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Im Tom-Clancy-Modus

Foto: Hendrik Schmidt/dpa

Große Dürre prägt auch die kollektive Monomeinung zum Drohnenfund auf dem Flughafen Leipzig/Halle. Das Publikum der »Qualitätsmedien« wird mit trockener Instantpropaganda abgespeist.

Eine Ausnahme: die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ). Der an der Drohne offenbar befestigte Sprengstoff der Marke Semtex lege »staatliche oder zumindest staatlich unterstützte Akteure nahe«. Die Nähe der gefundenen Drohne zu den ukrainischen Militärmaschinen verweise »auf Russland« als Verantwortlichen. »Aber es sind eben nur Hinweise, keine Gewissheiten.« Den westextremen Grünen attestiert die FAZ unseriöses Agieren, da sie vom Innenminister verlangen, Russland direkt zu bezichtigen. »Der Staat muss sich schon sicher sein.«

Aber was scheren schon Details wie Beweise oder »Gewissheiten«? Auch wenn die Täter noch nicht identifiziert sind, »der missglückte Bombenangriff auf eine ukrainische Transportmaschine passt ins Bild«, schreibt die Süddeutsche Zeitung (SZ). »Anlagen von Militär und Infrastruktur ausspähen, hinter Anschlägen auf Stromnetze und Bahn stecken« sei alles »russisches Repertoire«, wenn auch »von gestern«. Der Chef des Bundesamtes für Verfassungsschutz warne »in kleiner Runde schon seit einiger Zeit«. Nun müsse »die Politik endlich die Voraussetzungen dafür schaffen, der hybriden Bedrohung durch Gegner wie Russland« zu trotzen: »Smartphones und Computer möglicher Agenten deutlich intensiver überwachen«, Gesichtserkennung, »um Verdächtige im Alltag verfolgen zu können«, und auch IT-Angriffe, »um Bombenbaupläne so zu manipulieren, dass sie unbrauchbar sind«. Und alles bitte ohne Wenn und Aber, denn: »Wer Bedenken hat, sollte dieser Tage nach Leipzig schauen. Zaghaftigkeit kann schon bald Menschen das Leben kosten«, warnt die SZ.

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Im Tom-Clancy-Modus angekommen ist auch der Berliner Tagesspiegel. »Lange haben viele Deutsche die Bedrohung durch Putin nicht wahrhaben wollen. Der Ukraine-Krieg hat das Bewusstsein verändert, aber nicht genug.« Zum Leipziger Drohnentheater erklärt das Blatt, es sei »kein Geheimnis«, welche Macht ein Interesse an »solchen Angriffen« habe, »auch wenn nicht immer handfeste Beweise für Wladimir Putins lange Hand vorliegen«. Auch die Leipziger Volkszeitung muss feststellen, dass unklar ist, »wer die Drohne gesteuert hat«. Dennoch ließe sich der Verdacht, Moskau sei schuld, »gut begründen«: Der Fall passe »in das Muster der ›hybriden‹ Eskalation Russlands in Europa«.

Eines könne man »den Russen nicht absprechen: ihre Gerissenheit«, lobt die polnische Polityka und spekuliert, ob womöglich die Zerstörung der Flugzeuge »gar nicht das Hauptziel« war. So könnten häufigere Vorfälle dieser Art »zu höheren Prämien oder sogar zur Verweigerung des Versicherungsschutzes« für die Ukrainer führen. (mb)

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Erschienen in der Ausgabe vom 08.08.2026, Seite 2, Ansichten

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