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Bomben auf den Spitzhackenberg
US-Präsident Trump droht mit Angriff auf iranische Fabrik. In dieser werden Zentrifugen für die Urananreicherung montiert
US-Präsident Donald Trump kann Drohgebärden nicht lassen. In den vergangenen Wochen hatte er bereits mehrmals Angriffe auf eine angebliche Atomanlage unterhalb eines Berges in Aussicht gestellt, dessen Name in internationalen, auch deutschen Medien fast ausschließlich als »Pickaxe Mountain« (Spitzhackenberg) wiedergegeben wird. Persisch heißt dies Kuh-e Kolang Gas La. Die unterirdische Anlage, über deren Bauzustand und Funktion nichts sicher bekannt ist, bildet einen Teil des Komplexes um die Anreicherungsfabrik Natanz, die während des Junikriegs 2025 durch einen US-amerikanischen Luftangriff mit superschweren Bomben weitgehend zerstört wurde.
Zuletzt sprach der US-Präsident dieses Thema am Dienstag auf einer Pressekonferenz im Oval Office an: »Wir werden das Gebiet höchstwahrscheinlich ziemlich bald angreifen. Und es gibt nichts, was sie dagegen tun können. Wissen Sie, normalerweise würde ich das nicht sagen. Wenn ich annehmen würde, sie könnten irgend etwas dagegen tun, würde ich so etwas nie sagen. Aber wir werden das Gebiet ziemlich bald und sehr schwer angreifen.«
Zuvor hatten am Montag Medien weltweit berichtet, was israelische Nachrichtendienste angeblich ihren Kollegen in Washington mitgeteilt hatten: Die Iraner hätten Tausende von Zentrifugen, die wichtigsten Geräte zur Anreicherung von Uran, in die etwa 100 Meter tief unter dem 1.600 Meter hohen Berg liegenden Bunker geschafft, um sie vor erneuten Angriffen zu sichern. Das sei, so die als »Einschätzung« – nicht als gesicherte Beobachtung – deklarierte Aussage der zionistischen Aufklärer, bereits im Herbst vorigen Jahres geschehen. Von wo die Zentrifugen weggeschafft wurden, ist anscheinend nicht bekannt.
Israelische und andere Medien zitierten auf Grund dieser Erzählung anonyme »Officials« mit der Spekulation, Iran könne in der Anlage unter dem Berg »ein kleines Anreicherungsprogramm zur Produktion von spaltbarem Material« installieren wollen. Nach allgemeinen Erkenntnissen, die von der Internationalen Atomenergiebehörde in Wien (IAEA) geteilt und von niemandem ernsthaft bestritten werden, hat Iran die Anreicherung von Uran wegen der Zerstörungen im Junikrieg 2025 bisher nicht wiederaufgenommen.
Als auffällig und seltsam ist zu registrieren, dass – allen zugänglichen Darstellungen zufolge – die Anlage unter dem »Pickaxe Mountain« weder im Junikrieg noch in dessen Fortsetzung seit dem 28. Februar dieses Jahres angegriffen wurde. Das unterscheidet sie von praktisch allen anderen Zentren des iranischen Atomprogramms und regt zu Mutmaßungen über die dahinterstehenden Absichten der beiden Aggressorstaaten an.
Im Gegensatz zu Natanz, Fordo und Isfahan gehört der »Pickaxe Mountain« nicht zu den Orten, die seit zehn bis 15 Jahren ständig in den Nachrichten auftauchen. Erstmals trat er im Jahr 2020 in Erscheinung. Damals gab es eine Reihe von Sprengstoffanschlägen gegen Nuklear- und Militäranlagen der Islamischen Republik, hinter denen Agenten israelischer Geheimdienste vermutet wurden. Am 2. Juli 2020 ereignete sich eine Explosion in einer Zentrifugenfabrik, die zum Natanz-Komplex gehörte. Die oberirdisch gelegenen Teile der Produktionsstätte wurden zu drei Vierteln schwerbeschädigt.
Der damalige Leiter der Nationalen Atomenergiebehörde Irans, Ali Akbar Salehi, gab kurz danach bekannt, dass man eine »modernere, geräumigere und umfassendere« Anlage für die Zentrifugenproduktion unterhalb des Bergmassivs schaffen werde. Im selben Herbst begannen die Vorbereitungsarbeiten für den Bau. Iran teilte das Vorhaben der IAEA mit, ließ aber bis heute keine Inspektionen zu. Das Comprehensive Safeguard Agreement als verbindlicher Bestandteil der Zugehörigkeit zum Atomwaffensperrvertrag verpflichtet nicht dazu, sondern gilt nur für den Umgang mit nuklearem Material. Anders verhält es sich mit dem 2015 geschlossenen Wiener Abkommen, dem Joint Comprehensive Plan of Action. Aber an dieses fühlt sich Iran aufgrund des Austritts der USA aus dem Vertrag im Mai 2018 nicht mehr gebunden.
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