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Wirtschaftsklima

Berlin bleibt unten

Industrie- und Handelskammer bescheinigt der Wirtschaft in der Hauptstadt einen »anhaltenden Abwärtstrend«

Foto: Elisa Schu/dpa
Berliner Unternehmen halten sich aktuell mit Investitionen zurück

Die Berliner Wirtschaft kämpft mit einer »Langzeiterkrankung«. So lautet das Fazit der dortigen Industrie- und Handelskammer (IHK), die am Dienstag ihre Konjunkturumfrage zum Frühsommer vorstellte. Die Symptome des maladen Hauptstadtstandorts setzen sich demnach aus schwacher Nachfrage, hohen Kosten und rückläufigen Investitionen zusammen. So habe sich durch die repräsentative Umfrage unter 830 Unternehmen des Verbands das Gesamtbild einer »anhaltenden konjunkturellen und strukturellen Schwäche der Berliner Wirtschaft« gezeigt, teilte die IHK mit.

Zunächst beurteilten die Unternehmen ihre Geschäftslage deutlich schlechter, heißt es im Bericht. Der Bundesebene hatte das Münchener Ifo-Institut kürzlich noch ein besseres Geschäftsklima attestiert. In beinahe allen Branchen entwickelten sich die Aktivitäten in Berlin aber negativ, im Baugewerbe, im Handel und im Gaststättengewerbe zeigten sich die deutlichsten Einbrüche. Das wirkt sich auf die Investitionstätigkeiten aus; kaum die Hälfte der Unternehmen will hier aktuell Kapital einsetzen. Die Zahl an sozialversicherungspflichtig Beschäftigten gehe ebenfalls zurück, seit der Finanzkrise 2009 sei die Nachfrage nach Arbeitskräften nicht mehr so gering gewesen wie zum jetzigen Zeitpunkt, hieß es.

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Ursächlich für den »fortgesetzten Abwärtstrend« sind der IHK-Umfrage zufolge das insgesamt mäßige Geschäftsklima am Standort Bundesrepublik. Mit gestiegenen Energie- und Rohstoffpreisen sowie schwacher Inlandsnachfrage zeigen sich auch in Berlin ähnliche Ursachen. Rund die Hälfte der Berliner Unternehmen gebe erstere als Geschäftsrisiko an, ein Drittel zweitere. In solchen Zeiten treten sogar langgehegte Legenden in den Hintergrund, schließlich bewerteten nur noch knapp 40 Prozent der Unternehmen den Fachkräftemangel als Geschäftsproblem. »Wenn es der Wirtschaft gut geht, geht es auch den Berlinerinnen und Berlinern gut«, so das Nullsummenspiel von IHK-Hauptgeschäftsführerin Manja Schreiner.

Es sieht in Berlin ebenso schlecht aus wie in der Bundesrepublik und auch die Forderungen sind beinahe deckungsgleich. »Jede zusätzliche Belastung in Form von Auflagen oder Abgaben verschärft die aktuelle Lage«, ließ sich Schreiner zitieren, »die Politik« müsse endlich »Ernst machen mit dem Bürokratieabbau«. Überdies brauche die Berliner Wirtschaft »vielmehr Wachstumsimpulse«. Diese sind kurzfristig nicht zu erwarten. »Der Erwartungsindikator fällt auf minus drei Punkte und liegt damit unter der Nulllinie«, bilanzierte die IHK. Weder Unternehmen noch Beschäftigte können also auf eine kurzfristige Heilung hoffen.

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Erschienen in der Ausgabe vom 03.06.2026, Seite 5, Inland

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