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Unblock Cuba!

Kubas Kinder sterben wieder

US-Blockade sozialistischer Inselrepublik wirft positive Entwicklungen deutlich zurück

Foto: IMAGO/Nexpher Images
Kinder sind die Zukunft der Revolution und besonders betroffen vom US-Vernichtungswahn (Havanna, 16.6.2026)

In Kuba vergeht kein Tag, an dem die Bevölkerung nicht mit neuen Schikanen des Trump-Regimes konfrontiert wird. Erstaunlich ist deshalb nicht, dass sich die wirtschaftliche Situation zusehends verschlechtert, sondern dass die Mehrheit der Bevölkerung dem Druck mit Einfallsreichtum und solidarischem Zusammenhalt trotzig widersteht, während die USA ihren Würgegriff auch in den vergangenen Tagen weiter verstärkt haben. Dabei sind es vor allem die Schwächsten, die unter den Folgen der mörderischen Blockade leiden.

Wie sehr die US-Zwangsmaßnahmen gezielt die Verwundbarsten treffen, belegen jüngste Zahlen, die Kubas Botschafter Ernesto Soberón am Dienstag dem UNICEF-Exekutivrat vorlegte. Die Kindersterblichkeit hat sich demnach seit 2018 von 4,0 auf 9,9 pro 1.000 Lebendgeburten mehr als verdoppelt, die Überlebensrate krebskranker Kinder sank infolge Medikamentenmangels von 85 auf 65 Prozent. Rund 1.800 Kinder starben nach Angaben des Center for Economic and ­Policy Research bereits, weil lebenswichtige medizinische Ressourcen fehlten. Mehr als 12.000 Mädchen und Jungen stehen derzeit auf Wartelisten für chirurgische Eingriffe.

Gleichzeitig verhindert die von Trump im Januar verhängte Energieblockade den Transport von Nahrungsmitteln. Mehr als 100.000 Kinder erhalten ihre staatlich subventionierte tägliche Milchration nicht mehr, das Gewicht des subventionierten Brotes wurde von 80 auf 60 Gramm reduziert. Auch der einst vorbildliche Pharmasektor leidet zunehmend unter den US-Zwangsmaßnahmen. Wie Mayda Mauri, Präsidentin von Bio Cuba Farma, erklärte, fehlen derzeit die Rohstoffe für 300 der 395 Medikamente des Grundversorgungskatalogs. Die Produktion muss sich auf Notfallpräparate konzentrieren, während Generika kaum noch herstellbar sind.

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In zunehmendem Maße zerstört die Blockade auch die privaten Überlebensnetzwerke, mit denen sich viele derzeit noch über Wasser halten können. Die Onlineplattform »Envioscuba«, über die im Ausland lebende Kubaner Geld, Lebensmittel und Kleidung an ihre Familien schicken konnten, hat den Dienst in dieser Woche eingestellt. Hintergrund sind die US-Sanktionen gegen den staatlichen Unternehmenskonzern GAESA, mit dem die Plattform zusammenarbeitete. Emilio Morales von der Havana Consulting Group erwartet, dass wegen der Drohung, Vermögenswerte einzufrieren oder Einreiseverbote zu verhängen, bald auch alle ähnlichen Portale verschwinden. Damit bricht eine weitere Möglichkeit weg, Versorgungslücken zumindest teilweise zu schließen.

Während sich Regierungen westlicher Länder durch Schweigen zu Komplizen der US-Aggression machen, forderte Mexikos Präsidentin Claudia Sheinbaum am Mittwoch erneut deren sofortige Beendigung. »Wir sind gegen Blockaden. Sie schaden den Völkern, nicht den Regierungen«, erklärte sie auf ihrer täglichen Pressekonferenz. Ergänzend dazu haben sieben mexikanische Landesparlamente Resolutionen verabschiedet, in denen sie die Einstellung aller US-Zwangsmaßnahmen fordern. In mehr als 20 weiteren lokalen Parlamenten sind ähnliche Initiativen in Vorbereitung.

Einen symbolträchtigen Erfolg errang Kuba am Dienstag indes vor einem US-Berufungsgericht, das die Klage des Bacardi-Konzerns um die Rummarke »Havana Club« zurückwies und die Rechte des Staatsunternehmens Cubaexport bestätigte. Der Versuch des Konzerns, sich die Marke anzueignen, scheiterte damit endgültig – ein Rückschlag für jene Kräfte in den USA, die Kubas Eigentumsrechte in Frage stellen.

Dass es bei der Auseinandersetzung um mehr als Eigentumsfragen geht, beleuchtete die spanische Onlinezeitung Diario Red am Wochenende in einem Artikel über die geostrategische Dimension der US-Politik gegenüber Kuba. Demnach ist die Eskalation der Maßnahmen nicht nur innenpolitisch motiviert, sondern auch Ausdruck langfristiger Interessen, die Kontrolle über den Golf von Mexiko und die Straße von Florida zu sichern. Die Region habe zentrale Bedeutung für Energieflüsse, Handel und militärische Routen. In dieser Perspektive erscheint Kuba nicht nur als politischer Konfliktherd, sondern als strategischer Knotenpunkt in einem größeren geopolitischen Machtgefüge, in dem wirtschaftlicher Druck und Sanktionen als Instrumente der Einflussnahme eingesetzt werden.

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Erschienen in der Ausgabe vom 19.06.2026, Seite 6, Ausland

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