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Marokko wird nervös
Westsaharakonflikt: Gefangene weiter im Hungerstreik
Die marokkanische Besatzungsmacht zeigt Anzeichen von Nervosität. So ist der sahrauische politische Gefangene Naâma Asfari am Dienstag in einer eiligen Aktion aus der Haftanstalt in der Stadt Kenitra verlegt worden. Wie seine Frau Claude Mangin-Asfari auf Instagram bekanntgab, habe er am Telefon mitgeteilt, dass er »gewaltsam ins Gefängnis von Marrakesch überführt wurde«. Allerdings werde er den vergangene Woche begonnenen unbefristeten Hungerstreik gemeinsam mit seinen sahrauischen Mitgefangenen in jedem Fall fortsetzen.
Möglicher Hintergrund der Verlegung ist eine Protestaktion, die Mangin-Asfari für Dienstag angekündigt hatte. Die französische Kämpferin für Menschenrechte wollte nach Marokko fliegen, um den Hungerstreik vor Ort zu unterstützen. Sie ging fest davon aus, wie bei früheren Anlässen gleich wieder abgeschoben zu werden – obwohl ihr auch nach marokkanischem Recht Besuche bei ihrem Mann zustehen. Die Reise kam allerdings vor allem aus gesundheitlichen Gründen nicht zustande, wie Mangin-Asfari jW mitteilte. Auch schrieb sie: »Die Dinge geraten in Bewegung. Die Marokkaner sind genervt, weil wir sie nerven.«
Naâma Asfari war genau am Tag der Parlamentswahlen in Marokko zusammen mit acht Mitgefangenen in den Hungerstreik getreten. Anlass ist, dass die Gefängnisverwaltung ihre Zusagen auf bessere Haftbedingungen nicht eingehalten hatte, die sie Asfari im Juli nach einem vorhergehenden 46tägigen Hungerstreik gegeben hatte. Nach wie vor haben die Gefangenen keinen angemessenen Zugang zu medizinischer Versorgung, Besuche, Telefonate und Schriftverkehr sind erschwert. Auch widerspricht ihre Haft auf marokkanischem Territorium, fern von ihren Familien in der von Marokko besetzten Westsahara, internationalem Recht.
Marokko wirft den Gefangenen vor, die Proteste von Gdeim Izik in der besetzten Westsahara im Jahr 2010 organisiert zu haben und für tödliche Gewalt gegen Einsatzkräfte verantwortlich zu sein. Von Menschenrechtsorganisationen bis zur UNO wurde Marokko jedoch mehrfach aufgefordert, die Gefangenen unverzüglich freizulassen, deren angebliche »Geständnisse« mit Folter erpresst wurden. Eines ist festzuhalten, ob mit Blick auf die Sahrauis oder auch Wahlen: »Marokko lügt und verrät seine Versprechen und Verpflichtungen«, sagte Mangin-Asfari am Montag im Interview mit der algerischen Webseite La Patrie News.
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