einen »Wettbewerb«, an dem »möglicherweise auch fremde Mächte« beteiligt sind, stimmt in solchen Fällen immer und hat allein die Funktion, die für Kriegstüchtigkeit erforderliche kollektive Hysterie zu steigern. Das erledigten am Donnerstag die Kriegsirrenpartei Bündnis 90/Die Grünen und der im Sommerloch fast vergessene Roderich Kiesewetter, der Konsultationen nach NATO-Vertrag verlangte.
Der Wahn wird von Friedrich Merz seit den angeblich massenhaften Drohnensichtungen im Herbst 2025 verbreitet: »tägliche hybride Angriffe« Russlands. Das soll ja auch, hieß es ursprünglich einmal, die Erdgasleitung Nord Stream 1 in die Luft gejagt haben. Angekündigt hatte das zwar 2022 der damalige US-Präsident, und ein ukrainisches Bauernopfer schmort nun beim Generalbundesanwalt. Fest steht: Im Stellvertreterkrieg gegen Russland war das nicht die einzige NATO-Aktion unter falscher Flagge. An die Stelle von Journalismus ist in der Bundesrepublik ohnehin seit dem Putsch in Kiew 2014 Propaganda getreten und hybride, im NATO-Jargon »kognitive« Kriegführung gegen die eigenen Bevölkerungen ist Standard.
Das ist einer der Gründe, warum kaum jemand weiß, dass die Frachtflugzeuge vom Typ An-124 der ukrainischen Fluggesellschaft Antonow seit 2006 auf dem Flughafen Leipzig/Halle stationiert sind und seit 2021 von dort aus den strategischen Lufttransport der NATO gewährleisten: Sie brachten Todbringendes überall dorthin, wo die NATO Demokratie herbeibombte – Afghanistan, Irak, afrikanische Länder. Nun schaffen sie schweres militärisches Gerät und offenbar tonnenweise Munition vorrangig an die NATO-»Ostflanke«. Das Auftauchen einer Sprengdrohne in der Nähe einer solch fliegenden Superbombe ist wahrlich ein Alarmsignal. Denn garantiert ist, dass Merz und die NATO daraus die Schlussfolgerung ziehen, noch mehr Pulver ins europäische Fass zu kippen. Eine echte Höllenmaschine.
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