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UN-Generaldebatte

Paris am Pranger

Niger geißelt Frankreichs Perfidie vor der UNO

Foto: Caitlin Ochs/REUTERS
Der alten Kolonialmacht die Leviten gelesen: Nigers Premier Mahaman vor der UNO (New York, 25.9.2026)

Die Staaten der Sahelallianz (AES) sind entschlossen, ihr Schicksal selbst in die Hand zu nehmen. Entsprechend widersetzen sich die Mitgliedsländer Burkina Faso, Niger und Mali jedem Versuch, ihre Souveränität zu untergraben. Das betonte der nigrische Premierminister Lamine Zeine Ali Mahaman am Freitag in einer vielbeachteten Rede auf der UN-Generalversammlung, in der er schwere Vorwürfe insbesondere an die frühere Kolonialmacht Frankreich richtete – und die Ukraine. »Unsere Sahelregion befindet sich im Krieg«, sagte der Regierungschef. »Es ist ein Befreiungskrieg gegen eine Verschwörung, die auf unsere Rekolonisierung abzielt.« Was im Sahel geschehe, sei »weder ein bewaffneter Aufstand noch ein Religionskrieg, es ist auch nicht die unvermeidliche Folge eigener Schwäche. Das, was manche als Terrorismus bezeichnen, ist vielmehr die zynische Maschinerie der Rekolonisierung, getarnt als Extremismus.«

Als treibende Kraft dahinter sieht Mahaman die »Gier nach unseren bedeutenden Ressourcen: Uran aus Niger, Gold aus Mali und Burkina Faso, Lithium, Gas, Erdöl und so viele andere Reichtümer, bei denen den ehemaligen Kolonialmächten das Wasser im Mund zusammenläuft«. Um sie an sich zu reißen, werde Chaos gesät und der Eindruck erweckt, die Sahelstaaten könnten sich nicht selbst regieren und sollten sich folglich »der Bevormundung durch Frankreich und dessen Verbündete unterwerfen«. Doch der »perfide Versuch Frankreichs, den zentralen Sahel zu destabilisieren – unter aktiver Mitwirkung der Ukraine –, ist inzwischen hinlänglich dokumentiert und entlarvt worden.« Die Nennung der Ukraine mag überraschen. Allerdings prahlt Kiew selbst damit, malische Tuareg-Kämpfer, die sich inzwischen mit Dschihadisten des Al-Qaida-Ablegers JNIM verbündet haben, etwa mit Drohnen gegen die malische Armee und deren russische Verbündete des »Afrikakorps« zu unterstützen. Die Parteinahme Frankreichs für die Tuareg-Separatisten wiederum ist selbst durch Arte-Dokumentationen belegt.

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Es gibt aber auch gegenläufige Entwicklungen. Das Misstrauen gegenüber Algerien, dem insbesondere Mali vorgeworfen hatte, seinerseits mit Tuareg und Dschihadisten zu kooperieren, scheint Vergangenheit. Ausdrücklich dankte Mahaman Algier, das »beschlossen hat, uns durch eine beträchtliche Investition in die Erschließung unserer Bodenschätze sowie durch stetige Unterstützung unseres Verteidigungssystems zu fördern«. Unter anderem hat das nördliche Nachbarland nach einem jüngsten Überfall von Dschihadisten auf Nigers Hauptstadt Niamey Kampfflugzeuge zur Hilfe entsandt. Auch befinden sich gewaltige Infrastrukturprojekte im Bau. Mahaman nannte die Transsaharagaspipeline nach Nigeria und die parallele Straßenverbindung. »Vor drei Jahren sagten manche voraus, Niger würde zusammenbrechen«, schloss der Premierminister. Doch »heute stehen wir aufrecht da«.

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Erschienen in der Ausgabe vom 29.09.2026, Seite 7, Ausland

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  • Onlineabonnent*in Martin M. aus D. 28. Sept. 2026 um 22:30 Uhr
    Nachdem sich Burkina Faso endlich von dem involvierten Mörder Blaise Compaoré an Thomas Sankara mit Unterstützung der franz. »Kolonialherrschaft« entledigt hat, konnte kürzlich erstmalig eine Raffinerie für Goldverarbeitung eröffnet werden. Die Raffinor BF kann z.Z. 400 kg Golderz pro Tag zu hochwertigem Gold verarbeiten. Die Verarbeitung und Schöpfung von Mehrwerten ist, was die Länder des globalen Südens brauchen.
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