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Niamey unter Beschuss
Niger: Erneuter Angriff auf Hauptstadtflughafen
Die Reihe von Terrorattacken auf zentrale Einrichtungen in den Staaten der Sahelallianz (AES) scheint nicht abzureißen. Am Donnerstag morgen war erneut der Flughafen »Diori Hamani« in der nigrischen Hauptstadt Niamey Schauplatz heftiger Gefechte. »Ich hörte die ersten Schüsse um sechs Uhr Ortszeit, als ich in der Moschee war. Doch die aktuelle Lage ist unter Kontrolle«, sagte ein Zeuge der britischen BBC. Auch von Explosionen ist die Rede. Die Kämpfe seien im Eingangsbereich des Airports ausgebrochen und hätten zwei Stunden gedauert. Laut Anadolu wurde in der Umgebung ein Sicherheitsring errichtet. Mehrere Rettungswagen der Feuerwehr hätten sich vor Ort begeben. Unklarheit herrschte über die Identität der Attentäter. Eine Stellungnahme der Behörden lag bis Redaktionsschluss nicht vor.
Bereits Ende Januar war der Flughafen von Niamey von Dschihadisten attackiert worden. Nachdem sie die Absperrungen durchbrochen hatten, griffen sie Verteidigungskräfte an und nahmen Ausrüstung der nigrischen Luftwaffe ins Visier. Der Überfall konnte mit Hilfe des russischen »Afrikakorps«, das die drei AES-Länder Burkina Faso, Mali und Niger in ihrem Kampf gegen Aufständische unterstützt, abgewehrt werden. Ende April hatten Dschihadisten und Tuareg-Separatisten einen koordinierten Großangriff in Mali gestartet, bei dem unter anderem Verteidigungsminister Sadio Camara getötet wurde. Wie in der vergangenen Woche France 24 berichtete, soll der malische Staatschef Assimi Goïta von der türkischen Securityfirma Sadat in Sicherheit gebracht worden sein.
Die französische Zeitschrift Jeune Afrique wartete am Mittwoch mit einem erstaunlichen Beitrag auf. Darin heißt es, dass frühere Mitarbeiter des französischen Geheimdiensts »malischen Exilanten bewaffnete Drohnen und eine Ausbildung in der Ukraine angeboten haben, um gegen die Junta von Assimi Goïta zu kämpfen«. Erstaunlich sind solche »Enthüllungen« insofern, als sogar Kiew selbst bestätigt hat, dass es insbesondere den malischen Tuareg im Kampf gegen Bamako hilft. Westliche Unterstützung für die Gegner der AES ist mittlerweile sogar durch einschlägige Dokumentationen auf dem Sender Arte belegt. In Mali wurden übrigens Anfang des Monats größere Motorräder für Zivilisten verboten, weil diese zu den meistgenutzten Fortbewegungsmitteln von Aufständischen geworden sind.
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