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Tuareg verlieren Hochburg
Mali: Armee und »Afrikakorps« besetzen Kidal
Die Tuareg-Separatisten in Mali und ihre Verbündeten vom regionalen Al-Qaida-Ableger JNIM haben eine schwere Niederlage hinnehmen müssen. Am Montag gelang es den Streitkräften des westafrikanischen Landes, zusammen mit Einheiten des russischen »Afrikakorps« die Stadt Kidal zurückzuerobern. Dies sei »im Anschluss an intensive Luft- und Bodenoperationen gegen terroristische Gruppen geschehen«, gab die Armee bekannt. Die von der Bevölkerungsgruppe der Tuareg dominierte »Befreiungsfront von Azawad« (Front de libération de l'Azawad, FLA) versuchte laut dem Sender Al-Dschasira zu beschwichtigen. Sie teilte mit, einen »strategischen Rückzug« vollzogen und die Stadt kampflos verlassen zu haben, nachdem »russische Söldner des ›Afrikakorps‹ auf unverhältnismäßige Weise Drohnen eingesetzt« hätten. Man habe mit dem Abzug, bei dem es sich um eine »vorübergehende Maßnahme« handele, »Menschenleben retten wollen«.
Gleichwohl hat die Einnahme von Kidal hohe Symbolkraft. Schließlich nimmt die Stadt »eine Schlüsselrolle in der malischen Krise ein«, wie die Infoseite Afrik.com hervorhebt: »Strategisch im Norden des Landes gelegen und historisch eine Hochburg der Tuareg-Bewegungen, steht sie seit Jahren im Zentrum des Aufbegehrens gegen die Staatsmacht in Bamako.« Von 2012 bis Ende 2023 befand sich Kidal unter Kontrolle aufständischer Tuareg. Nachdem die Stadt dann 2023 von der Armee und russischen Hilfstruppen eingenommen worden war, war sie erst im April im Rahmen einer koordinierten FLA-JNIM-Offensive erneut in die Hände der Separatisten gefallen.
Die Agentur Reuters zitiert zu den Geschehnissen die Analystin Beverly Ochieng von der Sicherheitsfirma Global Risk. Für sie hat das »Afrikakorps« mit der Rückeroberung Kidals frühere Niederlagen wettgemacht, die Fragen nach seiner Verlässlichkeit aufgeworfen hatten. Auch hält Ochieng es angesichts der unblutigen Besetzung Kidals für möglich, dass hinter den Kulissen eine »Vermittlung« zwischen den Kriegsparteien stattfinde, »wenn man an die neue Rolle Algeriens in dem Konflikt denkt«. Nach einem tiefen Zerwürfnis hatte sich Mali dem großen Nachbarn im Sommer wieder angenähert. 2015 hatte Algier schon einmal zwischen Tuareg und Zentralregierung vermittelt. Das damals geschlossene Friedensabkommen wurde aber nicht zuletzt von Bamako selbst nie vollständig umgesetzt und schließlich 2024 für nichtig erklärt.
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