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Betreutes Wählen

Wahlkampagnen für SPD und Grüne

Foto: Nick Jaussi/Campact/dpa

Die Überschrift dieses Kommentars bedarf einer Ergänzung. Es muss heißen: Mit Millionen Euro betreutes Wählen. Die beiden Aktionen des »Netzwerks« Campact (»strategisch wählen«) und der GmbH »The Goodforces« (»taktisch wählen«) zweier Grüner in den Landtagswahlkämpfen von Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern liefern den Anlass. Sie fordern dazu auf, SPD und Bündnis 90/Die Grünen die Zweitstimme zu geben, damit sie über die Fünfprozenthürde kommen und eine absolute Mehrheit der AfD verhindern. Mit einer ähnlichen Kampagne für Die Linke hatte Campact vor zwei Jahren in Sachsen Erfolg, und diese »guten Kräfte« rissen den CDU-Spitzenkandidaten für Baden-Württemberg, Manuel Hagel, mit einem Video, in dem der vor Jahren von »rehbraunen Augen« geschwärmt hatte, im Wahlzirkus vom Trapez.

Die Geschäftsidee beruht auf ausreichendem Kapital und Hochmoral. Bei Campact nennen sie sich »Bewegungsunternehmer« und die PR-Parole heißt: Wir sind die Guten. In einem Land, das in stets moralisch begründeten Kriegen seit 1990 geschätzt Hunderttausende Menschen umbrachte, »metert« das: Die Einnahmen von Campact beliefen sich 2024 laut Eigenbericht auf 24,63 Millionen Euro, die seiner Demokratiestiftung auf weitere 4,32 Millionen Euro. Diese Stiftung hilft unter anderem den armen Correctiv-Recherchehelden mit jährlich einigen hunderttausend Euro. Correctiv wiederum startete 2015 mit drei Millionen Euro aus der Brost-Stiftung. Die wird von Bodo Hombach (SPD) geleitet, einst Kanzleramtschef bei Gerhard Schröder, und verfügt über 373 Millionen Euro aus dem Nachlass einer Zeitungsmilliardärin. Bei Correctiv hat unter anderem Lukas Beckmann von den Grünen was zu sagen.

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Sozialdemokraten und Olivgrüne wissen, wo Kohle zu holen ist. Stimmt die Gesinnung, gibt es keine Bedenken. Der Blick von moralischen Höhen gewährt einen schönen Ausblick auf das politische Elend, das sich für Campact in der AfD zu einem Tsunami an Demokratiegefährdung türmt. Hochrüstung, Kriege ohne Ende, Wahlmanipulation? Mit SPD und Grünen an der Spitze? Nebensache. Das Campact-Führungspersonal hilft in der Parteienkrise, die begann, als Hombach ein »soziales Trampolin« statt »Hängematte« verlangte. Im Juli meldete Campact stolz, sein »No AfD«-Fonds habe durch Spenden die Marke von 2,85 Millionen Euro erreicht und übertreffe damit die Wahlfinanzen der AfD für Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern. Das machen die mit links.

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Erschienen in der Ausgabe vom 18.08.2026, Seite 1, Ansichten

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