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Drohnen am Flughafen Leipzig/Halle

Dunkle Drohung des Kanzlers

Ermittler sollen am Flughafen Leipzig weitere Drohnenteile gefunden haben. Merz kündigt Enthüllungen über die vermeintlichen Drahtzieher an

Foto: Hendrik Schmidt/dpa
Wie viele Drohnen werden sie noch finden? Polizisten auf einem Feld am Flughafen Leipzig/Halle (12.8.2026)

Das Schauspiel um die »Drohnenbombe« am Flughafen Halle/Leipzig wird fortgesetzt. Inzwischen ist die Rede von drei, bisweilen sogar vier Drohnen, die dort am Abend des 4. August ihr Unwesen getrieben haben sollen. NDR, WDR und Süddeutsche Zeitung verbreiteten am Dienstag die Nachricht, die Ermittler würden davon ausgehen, dass die Täter mehrere mit Sprengstoff bestückte Drohnen eingesetzt hatten.

Die erste war am 4. August – laut Berichten durch einen Busfahrer – kurz vor Mitternacht auf dem Rollfeld gefunden worden, den Angaben zufolge in der Nähe von ukrainischen Antonow-Frachtmaschinen, die regelmäßig von Leipzig aus Waffen und Nachschub an die ukrainisch-polnische Grenze bringen. Nach dieser Entdeckung wurde der Flugbetrieb eingestellt, weshalb ein DHL-Flugzeug durchstarten musste und dabei in der Luft mit einer zweiten Drohne kollidiert sein soll. Von diesem Fluggerät fehlt aber bis heute jede Spur.

Eine dritte sei dann am 14. August auf einem Feld gefunden worden, das unmittelbar an den westlichen Teil des Flughafens grenzt. Dort seien auch 50 Gramm einer Substanz sichergestellt worden, bei der es sich um den Sprengstoff RDX handeln könnte. Zudem sollen Ermittler in der auf dem Flughafengelände gelegenen verlassenen Ortschaft Kursdorf Teile einer vierten Drohne, einen Motor und einen Rotor gefunden haben – nebst einer laut SZ »verdächtigten Konstruktion« aus einer mit Klebeband an einem Baum befestigten Antenne und einigen elektronischen Bauteilen. Zeugen sollen dort außerdem am Tag des »Anschlagversuches« gegen 19.20 Uhr – also mehr als vier Stunden, bevor der Busfahrer die erste Drohne fand – einen lauten Knall gehört haben.

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Die Aufzählung hat allerdings bei näherer Betrachtung einen Haken. Von der vermeintlichen zweiten Drohne, die mit der DHL-Maschine zusammengestoßen sein soll, wurden nicht einmal Reste gefunden. Möglicherweise sei sie in ein Triebwerk geraten und in kleinste Teile zerhäckselt worden, lautet die wenig überzeugende Erklärung der Ermittler. Hieß es kurz nach dem 4. August noch, Untersuchungen an dem Flugzeug würden einen Vogelschlag ausschließen, wusste der Spiegel am Dienstag zu berichten, dass unter den Ermittlern mittlerweile »große Skepsis« herrsche, dass die DHL-Maschine wirklich mit einer Drohne kollidierte. An der beschädigten Stelle des Flugzeugs sollen sich nun doch organische Spuren befunden haben, was für die Vogelschlagtheorie spricht.

Aber auch die Tatsache, dass von ein, zwei, drei oder vielleicht auch vier eingesetzten Sprengstoffdrohnen keine einzige irgendwelchen Schaden angerichtet hat, wirft Fragen auf, hatte Innenminister Alexander Dobrindt (CSU) doch noch kurz nach dem angeblichen Anschlagsversuch gegenüber der ARD von »professioneller Arbeit« gesprochen.

In zahlreichen Kommentaren und Artikeln wird bereits Russland verantwortlich gemacht, das einen »hybriden Krieg« gegen die NATO führe. Auch zweit- und drittrangige Politiker bemühen sich um Schuldzuweisungen in Richtung Moskau. Die Bundesregierung hat sich bisher eher zurückhaltend geäußert. Schließlich hatte man auch nach den Bombenanschlägen auf die Nord-Stream-Gasleitungen 2022 russische Dienste beschuldigt, nur um dann zurückrudern zu müssen, weil es selbst dem schlimmsten antirussischen Fanatiker nicht einleuchten wollte, weshalb Moskau das eigene Milliardenprojekt zerstören sollte, nur damit die BRD auf teureres US-amerikanisches Frackinggas umsteigen muss. Inzwischen ermittelt die Generalstaatsanwaltschaft wegen des Nord-Stream-Anschlags gegen mehrere Ukrainer.

Eine Ankündigung von Friedrich Merz (CDU) sorgte deshalb am Dienstag für Aufmerksamkeit. Der Bundeskanzler sagte vor Beginn der Kabinettsklausur im brandenburgischen Neuhardenberg, seine Regierung werde »in Kürze« bekannt geben, wen sie als Verantwortlichen hinter den »Drohnenangriffen« ausgemacht hat. »Sie werden dafür bezahlen«, drohte Merz dabei. Sollten sich die Verdächtigen wieder als ukrainische Agenten erweisen, dürfte die Drohung hinfällig sein. Diese Leute bezahlt nämlich der deutsche Steuerzahler.

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Erschienen in der Ausgabe vom 26.08.2026, Seite 4, Inland

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→ Leserbriefe
  • Meikel 26. Aug. 2026 um 13:17 Uhr
    Die Wahlen in Sachsen-Anhalt und MeckPomm rücken immer näher und damit das Heulen und Zähneknirschen, die AfD mit allen Mitteln verhindern zu wollen. Einen »Spanungsfall« ausrufen zu wollen, traut man sich scheinbar noch nicht. Also muss unter allen Umständen »der pöhse Russe« her. Ich bin ja mal gespannt, was diese Regierung in den kommenden Tagen mit Hilfe des Verfassungsschutzes oder irgendwelcher Kriegstreiber – vielleicht eine nette False-Flag-Aktion gefällig? – noch alles an weißen Karnickeln aus dem Zylinder zaubern wird angesichts der nächsten Tage. Wie heißt es leider doch so schön? »Ick wundere mir über gar nischt mehr …«
  • Onlineabonnent*in André M. aus B. 26. Aug. 2026 um 08:49 Uhr
    Die selbsternannten »Führer des freien Westens« unterbieten sich gegenseitig in Selbstentblödung und intellektueller Selbstaufgabe. Die Distanz zwischen ihrer Selbstwahrnehmung, ihrer eingebildeten Bedeutung und den Interessen der Bürger ihrer Länder könnte größer nicht sein. Sie sind komplett unfähig zu rationaler Analyse der Wirklichkeit und daher natürlich nicht in der Lage, auf Herausforderungen entsprechend zu reagieren. Der »Westen« ist dabei, sich auf allen Ebenen selbst zu zerlegen und damit ad absurdum zu führen. Leider sind die Bürger dazu verurteilt, das mit zu erleiden. Es ist an der Zeit, diesem Tiefflug ein Ende zu machen, bevor etwas Unwiderrufliches geschieht.
    • Roland Weinert aus 65366 Geisenheim 26. Aug. 2026 um 12:48 Uhr
      Bravo! Sehr gut auf den Punkt gebracht. Ich ergänze: Deutschland, besser »Idiokratie Deutschland« (RW), ist aus sich selbst heraus weder reformfähig noch reformwillig. 15 Flaschen Wein im Keller sind wenig, 15 Flaschen Wein im Kabinett zu viel! Offenkundig ist das Kriegskabinett in Bullshit-Berlin nicht am uneingeschränkten Wohle des Staatswesens und des Souveräns interessiert.
  • B.S. aus Ammerland 26. Aug. 2026 um 00:13 Uhr
    Dobrindt und Merz: beide nicht mit einer Intelligenz ausgestattet, die Diplomatie dem Krieg vorzieht. Merz, das ist der Nochkanzler, der dem Deutschen Volk nimmt und dem Korrupten in Kiew und Larry Fink gerne mal gibt! Beide Verbindungen zeigen auf, welches Geistes Kind dieser Herr Merz ist. Und Merz und sein Dobrindt sollten sich mal das Kapitel »Der Angriff auf den Reichssender Gleiwitz« anschauen. Dann wissen sie auch, was es mit den »Drohnen« in Leipzig so auf sich hat. Aber beide Protagonisten wissen natürlich längst, wer »Nord Stream 2« gesprengt hat und des Rätsels Lösung: »Mögen täten wir schon wollen, nur dürfen haben wir uns nicht getraut!«
    • Rudi Eifert aus Langenhagen 26. Aug. 2026 um 19:23 Uhr
      Lieber B.S.: Sie sprechen mir aus der Seele. Fast wäre man geneigt zu sagen: Die Spatzen pfeifen es von den Dächern – ein Pfeifen, das man nur ungern zur Kenntnis nimmt, würde ein derartiges Eingeständnis doch das gegenüber der Öffentlichkeit mühsam aufgebaute Lügengebäude zum kläglichen Einsturz bringen. Wohl nur die politisch interessierten Bürger unseres Landes haben den Braten gerochen und die Schweine am Gang erkannt. Der Dieb, der gehalten werden soll, ist vermutlich der Falsche. Der Fingerzeig auf den Feind ist so löchrig wie der Schweizer Käse. Schön, dass es Leute gibt, die ihren Grips einsetzen.
    • Onlineabonnent*in Klaus W. aus L. 26. Aug. 2026 um 16:49 Uhr
      Die Krise des Kapitalismus muss kriegerisch gelöst werden, um den Kapitalismus zu retten, und darauf bereiten sich unsere Politiker und ihr Staat vor, und das ist alles ganz rational begründbar. Um den Bürger ging es nie und wird es auch nie gehen.
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