-
05.05.2026
- → Ansichten
Kapitulanten des Tages: Grüne, SPD, Linke
»X ist in den letzten Jahren im Chaos versunken. Politische Debatten leben vom Austausch, der Menschen erreicht und informiert. X hingegen fördert zunehmend Desinformation. Deswegen bespielen wir diesen Account nicht mehr.« Mit textidentischen Posts wie aus dem Wahrheitsministerium verabschiedeten sich Vorstände, Bundestagsfraktionen und Spitzenpersonal von Grünen, SPD und Linkspartei zu Wochenbeginn vom Onlinedienst X. Ihren Mitgliedern legten die Parteien diesen Schritt ebenfalls nahe. Sie sollen sich in den Wohlfühlraum Bluesky zurückziehen, wo sie unter ihresgleichen ungestört sind.
Die Plattform X sei »zu einem Einfallstor für Desinformation« und einer »aggressiven Debattenkultur« geworden, beklagt Grünen-Geschäftsführerin Pegah Edalatian als Initiatorin der Kapitulation vor dem Digitalmob. Wahr ist, dass X unter dem faschistoiden US-Techmilliardär Elon Musk unappetitlicher geworden ist – ein Zerrspiegel der realen Welt. Zur Wahrheit gehört aber auch, dass gerade im deutschsprachigen Raum nicht nur blaue X-Accounts mit Deutschlandfähnchen im Profil das Debattenklima vergiftet haben. Es sind auch Accounts, die sich mit der Sonnenblume als Grünen-Parteigänger outen, die jeden Friedensmahner als »Putinknecht« oder gleich als »Nazi« niedermachen. Bei der Entmenschlichung von Palästinensern sind solche grünen übrigens nicht von den blauen Accounts zu unterscheiden.
Gerüchteweise plant die grünrosarote Einheitspartei jetzt weitere Schritte zur Selbstbeschneidung ihrer Reichweite. So sollen ihre Mitglieder Kneipen meiden, in denen sie auf Andersdenkende treffen könnten. Sie sollen sich nicht mehr an Talkshows beteiligen, bei denen mit Widerworten zu rechnen ist. Und in Regionen, in denen ihr nicht mindestens 98,8 Prozent der Stimmen sicher sind, sollen keine Wahlplakate mehr aufgehängt werden. Zur Eindämmung von Chaos und Desinformation.
Unabhängiger Journalismus braucht deine Unterstützung.
Wie hat Ihnen dieser Artikel gefallen?
Durchschnittliche Bewertung: 3,0
Das Verwaltungsgericht Berlin hat entschieden und die Klage des Verlags 8. Mai abgewiesen. Die Bundesregierung darf die Tageszeitung junge Welt in ihren jahrlichen Verfassungsschutzberichten erwahnen und beobachten. Nun muss eine höhere Instanz entscheiden.
In unseren Augen ist das Urteil eine Einschränkung der Meinungs- und Pressefreiheit in der Bundesrepublik. Aber auch umgekehrt wird Bürgerinnen und Bürgern erschwert, sich aus verschiedenen Quellen frei zu informieren.
Genau das aber ist unser Ziel: Aufklärung mit gut gemachtem Journalismus. Sie können das unterstützen. Darum: junge Welt abonnieren für die Pressefreiheit!