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Iran-Krieg

Trump bereitet Boden

Geregelte Eskalation: USA bombardieren iranische Ziele an Straße von Hormus, Iran reagiert mit Angriffen auf US-Basen in der Region. US-Präsident droht erneut Teheran

Foto: REUTERS/Stringer
Das Warten hat kein Ende: Wegen Trumps Kriegskurs müssen Schiffe in der Straße von Hormus ausharren (8.6.2026)

In den frühen Morgenstunden am Mittwoch verwandelte sich die Straße von Hormus erneut in einen Schauplatz direkter militärischer Konfrontation zwischen den USA und Iran. Ein US-amerikanischer »Apache«-Kampfhubschrauber ging am Montag über den Gewässern vor der omanischen Küste nieder – von iranischen Kräften abgeschossen, wie Washington behauptete. Noch bevor die Frage nach Täter und Umstand geklärt war, rollte die Eskalationsmaschinerie an: Die USA schlugen zu, Iran schlug zurück, und drei Golfstaaten gerieten zwischen die Fronten. Später am Tag sprach US-Präsident Donald Trump eine neue Drohung aus: Der Iran habe »zu lange gebraucht, um ein Abkommen auszuhandeln, das für sie großartig gewesen wäre – jetzt müssen sie den Preis dafür zahlen!«, schrieb er auf »Truth Social«.

Was wie eine spontane Kette von Ereignissen wirkt, folgt bei näherer Betrachtung der Logik gezielter Provokation. Seit der Waffenruhe vom April fliegen US-Aufklärungsdrohnen über der Straße von Hormus, iranische Kräfte schießen sie regelmäßig ab. Der Einsatz des »Apache« hatte jedoch ein anderes Gewicht. Der Kampfhubschrauber operierte in einem Gebiet, in dem Einheiten der iranischen Revolutionsgarde (IRGC) präsent sind – eine bewusste Eskalation Washingtons.

Die Darstellungen über den Abschuss reichen von einer gezielten iranischen Drohnenattacke bis hin zu einem Abwehrakt gegen US-Hubschrauber. Dieser Version zufolge hatten »Apache«-Hubschrauber iranische Schnellboote angegriffen und wurden dann von Luftabwehrraketen beschossen. Teheran dementiert hingegen einen vorsätzlichen Abschuss. Außenminister Abbas Araghtschi vermied jede direkte Stellungnahme. Er verwies aber darauf, dass ausländische Streitkräfte in der Region »Unfälle oder Kreuzfeuer« riskierten, wie Reuters meldete. Der Hubschrauber ging im östlichen Einfahrtsbereich der Straße von Hormus nieder – ein Gebiet, in dem regelmäßig IRGC-Schnellboote operieren. Washington beschoss in derselben Nacht außerdem den Marinestützpunkt Jask sowie Radar- und Luftabwehranlagen entlang der Küste an der Straße von Hormus – die Auswahl der Ziele passt ins Bild einer systematischen Gefechtsfeldvorbereitung, wie sie einer möglichen Bodenoperation vorausgeht. Die US-Armee griff nach eigenen Angaben Luftabwehrsysteme, Bodenkontrollstationen und Überwachungsradare an.

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Teheran antwortete mit dem bisher größten Gegenschlag seit der Waffenruhe: Die Revolutionsgarde beschoss 21 Ziele in Bahrain, Kuwait und Jordanien – darunter das Hauptquartier der fünften US-Flotte in Bahrain und F-35-Hangars im jordanischen Al-Asrak, wie iranische Staatsmedien meldeten. Jordanien, Kuwait und Bahrain bestätigten Abfangoperationen, berichteten aber, dass die US-Einrichtungen keine Schäden erlitten hätten. Bemerkenswert bleibt der Umfang der iranischen Gegenschläge – Teheran signalisiert, dass jede weitere Eskalation kostspieliger wird als die vorige.

Die Waffenruhe vom April hat den Krieg nicht beendet – sie hat ihm eine andere Struktur gegeben, und zwar eine, die einem rundenbasierten Strategiespiel gleicht: Eine Seite schlägt zu, die andere antwortet, beide kehren zu einer Gefechtspause zurück – bis zur nächsten Runde. Keine Echtzeitdynamik, kein unkontrolliertes Eskalieren, sondern ein geregelter Austausch von Schlägen mit unbekannten und deshalb gefährlichen Schwellen. Washington nutzt diese Struktur zur Gefechtsfeldvorbereitung, Teheran zur Demonstration militärischer Handlungsfähigkeit.

Iran demonstriert diese Handlungsfähigkeit weit über die unmittelbare Konfliktzone hinaus. Durch die Einbindung der Ansarollah (»Huthi«) im Jemen stehen mittlerweile beide strategischen Meerengen unter dem Druck der Widerstandsachse – die Straße von Hormus im Osten und Bab Al-Mandab im Westen. Am Mittwoch geriet ein Frachtschiff 88 Seemeilen südwestlich der jemenitischen Küste unter Beschuss bewaffneter Angreifer, wie die britische Seefahrtsbehörde UKMTO meldete. Durch beide Meerengen fließt ein Großteil des globalen Energiehandels – sie stehen jetzt gleichzeitig unter Feuer.

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Erschienen in der Ausgabe vom 11.06.2026, Seite 7, Ausland

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