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Unblock Cuba!

Kuba flieht in den Markt

Staatschef Miguel Díaz-Canel kündigt angesichts der brutalen US-Blockade tiefgreifende, politische und wirtschaftliche Reformen für den sozialistischen Inselstaat an

Foto: Norlys Perez/REUTERS
Vertrauen in die eigenen Leute. Aber auch Vertrauen in die Marktwirtschaft? Politische Botschaft in Havanna, 15. Mai 2026

Kubas sozialistisches Wirtschafts- und Sozialmodell steht vor umfassenden Veränderungen, die es insgesamt in Frage stellen könnten. Derzeit stünden mehr als 20 Themen für eine wirtschaftliche und politische Transformation zur Debatte, hatte Präsident Miguel Díaz-Canel am Freitag vor Journalisten erklärt. Das geplante Maßnahmenpaket bezeichnete er als Kubas Weg aus einer Krise, die durch die »kriminelle Energieblockade« der USA verursacht wurde.

Es sei jetzt »Zeit für Veränderung«, damit mehr Investitionen im Land getätigt werden und im Ausland lebende Kubaner sich stärker an der Wirtschaft beteiligen können, sagte er. Díaz-Canel verwies auf die Erfahrungen Chinas und Vietnams, die sich ebenfalls im »Prozess des sozialistischen Aufbaus« befänden und unter Blockaden gelitten hätten. Westliche Agenturen werteten die angekündigten Reformen dementsprechend als Schritt hin zu einer »sozialistischen Marktwirtschaft«.

Während das U. S. Department of State sich bislang nicht zu den Ankündigungen äußerte, kommentierte die Agentur AP: »Die Änderungen gehen in die Richtung, die Washington anstrebt, auch wenn sie nicht so weitreichend zu sein scheinen, wie es die Regierung von Präsident Trump fordert.« Dagegen bemängelte das von den USA finanzierte Contraportal »14 y medio«, Díaz-Canel habe deutlich gemacht, »dass kein wirtschaftlicher Wandel in Sicht ist. Zumindest nicht, soweit es in seiner Macht steht.«

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Doch die wirtschaftlichen und politischen Veränderungen sind tiefgreifend. Nachdem bereits seit 2021 private Unternehmen in Kuba zugelassen sind, die bis zu 100 Personen beschäftigen dürfen, sollen nun weitere Wirtschaftssektoren für Privatunternehmen geöffnet, die Genehmigungsverfahren für neue nichtstaatliche Unternehmen gestrafft und Vorschriften gelockert werden. Im Zuge der Dezentralisierung sollen die Provinzen künftig eigenständig über Importe und Exporte entscheiden, ausländische Investitionen anwerben und Deviseneinnahmen verwalten können.

Ziel sei es, die Wirtschaft zu beleben und stärker zu dezentralisieren, Produktionsengpässe abzubauen und verschiedenen Akteuren mehr Autonomie zu gewähren, erklärte Díaz-Canel. Dadurch könnten Exportmöglichkeiten ausgeweitet und die Versorgung der Bevölkerung verbessert werden. Seit Jahresbeginn sei die Insel nahezu vollständig von der Treibstoffversorgung abgeschnitten. »Wir haben eine Reihe von Prioritäten festgelegt«, um dieser »multidimensionalen Aggression zu begegnen, die das Leben jeder kubanischen Familie und die Wirtschaft beeinträchtigt.«

Geplant sind zudem Reformen des Staatsapparats, der Regierung, staatlicher Wirtschaftsbereiche sowie der Kommunistischen Partei und anderer politischer Organisationen. Weitere Veränderungsvorhaben betreffen die Landwirtschaft, den Tourismus, die Energieversorgung und die Sozialpolitik. So sollen Lebensmittel und Produkte des täglichen Bedarfs künftig nicht mehr generell subventioniert, sondern nur noch bedürftige Menschen unterstützt werden. Trotz umfangreicher Darstellung der Ziele nannte Díaz-Canel weder konkrete Details der Maßnahmen noch einen Zeitplan für deren Umsetzung.

Die Zurückhaltung begründete Díaz-Canel mit Sicherheitsbedenken. »Wir können nicht alles so deutlich sagen, weil der Feind bei allem, was wir tun, auf der Lauer liegt«, erklärte er. »Die USA können es nicht fassen, dass die Revolution trotz des maximalen Drucks, den sie ausüben, nach wie vor besteht und das Land weiterhin funktioniert. Und nicht einmal sie selbst glauben an das, was sie über einen gescheiterten Staat sagen und ständig wiederholen«, fügte er hinzu. Zugleich verwies der Präsident darauf, dass die Landesverteidigung und Vorbereitungen im Rahmen der kubanischen Doktrin des »Krieges des gesamten Volkes« oberste Priorität hätten. Sie blieben angesichts »der immer aggressiveren Eskalation durch das Imperium« unerlässlich.

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Erschienen in der Ausgabe vom 15.06.2026, Seite 1, Titel

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→ Leserbriefe
  • Reinhold Schramm aus Berlin 19. Juni 2026 um 10:30 Uhr
    Kubas Abschied vom Sozialismus! Die Führung in Kuba setzt auf einen radikalen Kurswechsel. Erstmals sollen private Banken, große Unternehmen und ausländische Investoren in weiten Teilen der Wirtschaft zugelassen werden. Nach Angaben der Deutschen Presse-Agentur sollen künftig auch internationale Fast-Food-Ketten auf der Karibikinsel investieren dürfen. Privatinvestoren sollen Wohnungen kaufen und verkaufen können. Zudem ist geplant, dass Kubaner und Ausländer Anteile an ausgewählten Staatsunternehmen erwerben dürfen. Nach Angaben von Ministerpräsident Manuel Marrero sollen erstmals Privatunternehmen mit mehr als 100 Beschäftigten zugelassen werden. Kubanerinnen und Kubaner sollen künftig mehrere Unternehmen besitzen dürfen. Auch private Banken und Investitionen aus dem Ausland im Privatsektor sollen erlaubt werden. Vgl. Quelle: Berliner Zeitung am 19.06.2025 Kuba öffnet seine Wirtschaft: Größtes Reformpaket seit Jahrzehnten beschlossen Im Internet: Kuba beschließt größte Wirtschaftsreform seit Jahrzehnten – Banken, Immobilien und Tourismus werden geöffnet 19.06.2026, R.S.
    • Onlineabonnent*in Franz S. aus R. 22. Juni 2026 um 17:29 Uhr
      »Kubas Abschied vom Sozialismus!« Sind Sie etwa lernfähig, gibt es doch einen Sozialismus, zum Beispiel in Kuba? Am 12. Februar 2026 antworteten Sie auf meinen Vorwurf »Schönes Beispiel wie sich Antikommunismus und Sozialismusleugnung mit linken Phrasen tarnt.«: »Die ›Sozialismusleugnung‹? Was bisher nicht existiert hat, das kann man auch nicht leugnen.«
    • Onlineabonnent*in Peter S. aus B. 22. Juni 2026 um 11:33 Uhr
      »Kuba öffnet seinen Markt vollständig den internationalen Investoren« heißt in meinen Augen: »Wir haben kapituliert und verkaufen das Land und die Bevölkerung jetzt an die, die es schon immer haben wollten.« Da muss man also jetzt genau hinschauen: Kapitalkontrolle wie in China? Eigentumsübergang oder Leasing? Und an wen? China oder USA? Mit ersterem werden sich die internationalen Kapitalhaie wohl eher nicht zufrieden geben …
  • Paul Vesper aus 52062 Aachen 18. Juni 2026 um 11:26 Uhr
    Ein paar grundlegende Gedanken zur dialektischen Natur des »Marktes« und zum glorifizierten oder verteufelten Marktmechanismus. Wie alles gibt es hier auch zwei widersprüchliche Seiten: seine Allokations- und seine Akkumulationsfunktion, beides immer zugleich im Marktmechanismus vorhanden. Die Allokationsfunktion sorgt dafür, dass Waren, Konsum- und Investitionsgüter dorthin gelangen, von wo sie nachgefragt werden, zu vereinbarten Preisen. Dieser Mechanismus verhindert starre Planungen und Verschwendung von wirtschaftlichen Ressourcen. Die KP Chinas hat, zunächst vielleicht nicht bewusst, diesen Mechanismus zur rasanten wirtschaftlichen Entwicklung genutzt und Milliarden Bürger aus ihrer jahrhundertelangen Verarmung befreit. Die Akkumulationsfunktion ist gefährlich, denn ohne strikte gesellschaftliche Kontrolle führt sie zur Herausbildung immer größerer Kapitale und deren Klasse, der neuen Bourgeoisie. Diesem Problem der Kontrolle und Begrenzung muss sich jede kommunistische Partei immer wieder stellen, in der VR China oder Cuba. Also, lieber Kritiker, nicht bloß Phrasen dreschen, sondern darüber nachdenken und Quellen lesen, inwieweit diese politische Kontrolle gelungen ist oder gelingt oder gelingen wird.
  • Gerd-Rolf Rosenberger aus Bremen 16. Juni 2026 um 10:11 Uhr
    Vergleichbar ist es nicht, die Blockaden gegen China und Vietnam mit der heutigen verbrecherischen Energieblockade gegen das sozialistische Kuba. Mit aller Macht will das faschistische System der USA unter Trump, Rubio und Vance den Aufbau des Sozialismus zerstören. Ausgerechnet diese Leute sprechen von einem gescheiterten System, das bis heute im Gegensatz zu den USA mehr Ärzte in viele notleidende Länder der Erde schickt, z.B. Haiti über viele Jahre nach der verheerenden Erdbebenkatastrophe mit 250.000 Toten. Kuba hält immer noch ein Gesundheitssystem aufrecht, das die politische Klasse der USA beschämen muss, mit einer immer noch hohen Säuglingssterblichkeit. Herausragend die Alphabetisierung nicht nur auf Kuba, sondern in Angola, Haiti und Venezuela mit der Unterstützung von zigtausenden kubanischen Pädagoginnen und Pädagogen.
    Ja, die USA wollen keine multipolare Weltordnung, obwohl es letztlich eine Weltordnung des Kapitalismus wäre, trotz China und Vietnam. Es ist nichts anderes. Nicht einmal Russland und China sind in der Lage, ausreichend Energie nach Kuba zu bringen. Man will offensichtlich keinen militärischen Konflikt mit den USA in internationalen Gewässern. Russland und China haben eigene Staatsinteressen. Noch nicht einmal eine gemeinsame Solidaritätserklärung für Kuba gibt es von den BRICS-Staaten und der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit. Wie schmerzlich doch das Fehlen der internationalistischen Solidarität des früheren Realsozialismus!
  • Onlineabonnent*in Peter S. aus B. 16. Juni 2026 um 09:13 Uhr
    Was ist es denn, das in China und Vietnam diese Produktivitätsfortschritte erzeugt hat, seitdem die wirtschaftlichen Reformen in Richtung Marktwirtschaft dort griffen? Doch nichts anderes als die geänderte Motivation der Akteure, sprich: Eigennutz und Gier als Antrieb und Wirtschaftsfaktor. Eine sozialistische Motivationskultur, sprich: Entlohnung proportional zur Arbeitsleistung, also das Leistungsprinzip, konnte offenbar nicht so wirksam werden wie kapitalistische Zwänge aus Not und Drohung. Damit blieb die Arbeitsproduktivität zurück. Ein bürokratischer Apparat, der beansprucht, das gesamte Wirtschaftssystem zentral verwalten zu können, ohne Anwendung modernster Methoden, muss einfach hinter der Flexibilität kleinerer leichter zu lenkender Wirtschaftseinheiten im Nachteil sein. Für mich stellt sich die Frage, ob die Ausbeutung kontrolliert und eingegrenzt werden kann, wie viel vom privaten Profit umgeleitet werden kann in gesellschaftliche Aufgaben. In China funktioniert das offenbar. Ein Geschäfts- und Verteilungsmodell wie bei Huawei, wo der Gründer weniger als 5 Prozent der Firmenanteile hält und die Belegschaft den gesamten Rest, wäre doch bei VW undenkbar, ist aber enorm motivierend auf den einzelnen Mitarbeiter und ein Teil der Erklärung für den wirtschaftlichen Erfolg von Huawei. Sieht so ein kapitalistisches Verteilungsmodell aus oder ein eher sozialistisches? Parasitäre Verteilungsmodelle können so verhindert werden. Das ist natürlich für westliche Entscheidungsträger nicht hinnehmbar, ein wahrer Alptraum, deswegen muss man Huawei mit politischen Mitteln (Sanktionen, Marktausschluss, bis zur Entführung von Führungspersonal als Erpressungsmittel) unbedingt ausbremsen. Kuba trifft es nun noch weit schlimmer als Huawei.
    • Onlineabonnent*in Franz S. aus R. 19. Juni 2026 um 15:26 Uhr
      »Ein Geschäfts- und Verteilungsmodell wie bei Huawei, wo der Gründer weniger als 5 Prozent der Firmenanteile hält und die Belegschaft den gesamten Rest, wäre doch bei VW undenkbar, ist aber enorm motivierend auf den einzelnen Mitarbeiter und ein Teil der Erklärung für den wirtschaftlichen Erfolg von Huawei.« Unabhängig davon, ob diese Erzählung überhaupt zutrifft oder ob die Firmenanteile nur virtuell sind: Wenn der Markt über Erfolg und Misserfolg eines Unternehmens entscheidet, müssten die Mitarbeiter an der eigenen Ausbeutung interessiert sein und im Extremfall der eigenen Entlassung zustimmen. »Enorm motivierend.«
    • Reinhold Schramm aus Berlin 16. Juni 2026 um 13:05 Uhr
      Anmerkungen zur kapitalistischen Wirklichkeit in China. Laut den Quellen aus der VR China gibt es bereits von der Anzahl mehr Milliardäre in China als in den USA. Bei den wirtschaftlichen Beratungen der chinesischen Regierung werden vor allem nationale Multimillionäre und Milliardäre hinzugezogen, die häufig selbst auch Parteimitglieder und zugleich Vermögensmilliardäre sind. Sie sollten sich an der Wirklichkeit der privaten Kapital- und Vermögensverhältnisse in China orientieren und nicht pseudomarxistischem westlichen Geschwurbel von bürgerlichen Antikommunisten ihren Glauben schenken. Die Entwicklung zum Kapitalismus und Bourgeoissozialismus konnte man seit Jahrzehnten aus den Medien der Volksrepublik China entnehmen, hier wurde nichts beschönigt. PS: Etwa 70 Prozent der Wirtschaftsleistung kommen aus privaten kapitalistischen Unternehmen in China, durchaus vergleichbar mit der anteiligen Wirtschaft in der BRD, FR und GB.
  • Reinhold Schramm aus Berlin 14. Juni 2026 um 21:50 Uhr
    Bei China und Vietnam handelte es sich um einen inoffiziellen Wechsel in die kapitalistische Gesellschaftsordnung und analoge Zukunft. Einen »Prozess des sozialistischen Aufbaus« hat es nicht gegeben, auch wenn die jeweilige Staatspartei sich den demagogischen Mantel einer vorgeblichen kommunistischen Partei umhängte. Die modifizierte feudale Gesellschaftsordnung der bürgerlichen Ausbeutung der Werktätigen konnte sich durchsetzen. Im Prozess der feudal-bürgerlichen Umgestaltung konnte sich die Bourgeoisie auf der Grundlage des Privateigentums an Produktionsmitteln in der Wirtschaft und zunehmend in ihrer Staatspartei durchsetzen. Marxistische Positionen wurden in der Ausrichtung der Staatsführung und Gesellschaft beseitigt. Allenfalls ihre westlichen Apologeten und ideologischen Dampfplauderer interpretieren die kapitalistische Wandlung auch weiterhin als eine Ausrichtung auf sozialistischer Grundlage. Fazit: KUBA wurde über Jahrzehnte in seiner Entwicklung massiv behindert und zunehmend wirtschaftlich erdrosselt. Infolgedessen gibt es heute kein nennenswertes Widerstandspotenzial in der Bevölkerung. Wer es auf der Grundlage beruflicher oder sportlicher Qualifikation konnte, der nutzte häufig seinen Aufenthalt im Ausland, um sich von seiner Verantwortung zu befreien und den persönlichen materiellen Vorteil – auch für die zurückgelassene Familie – zu nutzen. PS: Nicht zuletzt vermittelten die westlichen Touristen der kubanischen Jugend die möglichen materiellen Annehmlichkeiten im westlichen Konsumparadies. 14.06.2026, R.S.
  • Mitter Albert aus Gmunden 14. Juni 2026 um 20:22 Uhr
    Ihr scheint es immer noch nicht zu verstehen. Die »Flucht« in den Markt ist nicht einfach auf den brutalen Druck, den der US-Imperialismus auf das sozialistische Kuba ausübt, zurückzuführen, der ist nur der Beschleuniger und zwingt zusätzlich zum Abgehen von dem traditionellen, sowjetischen Modell von Sozialismus, das unbestreitbar überall gescheitert ist. Ja, dieser Sozialismus hat einzelne Errungenschaften aufzuweisen, in Kuba insbesondere im Bildungs- und Gesundheitsbereich, in denen Kuba vor allem gegenüber anderen Staaten Lateinamerikas ein wahrer Leuchtturm ist. Und ja, gerade in Kuba zeigt der klassische »reine« Sozialismus noch mehr als das anderswo der Fall war seine moralische, ethische Überlegenheit, insbesondere sein Internationalismus. Aber die Lebensverhältnisse der Bevölkerung insgesamt, der materielle Lebensstandard der Bevölkerung ist seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion und ihres Blocks (der die gleiche Grundursache hatte wie die jetzige unweigerliche Notwendigkeit, das Sozialismusmodell in Kuba radikal zu ändern), dem Ende der massiven Subventionierung des Landes, also seit es auf die eigenen wirtschaftliche Leistungsfähigkeit angewiesen war permanent in einer Krise, die den Alltag der Menschen sehr belastet. Und mit all den halbherzigen Maßnahmen im Rahmen des bisherigen Modells ist keine Verbesserung der Lage eingetreten. Nun will man wie vorher in der VR China und der SR Vietnam dem eigentlichen Sinn des Sozialismus, der Politik einer Kommunistischen Partei, nämlich das Leben des arbeitenden Volkes zu verbessern, sein Leben schöner, angenehmer zu machen, verwirklichen. Nicht mehr im Sinne einer reinen Lehre der Entwicklung der Produktivkräfte (bei der die kapitalistische Produktionsweise nach wie vor die offensichtlich überlegene ist) selbst im Wege zu stehen. Nicht mehr darauf zu achten welche Farbe die Katze hat die Mäuse fängt, sondern darauf, dass möglichst viele Mäuse gefangen werden. Wie so erfolgreich in China und Vietnam umgesetzt.
    • Reinhold Schramm aus Berlin 17. Juni 2026 um 11:12 Uhr
      Kuba und unsere Zukunft gleichberechtigt gestalten. Der Kapitalismus beruht auf der Ausbeutung der an Produktionsmitteln eigentumslosen Werktätigen und der Arbeiterklasse in der Klassengesellschaft. In der bürgerlichen Klassengesellschaft auf der Ausbeutung der Mehrheit der Erwerbsbevölkerung durch die Bourgeoisie. Insbesondere in den Wirtschaftsmetropolen des Kapitals durch die Finanz- und Monopolbourgeoisie. Analog so auch in der Ausbeutung der Werktätigen und Arbeiterklasse im Bourgeoissozialismus Chinas und Vietnams. Eine eigenständige wirtschaftliche Entwicklung Kubas musste vor allem daran scheitern, dass es der politischen Führung nicht gelungen ist, sich von der fortgesetzten einseitigen Monokultur – eine weitere Folge aus der historischen Zeit der Sklaverei – zu befreien. Zudem setzten die einstigen kubanischen Oligarchen auf deren Fortsetzung bis zu ihrer Vertreibung und Enteignung infolge der eingeleiteten sozialrevolutionären Politik 1959. Zu einem Wechsel der einseitigen wirtschaftlichen Ausrichtung und einer notwendigen Diversifizierung der Produktion ist es auch nicht mithilfe der Sowjetunion, auch nicht mit der DDR gekommen. Daran ist letztlich auch der uns bekannte historische Realsozialismus Osteuropas gescheitert. Zudem blockierten die wirtschaftlichen und politischen Interessen der USA und deren einflussreiche politische Migranten aus Kuba jede stabile ökonomische Entwicklung Kubas mit ihrer Embargopolitik. Fazit: Es braucht vorrangig in den entwickelten Wirtschaftsmetropolen Westeuropas, Nordamerikas und Asiens eine sozialrevolutionäre Umwälzung mit der sozialökonomischen und ökologischen Zielsetzung des Gemeineigentums an gesellschaftlichen Produktions- und Reproduktionsmitteln. Gemeineigentum an Grund und Boden, Luft und Wasser, Rohstoffen und Bodenschätzen, Tier- und Pflanzenwelt. Ebenso die gesellschaftliche Kontrolle über das Finanzwesen.
      • Onlineabonnent*in Franz S. aus R. 17. Juni 2026 um 15:52 Uhr
        Weil Sie alle sozialistischen Staaten – egal ob die aktuellen oder die konterrevolutionär zerstörten – verdammen: Was ist denn hinter der Phrase »sozialrevolutionäre Umwälzung« - was die Welt offensichtlich noch nicht gesehen hat – versteckt? Trotzkismus oder Anarchismus wäre da am naheliegendsten. Egal was es ist, ziemlich klar ist, wer von diesem permanentem Verwirrung stiften profitieren könnte.
        • Reinhold Schramm aus Berlin 17. Juni 2026 um 17:17 Uhr
          Meine Literaturempfehlung für die Überwindung Ihrer permanenten persönlichen Verwirrung: ▪ Marx und Engels über Religion. Dietz Verlag Berlin 1976. ▪ Albert Norden: So werden Kriege gemacht! Dietz Verlag Berlin 1968. ▪ Sebastian Haffner: Der Verrat 1918/1919 – als Deutschland wurde, wie es ist. Verlag 1900 Berlin. ▪ Kurt Pätzold und Manfred Weißbecker: Geschichte der NSDAP 1920 bis 1945. PapyRossa Verlag 2009. ▪ Götz Aly: Wie konnte das geschehen? Deutschland 1933 bis 1945. S. Fischer Verlag 2025. ▪ Sven Beckert: Kapitalismus. Geschichte einer Weltrevolution. Rowohlt Verlag 2025. ▪ Otto Finger: Philosophie der Revolution. Verlag der Wissenschaften 1975. ▪ Karl Marx: Das Kapital. Erster Band, Zweiter Band und Dritter Band. Dietz Verlag Berlin. ▪ Autorenkollektiv: Politisches Grundwissen. Dietz Verlag Berlin 1972. (stets unvollständig)
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