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Unblock Cuba!

Kubas Außenminister in Harlem

US-Militär prüft Maßnahmen gegen sozialistische Inselrepublik. Solidaritätsveranstaltung in New York

Foto: United Archives International/IMAGO
Historische Begegnung: Fidel Castro trifft bei seiner ersten Reise zur UN-Generalversammlung Malcolm X in Harlem (New York, 19.9.1960)

Die Lunte brennt. Während US-Medien am Wochenende über neue Planungen des US-Militärs zur Einnahme Kubas spekulierten, betonte Havannas Außenminister Bruno Rodríguez am Sonnabend in der UN-Generalversammlung, dass bereits die von Washington gegen sein Land verhängte totale Energieblockade eine Kriegshandlung sei. Zugleich unterstrichen US-amerikanische Aktivisten auf einer Veranstaltung im New Yorker Stadtbezirk Harlem, dass nicht Kuba, sondern die Trump-Regierung eine Bedrohung für die Region darstelle.

Wie CBS News am Freitag unter Berufung auf eine interne Mitteilung der Armee berichtete, prüft die US-Heeresreserve (U. S. Army Reserve, USAR) derzeit, ob sie dem Südkommando der Streitkräfte in den kommenden vier Monaten Polizeiverstärkung, medizinisches Personal und andere Unterstützungseinheiten für eine mögliche militärische Aktion rund um Kuba zur Verfügung stellen kann. Laut dem Dokument bittet das USAR-Hauptquartier »untergeordnete Kommandos um Einschätzungen zur möglichen Verfügbarkeit von sechs Arten von Verbänden, die dem US-Südkommando unterstehen würden«. Dazu gehörten unter anderem ein auf die Koordination der Logistik – wie Transport, Wartung, Treibstoff und Versorgungsbedarf – spezialisiertes Kampfunterstützungsbataillon sowie ein Pionierbataillon. Die Einheiten »würden möglicherweise in 90 bis 120 Tagen benötigt«, zitierte der Nachrichtensender Telesur aus dem aktuellen CBS-Bericht. Bereits im Juli hatte CBS gemeldet, dass »Militärstrategen eine Reihe von Optionen für mögliche Maßnahmen« gegen Kuba prüfen.

US-Präsident Donald Trump kommentierte die Berichte in der ihm eigenen Zweideutigkeit. »Ich glaube nicht, dass das Militär notwendig sein wird«, antwortete er am Sonnabend auf Nachfragen von Pressevertretern im Weißen Haus. »Ich würde sagen, dass Kuba und wir eine Einigung erzielen werden«, sagte Trump, fügte jedoch hinzu, er wolle das Land »öffnen«, da es »kubanisch-US-amerikanische Bürger gibt, die zurückkehren wollen«. Dailyn Briñas von der exilkubanischen Organisation »Cuban Americans for Cuba« widersprach noch am selben Tag auf einer Veranstaltung in Harlem: »Wir können nicht zulassen, dass eine kleine Gruppe interventionistischer Stimmen im Namen aller Kubanoamerikaner spricht. Marco Rubio spricht nicht für unsere Familien!« Eine »neue Generation von Exilkubanern« wolle nicht länger dazu schweigen, »wie unsere geliebten Menschen unter Stromausfällen und steigenden Sterblichkeitsraten leiden und wie Kinder unter unzureichenden Bedingungen zur Schule gehen«. »Der Wind in der kubanischen Diaspora dreht sich, und ich bin eine von Tausenden Kubanern, die so denken«, sagte die Aktivistin.

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Trumps Zwangsmaßnahmen gegen Kuba seien »eine absolute Grausamkeit«, stimmte Alexa Avilés von der puertoricanischen Exilantenorganisation »Boricua« zu. Das Regime sei nur an Ausbeutung und Plünderung interessiert. »Es ist dieselbe milliardenschwere Klasse, die Puertoricaner (für das neokoloniale Luxusbauprojekt Esencia, jW) aus Cabo Rojo vertreibt und nun versucht, nach Kuba vorzudringen«, erklärte sie. Auch Rachel Domond von den im Dachverband »Act Now to Stop War and End Racism«, kurz: ANSWER, zusammengeschlossenen Antikriegs- und Bürgerrechtsorganisationen warnte vor den US-Plänen und prangerte insbesondere die Desinformationskampagnen an, die die Kriegsvorbereitungen gegen die Insel begleiteten. »Sie haben über den Irak gelogen. Sie haben über Afghanistan gelogen. Sie haben über Libyen gelogen. Sie haben über Palästina gelogen. Und seit mehr als sechs Jahrzehnten lügen sie über Kuba, um einen eskalierenden Krieg zu rechtfertigen.«

»Wir hoffen, dass es niemals dazu kommt«, sagte Kubas Außenminister Bruno Rodríguez, der auf Einladung der Bürgerrechtsaktivisten an der Veranstaltung in Harlem teilnahm. Eine US-Invasion in Kuba »wäre ein Verbrechen von gewaltigem Ausmaß und würde den Tod von unzähligen Kubanern und jungen US-Amerikanern sowie enorme Zerstörungen verursachen. Sein Land würde dann mit aller Entschlossenheit und Energie sein legitimes Recht auf Selbstverteidigung ausüben. Wir Kubaner werden kämpfen, bis wir den Sieg errungen haben«, betonte Rodríguez. Mit seinem Besuch in Harlem setzte der Diplomat eine jahrzehntelange Tradition fort. Bei Fidel Castros erstem Auftritt in der UN-Generalversammlung im September 1960, wo er eine weltweit beachtete vierstündige Rede hielt, war die kubanische Delegation im »Hotel Theresa« in Harlem abgestiegen. Umjubelt von Hunderten Demonstranten, traf Castro dort unter anderem Malcolm X und andere Bürgerrechtler. Auch in den Jahren 1995 und 2000 war der Revolutionsführer bei weiteren Besuchen in Harlem von der dortigen Bevölkerung gefeiert worden.

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Erschienen in der Ausgabe vom 28.09.2026, Seite 7, Ausland

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