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23.03.20263 Leserbriefe
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Rechte Kampagne
Vorwurf Judenhass gegen Linkspartei
Einmal mehr lässt sich die Führung der Linkspartei von einer rechten Journaille am Nasenring durch die Manege ziehen. Anstatt die angesichts der eigenen antifaschistischen Traditionslinie unverschämte Unterstellung, »Judenhass ein Zuhause« zu bieten, energisch zurückzuweisen, ruft die Parteispitze lieber die eigenen Genossen vom linken Flügel zur Ordnung.
Hintergrund ist der Beschluss des niedersächsischen Landesparteitags gegen »den heute real existierenden Zionismus«, der als Ursache für Apartheid in den besetzten palästinensischen Gebieten sowie den Genozid in Gaza benannt wird. Also Positionen, wie sie von anderen linken Parteien in Europa oder dem sonst als Vorbild in der Linkspartei gefeierten New Yorker Bürgermeister Zohran Mamdani ganz selbstverständlich vertreten werden.
Demgegenüber betonen die Linke-Vorsitzenden Jan van Aken und Ines Schwerdtner, die Partei müsse für das Selbstbestimmungsrecht der jüdischen Israelis wie der Palästinenser eintreten. Sie attestieren dem niedersächsischen Beschluss hier eine »große Schlagseite«. Diese ist allerdings nachvollziehbar: Schließlich ist die Existenz Israels seit 1948 Realität, während den Palästinensern durch den mit deutscher Hilfe hochgerüsteten zionistischen Staat bis heute das Selbstbestimmungsrecht verweigert wird. Jeder Formelkompromiss geht hier angesichts des realen Kräfteverhältnisses zu Lasten der unterdrückten palästinensischen Nation.
Als Blaupause für die aktuelle Kampagne gegen die Linkspartei können die Antisemitismusvorwürfe gegen den früheren Vorsitzenden der britischen Labour-Partei Jeremy Corbyn gelten. Das zu zögerliche Agieren des Sozialisten angesichts der für ihn unfassbaren Anschuldigungen ermöglichte es schließlich dem rechten Labour-Flügel, wieder ans Ruder zu kommen. Als Gefahr erschien Corbyn dem britischen Establishment weniger aufgrund seiner antizionistischen Positionierung als wegen seiner Ablehnung von Atomwaffen.
So zielt auch die von Springer und Co. nun gegen Die Linke gefahrene Kampagne darauf, angesichts der angestrebten Kriegstüchtigwerdung auf Kosten der Werktätigen die antiimperialistischen Restbestände zu schleifen. Und der rechte Parteiflügel sekundiert auch noch dabei. Es ist zum Fremdschämen.
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B.S: aus Ammerland 23. März 2026 um 19:29 UhrVan Aken, Reichinnek und wie die Salon-Linken auch alle heißen … die allgemeine Angst, nicht geliebt zu werden (von wem eigentlich, der Springer-Lügenpresse etwa?) lässt die Karriere-Linken vor dem rechten Meinungsterror der Medien, vor allem der erwähnten Springer-Presse, einknicken. Schöne Linke Demokraten … zu feige, der Wahrheit ins Auge zu schauen. Aber mutig genug, Rechte Propagandalügen zu kolportieren. Mit dabei die alten Kämpen, Ramelow, Gysi und Bartsch. Vom einst Linken-Elan sind nur noch die Talkshow-Einsätze übriggeblieben! Und das reicht schon lange nicht mehr aus, um als wirklich Linke wahrgenommen zu werden.
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Rayan aus Unterschleißheim 23. März 2026 um 17:38 UhrTja, so ist das halt mit dem Sein und dem Bewusstsein … die Funktion des demokratistischen Parlamentarismus als Stütze der Diktatur des Kapitals wird mal wieder perfekt vorgeführt. Für jede:n offen sichtbar, zumindest für die, die sehen wollen. Umso beeindruckender der niedersächsische Beschluss, der sich – anscheinend, denn gewisse Zweifel sind auch hier angebracht – gegen die systematisch intendierte Tendenz stellt. Auch die Formulierung »den heute real existierenden Zionismus« finde ich sehr gelungen, da es DEN Zionismus nicht gibt, sondern verschiedenste Ausformungen, von linkem bis zu imperialistisch/rechtsextremem/faschistischem Zionismus. Wenn Leute den Begriff ohne detaillierte Einordnung pauschal verwenden, schrillt doch immer ein Zonk-Ton mit dem roten Fragezeichen auf vor: Depp oder Propaganda-Arschloch?
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Leo Pixa 22. März 2026 um 23:45 UhrDas alte Dilemma der Sozialdemokraten. Wenn’s konkreter, heißt ernster, wird im Klassenkampf, erhält das Herumscharwenzeln der Opportunisten um die Futtertröge der Bourgeoisie einen qualitativen Umschlag. Zum bedingungslosen Kotau. Dann gibt es nur noch eine zukunftsträchtige Alternative, um die sozialistische Agenda glaubwürdig zu vertreten: Die Karten neu mischen und die alte Führung zum Teufel jagen. Alles andere ist Quark (Rosa)! Leo Pixa
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