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13.04.20264 Leserbriefe
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Kein Frieden in Sicht
Verhandlungen zwischen Teheran und Washington für einen Waffenstillstand gescheitert. Israelischer Premier dennoch zufrieden
US-Präsident Donald Trump hat am Sonntag nachmittag eine Seeblockade der Straße von Hormus durch die US-Marine angekündigt. Er begründete das auf der Plattform »Truth Social« mit der angeblichen »Welterpressung« durch Teheran, das angeblich vor Minen in der Wasserstraße gewarnt haben soll. Normalerweise werden rund 20 Prozent des international gehandelten Erdöls durch die Meerenge transportiert, die durch die Territorialgewässer Irans und des Sultanats Oman führt. Doch die iranischen Revolutionsgarden hatten ihrerseits die Passage am dritten Kriegstag für »geschlossen« erklärt. Die US-Streitkräfte sollten zudem alle Schiffe abfangen, die Gebühren für die sichere Passage an den Iran gezahlt hätten, erklärte Trump.
Ob der Krieg zwischen den USA und Iran sofort wiederaufgenommen wird oder die am 8. April verkündete zweiwöchige Waffenruhe noch Bestand hat, ist derweil ungewiss. Das vermutlich bislang längste Treffen zwischen Vertretern beider Staaten war am frühen Sonntag morgen (Ortszeit) nach mehr als 20 Stunden in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad ohne Vereinbarungen, praktische Ergebnisse und Festlegung eines neuen Termins beendet worden. Sprecher der Delegationen gaben sich in öffentlichen Stellungnahmen gegenseitig die Verantwortung für das Scheitern.
Nur einer verbarg seine Freude nicht. Schon am Samstag abend, während die Verhandlungen in Islamabad noch liefen, hatte Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu auf einer Pressekonferenz verkündete: »Die Kampagne ist noch nicht vorbei. Iran wollte uns eliminieren. Jetzt kämpft er um sein Überleben. Wir haben noch mehr zu tun.« Israel habe mit dem am 28. Februar begonnenen Krieg sein Ziel erreicht, »das iranische Regime auf das niedrigste Niveau seit 1979 zu schwächen«. Israel, »klein an Territorium, aber gewaltig an Geist und Entschlossenheit«, sei »zur stärksten Regionalmacht und sogar zu einer Weltmacht geworden«.
Die Nachrichten über den Verlauf des Treffens, zu dem die pakistanische Regierung mit einem Friedensvorschlag eingeladen hatte, waren von Undurchschaubarkeit und Widersprüchen geprägt. Die iranische Seite verbreitete – von vornherein unglaubwürdig –, die US-Regierung habe ihren Zehnpunktevorschlag als Ausgangspunkt akzeptiert. Teheran fordert darin die Anerkennung seines Rechts auf Anreicherung von Uran, Aufhebung aller Sanktionen, Freigabe seiner beschlagnahmten Auslandsguthaben und materielle Entschädigung für Kriegszerstörungen. Auf der anderen Seite gab sich Donald Trump sicher, dass die Islamische Republik zur Demontage ihres Atomprogramms und Abgabe ihrer gesamten Lagermenge an angereichertem Uran bereit sei.
Meldungen, wonach zwei Zerstörer der US-Marine am Wochenende die Straße von Hormus befahren hätten, bestritten die iranischen Revolutionsgarden »kategorisch«: Ein US-Zerstörer habe sich zwar in Richtung der Meerenge bewegt, sei aber verwarnt worden und habe seinen Kurs geändert.
Die jüdische Bevölkerung Israels steht mit überwältigender Mehrheit hinter dem zeitlich unbegrenzten Krieg gegen Iran. Das gilt auch für die zionistischen Oppositionsparteien, die sich teilweise noch wilder gebärden als Netanjahu. Eine Friedensbewegung ist nur in kleinen Anfängen zu erkennen. Am Sonnabend gab es auf dem Habima-Platz in Tel Aviv die bisher größte Demonstration gegen den »ewigen Krieg«, wie er auf Plakaten genannt wurde. Die Polizei hatte die Teilnehmerzahl auf 1.000 beschränkt. Medien schätzten die Menge auf 2.000 Menschen, die Veranstalter sprachen von 10.000 Teilnehmern.
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Onlineabonnent*in Ulf G. aus H. 14. Apr. 2026 um 10:51 UhrNoch vor seiner Bekanntgabe des Waffenstillstands hatte Trump ein US-iranisches »joint venture« zur Sicherung der Straße von Hormus vorgeschlagen (https://abcnews.com/International/live-updates/iran-live-updates-casualties-reported-missile-strikes-israel?id=131757074&entryId=131831552&ref=drishtikone.com). Trump meinte: »Big money will be made«. Sodann wertete Trump den iranischen 10-Punkte-Vorschlag als »workable basis on which to negotiate«, fast alle Differenzen seien beigelegt (wörtlich: »Almost all of the various points of past contention have been agreed to between the United States and Iran«). Dieser von Trump (zunächst) als weitgehend akzeptiert dargestellte 10-Punkte-Plan dürfte neben einer einträglichen iranischen Kontrolle über die Straße von Hormus übrigens durchaus auch den Libanon in den Waffenstillstand einschließen (https://english.news.cn/20260408/dd8df6148df94252aaa1d3fbb599e2c6/c.html). Während Trump flugs den Libanon israelischen Interessen geopfert hat, könnte ihm die Idee gefallen, die Straße von Hormus als Geldmaschine zu benutzen, zumindest solange das Geld auch in US-Taschen fließt. Seine Gegenblockade der Meerenge soll von daher vielleicht auch darauf hinarbeiten, für die USA etwas von der angedachten Maut abzugreifen. Irgendwer muss die US-Kriege schließlich bezahlen.
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Reinhold Schramm aus Berlin 13. Apr. 2026 um 16:53 UhrKommt es zum weltweiten Nuklearkrieg? Hat der Weltkrieg um Energierohstoffe begonnen? Der Auslandskorrespondent der Berliner Zeitung, Harald Neuber, stellt in seiner Analyse über »Blockade und Gegenblockade in Hormus« die offene Frage: »Hat der Weltkrieg um das Öl begonnen?« In seinem analytischen Beitrag schlussfolgert Neuber: »Ein Krieg ohne Plan, aber mit der Sprengkraft, die Welt in Brand zu setzen. Das ist die Lage an der Straße von Hormus im Frühjahr 2026.« In: Berliner Zeitung: Blockade und Gegenblockade in Hormus: Hat der Weltkrieg um das Öl begonnen? Im Herbst 1950 zitiert Albert Norden im Vorwort zu seinem Buch über die »Hintergründe und Technik der Aggression« die Mahnung Lenins, die er der sowjetischen Delegation mit auf den Weg gab, zur internationalen Friedenskonferenz, die im Dezember 1922 in Den Haag stattfand: »Wir geben den Massen keinerlei wirklich lebendige Vorstellung davon, wie der Krieg hereinbrechen kann und hereinbrechen wird … Man muss den Leuten die reale Situation erläutern: wie groß das Geheimnis ist, in dem der Krieg geboren wird.« (Lenin) Albert Norden schreibt im Vorwort: »Sie ist von brennender Aktualität in unseren Tagen, da der amerikanische Imperialismus sich anschickt, die Welt von Neuem in Brand zu setzen. Die Wand der Lügenpropaganda durchstoßen, hinter der die Kriegsabenteuer dieses Jahrhunderts vorbereitet wurden und werden, die wirklichen Triebkräfte, die Methoden der Aggression und das Geheimnis der Kriegsentstehung aufzudecken, um den Menschen rechtzeitig die Augen zu öffnen – das gehört heute zu den dringendsten Aufgaben aller Streiter für den Frieden. {...}« Vgl. Albert Norden: »So werden Kriege gemacht! Über Hintergründe und Technik der Aggression.« 4., überarbeitete und stark erweiterte Auflage. Dietz Verlag Berlin 1968. 13.04.2026, R.S.
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Istvan Hidy aus Stuttgart 13. Apr. 2026 um 11:37 UhrTrumps Waffenruhe ist eine typische Mischung aus Inszenierung, Kehrtwende und Chaos: Die von ihm verkündete Waffenruhe mit Iran, basierend auf einem iranischen 10-Punkte-Plan, war kaum ausgesprochen, da faktisch schon wieder gescheitert. Erst als Erfolg gefeiert, dann unter Druck aus Israel und Washington relativiert – plötzlich will Trump einem ganz anderen, »geheimen« Plan zugestimmt haben. Dabei bestätigen Vermittler wie Pakistan sowie Analysen etwa von Larry C. Johnson, dass genau der iranische Plan die Grundlage war. Während Washington von Erfolgen spricht, zeigt sich laut Kritikern ein anderes Bild: Iran behält die Kontrolle über die Straße von Hormus und damit einen entscheidenden Hebel. Der iranische Forderungskatalog ist klar: Ende der Angriffe, Aufhebung aller Sanktionen, Anerkennung des Atomprogramms, Freigabe von Vermögen und Rückzug der US-Truppen aus der Region. Parallel treibt Benjamin Netanyahu die Eskalation voran und setzt Washington unter Druck. Selbst Berichte der The New York Times deuten darauf hin, dass Israel maßgeblich auf einen Krieg hingearbeitet hat. Am Ende bleibt das Bild einer US-Politik zwischen Realitätsverweigerung, äußerem Druck und strategischem Kontrollverlust – mit absehbar schweren politischen und wirtschaftlichen Folgen.
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Onlineabonnent*in Torsten Andreas S. aus B. 12. Apr. 2026 um 23:22 UhrSehr viel dreht sich weiterhin um den 7.10.2023. Warum wird nicht bei denen nachgefragt, die Licht in die Zusammenhänge des überraschenden Überfalls bringen werden, der der nationalen Verteidigungsstrategie Israels nach vollkommen unmöglich war? Fiel die Luftüberwachung aus, war die Spionage auf dem Level Null? Gab es keine Grenzschutzanlagen und Grenztruppen? – Dann ergeben sich aus dieser terroristischen Vollinvasion die Kosequenzen, Gaza zu pulverisieren. Vor allem ist damit aber für die Mehrheit der Jüdischen und ihrer Unterstützenden weltweit geklärt: Es wird keine Zweistaatenlösung geben, sondern wie 1967 liegt alle Hoffnung im Ziel Groß-Israel. – Als Empfehlung: Lesen Sie Tom Segev »1967«! Spannende Parallelen tun sich auf!
Das Verwaltungsgericht Berlin hat entschieden und die Klage des Verlags 8. Mai abgewiesen. Die Bundesregierung darf die Tageszeitung junge Welt in ihren jahrlichen Verfassungsschutzberichten erwahnen und beobachten. Nun muss eine höhere Instanz entscheiden.
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