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Ineffektiv

Foto: Marcus Brandt/dpa

Die jüngste OECD-PISA-Studie von Anfang September, wonach die 15jährigen Deutschen Lesen, Schreiben und Mathematik noch schlechter als 2001 beherrschen, löste hierzulande nichts aus. Damals war noch von »Schock« die Rede. Am Dienstag veröffentlichte die OECD ihre jährliche Übersicht »Bildung auf einen Blick«. Darin heißt es eingangs: »In den OECD-Ländern wird es zunehmend schwieriger, qualifizierte Lehrkräfte zu gewinnen, weiterzubilden und zu halten.« Im Durchschnitt der 38 Länder sind 9,1 Prozent aller Lehrer an Grund- und weiterführenden Schulen nicht vollständig dafür ausgebildet, Deutschland liegt mit 18,6 Prozent weit vorn.

Die meisten deutschen Medien geben solche Einzelheiten wieder, ohne zu kommentieren. Die FAZ pickt sich ein positives Ergebnis heraus: Deutschland liegt bei inländischen Absolventen von Studiengängen in den sogenannten MINT-Fächern (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik) mit 34 Prozent weit über dem OECD-Durchschnitt von 23 Prozent.

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Das Handelsblatt fasst den Bericht so zusammen: »Deutschland investiert pro Kopf überdurchschnittlich viel in Bildung, aber die Gelder werden nicht sinnvoll verteilt.« Von der Grundschule bis zum Hochschulabschluss oder Meister liegen die deutschen öffentlichen und privaten Ausgaben pro Kopf bei 16.430 US-Dollar, im OECD-Durchschnitt bei 14.861 US‑Dollar. Für Grundschüler aber liegen sie weit unterm Durchschnitt. Die Zeitung zitiert den verantwortlichen OECD-Direktor Andreas Schleicher: Die Beträge seien gut, aber es komme »wirklich auf die Verteilung an«. Laut OECD liegt der Anteil der Bildungsausgaben am Bruttoinlandsprodukt (BIP) in Deutschland »mit 4,4 Prozent unter dem OECD-Durchschnitt von 4,7 Prozent«. Sind fünf Prozent vom BIP für Krieg und Rüstung erreicht, wird Bildung von Kriegstüchtigkeit überholt.

Die Rheinische Post stellt diesen Bezug nicht her, schreibt aber: »Obwohl die Politik seit Jahren über den Lehrkräftemangel klagt, wird ein Teil des Nachwuchses wie Saisonarbeiter behandelt: Befristete Verträge enden mit dem Schuljahr, Lehrer landen in den Sommerferien in der Arbeitslosigkeit. Allein in diesem August waren es mehr als 3.000. Ein absurder Umgang mit Menschen, die dringend gebraucht werden.« Die Zeitungen der Mediengruppe Bayern kritisieren: Es sei tragisch, dass Deutschland »beim Unterrichtsausfall, dem Fehlen von Lehrkräften leider führend ist. 55 Prozent der Schüler besuchen Schulen, an denen im großen Stil Unterricht ausfällt. Der Schnitt aller untersuchten Staaten liegt nur bei 27 Prozent.« Wer Wachstum durch Rüstung will, muss auf die Schulung kluger Köpfe verzichten. (as)

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Erschienen in der Ausgabe vom 01.10.2026, Seite 2, Ansichten

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