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Ohne China läuft nix
Volksrepublik bleibt weiter wichtigster BRD‑Handelspartner. Geschäfte mit den USA laufen schlechter. Und Niederländer überraschen
Die Wirtschaft der Bundesrepublik hängt weiterhin stark vom internationalen Warenaustausch ab. Das machen aktuelle Zahlen deutlich, die vom Statistischen Bundesamt (Destatis) am Donnerstag für das erste Halbjahr vorgestellt wurden. Demnach war der Außenhandel in den ersten sechs Monaten weiterhin ein Stabilisierungsfaktor für die hiesige Wirtschaft. Die Warenausfuhren stiegen auf 817,8 Milliarden Euro – ein Plus gegenüber dem Vergleichszeitraum 2025 von 3,9 Prozent. Die Importe erhöhten sich auf 712,1 Milliarden Euro, ein Zuwachs von 4,7 Prozent.
Die Handelsbilanz wies weiter einen deutlichen Überschuss (105,7 Milliarden Euro) auf – auch wenn der im Jahresvergleich um 0,7 Prozent sank. Der Saldo aus Ex- und Importen ist eine Kennziffer, die in die Leistungsbilanz der Volkswirtschaft einfließt und großen Einfluss auf die gesamte Wirtschaftsleistung, also das BIP, hat. Allerdings zeigte sich sowohl bei den Exporten als auch bei den Wareneinfuhren eine fortgesetzte Umgewichtung.
Wichtigster deutscher Partner bleibt wie im Vorjahr die Volksrepublik China. Mit einem Handelsvolumen von 125,5 Milliarden Euro wurden die USA (123,7 Milliarden Euro) in diesem Ranking auf Platz zwei verwiesen. Die Volksrepublik und weltweit größte Industrienation hatte bereits zwischen 2016 und 2023 diesen Platz inne. 2024 übernahmen kurzzeitig – auch dank rapide gestiegener Preise für Energieträger – die Vereinigten Staaten diese Position. Auf Platz drei finden sich die Niederlande mit 109,3 Milliarden Euro Handelsvolumen. Der lange Jahre wichtigste Partner innerhalb der EU, Frankreich, landete auf Rang vier.
Die Umgewichtung wird besonders bei den Haupthandelspartnern sichtbar. China bleibt vor allem der mit Abstand wichtigste Warenlieferant Deutschlands, die USA Hauptabnehmer der hiesigen Exportwirtschaft. Doch während die Einfuhren aus China deutlich um 8,8 Prozent zulegten, gingen die Warenausfuhren in die USA um 6,1 Prozent zurück. Importe aus den USA stiegen indes kräftig um sieben Prozent.
Die Importsteigerungen machen sichtbar, dass sich sowohl im Handel mit China als auch mit den USA eine gewisse Abhängigkeit verfestigt. Konsum- und Industriegüter aus der Volksrepublik bleiben essentiell für die BRD‑Wirtschaft. Das Ausfuhrplus der USA Richtung BRD dürfte indes vor allem der Tatsache geschuldet sein, dass die BRD-Importe von fossilen Energieträgern – hier insbesondere von verflüssigtem Erdgas – seit dem politisch veranlassten Bruch mit Russland rasant zugenommen haben. Der Rückgang der deutschen Exporte in die USA ist hingegen eher auf die kostentreibende – und oft schwer nachvollziehbare – US-Zollpolitik zurückzuführen.
Exporttreiber Nummer eins der deutschen Wirtschaft bleiben laut Destatis – trotz Krisenerscheinungen – weiter die Autobranche und der Maschinenbau (minus 0,9 Prozent). Im ersten Halbjahr wurden Kraftfahrzeuge und Kraftfahrzeugteile im Wert von 124,7 Milliarden Euro ins Ausland verkauft. Dennoch war der Rückgang von 5,8 Prozent im Jahresvergleich nicht überraschend. Auf Rang drei der Ausfuhrgüter lagen Datenverarbeitungsgeräte, elektrische und optische Erzeugnisse im Wert von 73,1 Milliarden Euro. Die geschrumpfte Chemiebranche trug mit immerhin 71,6 Milliarden Euro zum Exportergebnis bei. Beide konnten Zuwächse von 9,5 bzw. 1,4 Prozent gegenüber dem ersten Halbjahr 2025 verzeichnen.
Als Phänomen erscheinen die Handelszahlen mit den Niederlanden. Das Land mit seinen gut 18 Millionen Einwohnern rangiert beim Warenaustausch mit Deutschland immerhin fast auf Augenhöhe mit den Giganten China und USA. Dazu tragen sowohl die starke Industrie im Nachbarland – die eng mit der deutschen verflochten ist – als auch eine hochproduktive und intensive Landwirtschaft bei. Herausragende Bedeutung kommt den Niederländern allerdings als wichtigstem logistischen Hub der deutschen Wirtschaft zu. Nicht zuletzt das an der Mündung der meistgenutzten deutschen Binnenwasserstraße (Rhein) gelegene Rotterdam ist – noch vor Hamburg oder Bremen – das wichtigste Tor zur Welt der deutschen Wirtschaft.
Das Abrutschen Frankreichs vom wichtigsten EU-Handelspartner der BRD verwundert weniger. Zwar sind Stromimporte aus dem Nachbarland durchaus essentiell für das schwächelnde hiesige Stromnetz, und auch im Bereich Rüstung bestehen enge wirtschaftliche Verflechtungen zwischen den zwei Ländern. Doch Frankreich zeigt sowohl bei der Staatsverschuldung als auch bei der konjunkturellen Entwicklung deutlich stärkere Krisensymptome als die BRD. Allerdings deuten viele Kerndaten und die Wirtschaftspolitik der BRD darauf hin, dass Deutschland in dieser Hinsicht bald aufholen dürfte.
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