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Indien

Neu-Delhi steuert um

Indien: Honeymoon mit USA/Israel vor Ende

Foto: IMAGO/ANI News
Mit seiner Anbiederung an Israel kann Modi weder in Indien noch überhaupt im globalen Süden punkten (Jerusalem, 26.2.2026)

Die westlichen Länder haben sich große Mühe gegeben, Indien auf ihre Seite zu ziehen und als Trojanisches Pferd im alternativen BRICS-Bündnis zu positionieren. Doch insbesondere die Annäherung von Neu-Delhi und den USA scheint fürs erste beendet – so sieht es jedenfalls der frühere indische Diplomat M. K. Bhadrakumar, der in einem Beitrag auf seinem Blog »Indian Punchline« am Wochenende davon schrieb, dass Neu-Delhi offensichtlich seine Haltung zum Konflikt im Nahen Osten überdenke.

Deutliches Zeichen dafür sei der wiederholte Protest Neu-Delhis gegen die Tötung von sieben indischen Seeleuten in der Straße von Hormus in den vergangenen Wochen. Bhadrakumar betont: »Die Regierung Modi macht die USA eindeutig für die Angriffe auf die Schiffe verantwortlich«, werte diese als »Provokation«. Mit der »vermittelnden Haltung« zwischen Washington und Teheran sei es entsprechend vorbei. Statt dessen habe Neu-Delhi eine »Prüfung seiner Hinwendung zur Achse USA–­Israel eingeleitet« und beginne, sich von der »unrealistischen Vorstellung, die ›Abraham-Abkommen‹ würden das Tor zum Frieden in Westasien eröffnen«, zu verabschieden. Gemeint sind die von US-Präsident Donald Trump initiierten Verträge zur Normalisierung der Beziehungen zwischen Israel und diversen arabischen Staaten.

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Hintergrund ist, dass sich Indien zwar bereitwillig gegen China hat in Stellung bringen lassen. Auch Öl- und Gaseinkäufe aus Russland fuhr es nach erheblichem Druck aus den USA zurück. Doch der israelisch-US-amerikanische Angriffskrieg gegen Iran hat Neu-Delhi nicht allein diplomatisch in Verlegenheit gebracht, wie der Fall der im März von der US-Marine versenkten unbewaffneten iranischen Fregatte »Dena« nach Teilnahme an einem Manöver in Indien zeigte. Er hat mehr noch indische Investitionen im Iran gefährdet, wo große Summen in das Hafenprojekt von Chabahar gesteckt wurden – und last but not least die Energieversorgung der aufstrebenden indischen Wirtschaft, die nach der Distanzierung von Moskau um so mehr auf Quellen am Persischen Golf angewiesen ist.

Ein Beleg dafür, dass der rechte indische Premier Narendra Modi eine Kurskorrektur vollzieht, war seine Reiseroute zum Gipfel der G7 im französischen Évian-les-Bains stattfindet. Kurz zuvor hatte er am Montag der Slowakei einen Besuch abgestattet, wo er von seinem Amtskollegen Robert Fico empfangen wurde, der in der EU als Kritiker des Konfrontationskurses insbesondere gegenüber Russland gilt. Mit Frankreich hatte Modi bei einem Treffen mit Staatspräsident Emmanuel Macron in der vergangenen Woche eine umfassende Kooperation vereinbart, die unter anderem die Übernahme von Kapazitäten zur Fertigung von »Rafale«-Flugzeugen enthalten soll. Russland wiederum will Indien zur eigenen Herstellung von »Su-57«-Kampfjets der neuesten Generation befähigen.

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Erschienen in der Ausgabe vom 17.06.2026, Seite 7, Ausland

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