Die Kapitalseite bei VW weiß: Belegschaft und Gewerkschaft müssen beruhigt werden. Deshalb sucht man Interessenten für die von Schließung bedrohten Produktionsstätten Zwickau, Emden, Neckarsulm und Osnabrück.
Bis zu 120.000 Jobs stünden beim VW-Konzern zur Disposition, verlautete Bild am Donnerstag. Zusätzlich zu bereits beschlossenen 50.000 würden bis zu 70.000 weitere Arbeitsplätze dem Rotstift zum Opfer fallen.
Volkswagen-Krise vertieft sich: Gesundschrumpfen oder untergehen: So lautet die aktuelle Botschaft des Vorstands an die gut 650.000 Beschäftigten des weltweit zweitgrößten Automobilbauers.
Laut Studie baut Deutschland kaum zusätzliche Produktionskapazität auf. Über den gesamten Projektlebenszyklus lägen die Kosten neuer Investitionsvorhaben je nach Branche deutlich über denen am jeweils wettbewerbsfähigsten Standort.
Strukturkrise, Profitrückgang und Arbeitsplatzvernichtung: Deutschlands mächtige Automobilindustrie sorgt erneut für Negativschlagzeilen. Jetzt will die EU härtere Gegenmaßnahmen ergreifen.
Aktuell stagnieren die Profite vieler Unternehmen. Oder sie sinken, verwandeln sich sogar in Verluste. Resultat: Das Kapital flieht (oder kommt gar nicht), Firmenpleiten nehmen zu und Jobs gehen verloren.
Wirtschaftskrise: Droht das deutsche Bruttoinlandsprodukt auch in diesem Jahr zu stagnieren oder gar zu sinken? Nein. Die Lage sei gar nicht so schlecht. Sagt jedenfalls die in Paris ansässige OECD.
Überraschung: BRD-Ministerin Reiche zeigte sich diese Woche beeindruckt vom »explosionsartigen Wachstum und der wirtschaftlichen Dynamik« in der von ihr besuchten chinesischen Provinz Guangzhou.
»Deutsche Wirtschaft mit Schwung ins Jahr gestartet. Exporte stützen Wachstum«, überschrieb Reuters einen Bericht, der so oder gleichlautend in den Mainstreammedien schnell Verbreitung fand.
»Natürlich bleiben alle Standorte erhalten. Und falls die Geschäftsmodelle dafür absehbar nicht mehr vollständig tragen sollten, müssen neue her«, so die Gewerkschafts- und Betriebsratschefinnen.
Um 0,5 Prozent stiegen die Exporte gegenüber dem Februar: auf 135,8 Milliarden Euro. Die Industrieproduktion indes sank um 0,7 Prozent. Was wie ein Widerspruch aussieht, ist keiner.
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Laut Ifo-Umfrage-Chef Klaus Wohlrabe verlören die hiesigen Unternehmen die Zuversicht: »Es gibt kaum Lichtblicke in diesem Monat. Die Unsicherheit frisst sich durch die deutsche Wirtschaft.«