Anno … 31. Woche
1861, 30. Juli: König Dosunmu von Lagos tritt nach Drohungen der britischen Armee sein Reich an das Vereinigte Königreich ab. Die nigerianische Insel wird britische Kolonie. Lagos, das zuvor einer der Knotenpunkte des transatlantischen Sklavenhandels war, wird zum Ausgangspunkt der britischen Eroberung des heutigen Nigeria bis 1903. Die Metropole ist inzwischen mit etwa 14,6 Millionen Einwohnern die zweitgrößte Stadt Afrikas nach Kinshasa.
1896, 27. Juli: In London beginnt ein Kongress der II. Internationale. Etwa 730 Delegierte vertreten Arbeiter aus zahlreichen Ländern; auf der Tagesordnung stehen unter anderem die Agrarfrage, Diskussionen über politische Aktionen und über die Kriegsgefahr. Die Anarchisten werden vom Kongress ausgeschlossen und tagen auf einer gesonderten Konferenz.
1936, 1. August: Adolf Hitler eröffnet in Berlin die XI. Olympischen Spiele. Das Naziregime versucht das Ereignis propagandistisch auszuschlachten, erstmals auch mit spektakulären Bewegtbildaufnahmen und Fernsehübertragungen. Mittels enormer Ausgaben in der Sportförderung soll ein möglichst gutes Abschneiden der deutschen Athleten erreicht werden – als Beweis für deren vermeintliche genetische Überlegenheit.
1946, 29. Juli: In Paris findet eine Konferenz zwischen den Alliierten und den Kriegsverlierern Italien, Rumänien, Ungarn, Bulgarien und Finnland statt. Es geht um die Friedensbedingungen, die Rückerlangung der staatlichen Souveränität der unterlegenen Länder und Reparationszahlungen.
1951, 31. Juli: Die mehrheitlich in britischem Besitz befindliche Anglo-Iranian-Oil-Company beendet die Erdölförderung in der iranischen Stadt Abadan. Zuvor hatte das iranische Parlament im März ein Gesetz zur Verstaatlichung der Ölindustrie beschlossen. Im September besetzt iranisches Militär Abadan, ab Oktober werden britische Bürger evakuiert.
1956, 2. August: Der Bundespersonalausschuss in Bonn beschließt, dass ehemalige Angehörige der Waffen-SS bis zum Rang des Obersturmbannführers (entspricht dem des Oberstleutnants) in die westdeutsche Armee aufgenommen werden können, wenn sie »ein innerlich überzeugtes Abrücken von der Vorstellungswelt des Nationalsozialismus« glaubhaft machen können.
2006, 1. August: Raúl Castro, Vizepräsident Kubas, übernimmt von seinem Bruder Fidel Castro vorübergehend die Regierungsgeschäfte. Fidel muss sich einer komplizierten Darmoperation unterziehen. Im April 2011 tritt er das Amt offiziell an seinen Bruder ab, der jedoch bereits seit 2006 de facto die Regierung leitet.
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Das Verwaltungsgericht Berlin hat im Juli 2024 in der ersten Instanz entschieden und die Klage des Verlags 8. Mai abgewiesen. Die Bundesregierung darf die Tageszeitung junge Welt in ihren jährlichen Verfassungsschutzberichten erwähnen und beobachten. Nun muss eine höhere Instanz entscheiden. Seit vielen Monaten warten Verlag und Redaktion inzwischen auf eine Entscheidung des Gerichtes, ob eine Revision möglich oder gleich ein Gang vor das oberste Gericht nötig ist.
In unseren Augen ist das Urteil eine Einschränkung der Meinungs- und Pressefreiheit in der Bundesrepublik. Aber auch umgekehrt wird Bürgerinnen und Bürgern erschwert, sich aus verschiedenen Quellen frei zu informieren.
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