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Rekrutensammelstelle des Tages: Unity Hub Berlin

Foto: Fabian Sommer/dpa
Als Schleuse für Rückkehrwillige ein Flop: Bundesinnenminister Dobrindt und der ukrainische Sozialminister Denis Uljutin bei der Eröffnung des »Unity Hubs« in der Berliner Jägerstraße (14.4.2026)

Die EU-Kommission hat im Juni entschieden, dass der »automatische« Schutzstatus für neu einreisende ukrainische Männer im wehrpflichtigen Alter zwischen 23 und 60 Jahren, die es geschafft haben, auf Schleichwegen aus der Ukraine herauszukommen, passé ist. Die können seit August zwar Asyl beantragen, aber der Marschbefehl des Brüsseler Generalstabs ist eindeutig: Zweimal rechts um, dann Abmarsch! Der deutsche Bundeskanzler forderte den ukrainischen Präsidenten schon 2025 auf, »dafür zu sorgen, dass diese jungen Männer im Land bleiben, weil sie im Land gebraucht werden und nicht in Deutschland«.

Die ukrainische Wehrkraft stärken sollen aber auch die Ukrainer, die längst in Deutschland sind. Darunter sollen etwa 265.000 Männer zwischen 23 und 60 sein. Das reicht für mehrere Armeekorps. Da die Greifkommandos in Kleinbussen, die in der Ukraine dem Soldatennachschub auf die Sprünge helfen, in Deutschland vorerst keine exekutive Befugnis haben, müssen andere Wege gefunden werden, um die Ersatzbataillone in Marsch setzen zu können.

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Ein Hoffnungsschimmer war der im April in Berlin eröffnete »Unity Hub«: Von Deutschland finanziert, sollte die Einrichtung »Unterstützung« für Rückkehrwillige anbieten – bitte hier entlang zur Front! Innenminister Dobrindt strahlte bei der Eröffnung. Das tut er nun nicht mehr: Die Rheinische Post schreibt, dass im »Unity Hub« seit April ganze drei Ukrainer »im wehrfähigen Alter« die Modalitäten einer Rückkehr erfragt haben.

Ein Fiasko bzw. eine gute Nachricht: Die Ukrainer in Deutschland scheinen völlig immun gegen die »Zeitenwende«-Propaganda zu sein. Muss der »Unity Hub« auf Freiwilligenmeldungen aus der Berlin-Mitte-Blase umstellen? Mit Politikern, Journalisten und Thinktank-Generalen dürften sich ein paar Kompanien auf Sollstärke bringen lassen. Aber mit dieser Zielgruppe wären vermutlich sogar drei Mann ein zu ehrgeiziges Rekrutierungsziel.

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Erschienen in der Ausgabe vom 05.11.2026, Seite 3, Ansichten

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