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Unblock Cuba!

Was ist auf der Fiesta de Solidaridad geplant?

Kuba braucht materielle Hilfe und politischen Druck auf den Westen für ein Ende der Blockade, fordert Marko Zander

Interview: Annuschka Zak
Foto: Ramon Espinosa/AP/dpa
Trügerische Abendstimmung: Wieder einmal ist in ganz Havanna der Strom ausgefallen (14.7.2026)

An diesem Sonnabend findet die Fiesta de Solidaridad in Berlin-Lichtenberg statt. Warum ist es momentan besonders wichtig, Solidarität mit Kuba zu zeigen?

Kuba befindet sich derzeit in einer ausgesprochen schwierigen Situation. Die Energiekrise, Versorgungsengpässe und vor allem die seit Jahrzehnten bestehende US-Blockade belasten den Alltag der Menschen sehr. Gerade in einer solchen Situation ist internationale Solidarität besonders wichtig. Wir wollen mit der Fiesta zeigen: Kuba ist nicht allein, und wir stehen weiterhin an der Seite der kubanischen Bevölkerung. Für uns bedeutet Solidarität dabei nicht nur schöne Worte, sondern ganz konkrete materielle Hilfe und gleichzeitig politischen Druck für ein Ende der Blockade.

Was ist geplant? Welche Programmpunkte gibt es?

Die Fiesta de Solidaridad ist in diesem Jahr etwas ganz Besonderes, denn wir feiern 35 Jahre Cuba Sí, und gleichzeitig steht der 100. Geburtstag von Fidel Castro im Mittelpunkt. Wir haben ein vielfältiges Programm mit Livemusik, politischen Gesprächsrunden, Informations- und Solidaritätsständen sowie kubanischer und lateinamerikanischer Kultur. Dazu kommen Angebote für Familien und Kinder. Uns ist wichtig, Politik, Solidarität und Lebensfreude miteinander zu verbinden. Die Fiesta soll ein Ort der Begegnung sein, an dem man gemeinsam feiert, diskutiert und selbstverständlich auch Kuba unterstützt.

Am Dienstag ist es wieder zu einem landesweiten Blackout in Kuba gekommen. Das ist schon der dritte Netzwerkkollaps innerhalb von zwei Wochen. Kann die Kampagne »Energie für die Revolution« da helfen?

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Selbstverständlich können wir als Solidaritätsorganisation nicht die Energieversorgung eines ganzen Landes sicherstellen. Aber wir können ganz konkret dort helfen, wo Unterstützung besonders dringend gebraucht wird. Mit unserer Kampagne »Energie für die Revolution« sammeln wir Spenden, um Projekte in den Bereichen Gesundheitswesen, Bildung und Kultur mit Solartechnik und unabhängigen Stromversorgungssystemen auszustatten. Gerade Krankenhäuser, Schulen, aber auch Kulturzentren sind auf eine verlässliche Stromversorgung angewiesen. Mit diesem Projekt können wir die Folgen der Energiekrise zumindest an einzelnen Orten abmildern und dazu beitragen, dass wichtige gesellschaftliche Einrichtungen ihre Arbeit fortsetzen können.

Werden auch Kubanerinnen und Kubaner auf der Fiesta vor Ort sein?

Na klar! Die kubanische Community in Deutschland ist ein wichtiger Bestandteil unserer Fiesta und unserer Solidaritätsarbeit. Wir erwarten zahlreiche Kubanerinnen und Kubaner sowie Vertreterinnen und Vertreter kubanischer Institutionen.

Die US-Blockade besteht seit 65 Jahren. Was fordern Sie von den USA und ihren Verbündeten?

Unsere Forderung ist eindeutig: Die Wirtschafts-, Handels- und Finanzblockade gegen Kuba muss endlich vollständig und bedingungslos aufgehoben werden. Sie trifft vor allem die kubanische Bevölkerung und verschärft die ohnehin schwierige Versorgungslage drastisch. Gleichzeitig fordern wir von der Bundesregierung und der Europäischen Union, dass sie nicht nur bei den Vereinten Nationen gegen die Blockade stimmen, sondern auch bestimmt gegen ihre extraterritorialen Auswirkungen vorgehen. Kuba muss das Recht haben, seinen eigenen gesellschaftlichen Weg ohne wirtschaftliche Erpressung und Einmischung von außen zu gehen.

Rechtsruck in Lateinamerika: Welche Länder unterstützen Kuba noch?

Der aktuelle Rechtsruck hat auch Auswirkungen auf die regionalen Beziehungen. Trotzdem ist Kuba keineswegs isoliert. Es bestehen weiterhin enge Beziehungen und Kooperationen mit verschiedenen Ländern Lateinamerikas und darüber hinaus. Brasilien hat angekündigt, 48 Tonnen Milchpulver zu liefern. Mexikos Präsidentin Claudia Sheinbaum plant, die Öllieferungen an Kuba wieder aufzunehmen, allerdings über private Unternehmen.

Solidarität mit Kuba hängt nicht allein von Regierungen ab. Weltweit gibt es eine starke Solidaritätsbewegung aus Gewerkschaften, Parteien und Initiativen. Und genau deshalb sind Veranstaltungen wie unsere Fiesta so wichtig: Wir zeigen, dass Kuba auch in schwierigen Zeiten Freunde und Verbündete hat.

Marko Zander arbeitet im Koordinierungsbüro von Cuba Sí

→ Fiesta de Solidaridad: Sa., 18.7., 14 bis 22 Uhr, Parkaue Lichtenberg, Berlin

→ Sie können uns auch mit einer Spende unterstützen
Erschienen in der Ausgabe vom 18.07.2026, Seite 3, Inland

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