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04.06.2026
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Kolumbianische Söldner in aller Welt
UNO und Human Rights Watch konstatieren Präsenz der Kämpfer etwa im Sudan und der Ukraine
Der Konflikt in Kolumbien produziert nicht nur andauerndes Leid in der Zivilbevölkerung und ein stetiges Anwachsen der bewaffneten Gruppen im Land. Als Nebenprodukt der Auseinandersetzungen entsteht auch eine stattliche Anzahl an Söldnern, die in Konflikten in allen Weltregionen kämpfen. Im März warnte das Büro des Hohen Kommissars für Menschenrechte der Vereinten Nationen, dass mehr als 10.000 Kolumbianer weltweit von privaten Sicherheitsdiensten rekrutiert worden seien – mit steigender Tendenz. Die UN-Arbeitsgruppe zu Söldnern hatte die Schätzung nach einem offiziellen Besuch in Kolumbien veröffentlicht und begrüßte in diesem Zuge die Unterzeichnung eines neuen Gesetzes durch Präsident Gustavo Petro, mit dem die internationale Konvention gegen die Rekrutierung von Söldnern von 1989 ratifiziert wird.
Dennoch steigt die Zahl kolumbianischer Söldner auf den Schlachtfeldern der Welt, was der UN-Bericht auf den jahrzehntelangen bewaffneten Konflikt, hohe finanzielle Anreize, mangelnde Beschäftigungsperspektiven für Veteranen sowie den Anstieg von Onlinerekrutierungen zurückführt. Die meisten Söldner seien ehemalige Militärangehörige mit Kampferfahrung, etwa die Mitglieder der Einheit, die im Juli 2021 den haitianischen Präsidenten Jovenel Moïse auf Anweisung von in Miami ansässigen Oppositionellen ermordeten. Oder die kolumbianischen Kämpfer, die Jagd auf in Venezuela ansässige Guerillaführer machen und dabei Jesús Santrich töteten. Zudem ist eine enorme Präsenz von Kolumbianern in den Schützengräben in der Ukraine dokumentiert, inklusive diverser Videos von Misshandlungen, Beschwerden über falsche Versprechungen und Auseinandersetzungen mit Angehörigen des ukrainischen Militärs.
In der vergangenen Woche erschien zudem ein Bericht von Human Rights Watch (HRW), der dokumentiert, wie die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) über eine privatwirtschaftliche Tarnstruktur Hunderte kolumbianische Söldner für den Krieg im Sudan als Kämpfer der Rapid Support Forces (RSF) rekrutierten, denen Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschheit vorgeworfen werden.
Im Zentrum steht die in Abu Dhabi ansässige Sicherheitsfirma Global Security Services Group, gegründet vom Generalsekretär des emiratischen Präsidialhofs und somit eng vernetzt mit dem Herrscherhaus. Auf kolumbianischer Seite rekrutierte wiederum die Agentur A4SI Exmilitärs und Polizisten – auch mit falschen Versprechungen: »Sie sagten uns, wir würden im Nahen Osten und in Afrika Sicherheitsdienste leisten«, berichtete einer der Söldner gegenüber HRW. Die NGO wisse von mindestens 300 Kolumbianern, die ab August 2024 entsandt wurden. Die Transitroute führte stets durch offizielle Militäranlagen der Emirate, wie ein Söldner HRW schilderte: »Sie haben unsere Pässe nicht gestempelt. Wir kamen rein und gingen raus, wo ein Bus auf uns wartete, um uns zu einer Militärbasis zu bringen.« Dort erhielten die Männer Training von emiratischen Staatsbürgern, bevor sie auf andere Basen in Somalia oder Sudan verbracht wurden.
Beim Fall Al-Faschers, der Hauptstadt der Konfliktregion Darfur, waren die Söldner im Oktober 2025 Zeugenaussagen zufolge bei Massentötungen anwesend. Eine Überlebende schildert im HRW-Bericht, wie RSF-Kämpfer bei Massakern von »Weißen mit Helmen« begleitet wurden: »Sie standen einfach abseits und schauten zu, ohne etwas zu tun.« Ein Söldner berichtete zudem, unter anderem minderjährige Rekruten für die RSF ausgebildet zu haben, die laut seiner Aussage auch an die Front nach Al-Fascher geschickt wurden. Das deckt sich mit Berichten, die das kolumbianische Onlinemedium La Silla Vacía im August 2025 veröffentlicht hatte.
Neben dem Einsatz im Sudan, in Somalia und der Ukraine agieren kolumbianische Söldner in mindestens 16 weiteren Staaten, unter anderem in der Demokratischen Republik Kongo, in Libyen, Mexiko und Brasilien. In Lateinamerika verstärken sie die Reihen des organisierten Verbrechens und können auch in den Organisationen aufsteigen, während sie beispielsweise in der Ukraine bevorzugt für riskante Operationen an der Front eingesetzt werden – als Kanonenfutter.
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