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Sommerklausur der CSU

Mit »Roboter-Gyms« an die Weltspitze

CSU-Sommerklausur: Eine Million Roboter, tausende Satelliten und Drohnen für die Bundeswehr

Foto: Peter Kneffel/dpa
Wünscht sich Tausende deutsche Satelliten und Drohnen über Europas Himmel: CSU-Chef Markus Söder am Dienstag auf dem Starnberger See

Bayern ist bekanntlich das Bundesland mit der größten Konzentration von Unternehmen der Rüstungs- sowie der Luft- und Raumfahrtindustrie. Das liegt vor allem daran, dass diese Branchen mit der im Freistaat regierenden CSU treue Partner und Auftragsbeschaffer haben, wie die CSU-Landesgruppe im Bundestag jetzt aufs neue demonstriert hat. Bei ihrer am Dienstag beendeten zweitägigen Sommerklausur im fränkischen Kloster Banz bei Bad Staffelstein, die sich mit dem »technologischen Fortschritt« befasste, verabschiedete die Gruppe ein Abschlusspapier, dessen Forderungen die Herzen von Konzernmanagern höher schlagen lassen. Die Wunschliste der 44 CSU-Abgeordneten: eine Flotte von mehr als 100.000 Drohnen für die Bundeswehr, eine »Weltallflotte« mit mehr als 1.000 Satelliten und bis 2030 mehr als eine Million Roboter, die Fachkräfte ersetzen können.

Parteichef Markus Söder hatte die Leitlinie für das Treffen vorgegeben. »Wenn es nicht gelingt, technologisch die Nummer eins zu bleiben und eines der stärksten Länder der Welt, dann haben wir kaum eine Chance, ökonomisch so stark zu bleiben, wie es einmal war«, erklärte Söder zum Auftakt der Klausur. Zu der Veranstaltung wurden unter anderem der Astronaut Alexander Gerst, die Unternehmerin Bonita Grupp und Ungarns Außenministerin Anita Orbán als Gäste erwartet.

In einem Entwurf des Abschlusspapiers, aus dem dpa zitierte, wünscht sich die CSU-Landesgruppe, dass die Bundeswehr ihre Drohnenflotte deutlich ausbauen möge, nämlich auf mehr als 100.000 Drohnen aller Größenordnungen. Die Ukraine solle im Rahmen eines Verteidigungsabkommens zur Weitergabe von Know-how beim Thema Drohnen verpflichtet werden.

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Für diese Forderungen konnte sich erwartungsgemäß auch Sven Kruck, Kovorstandschef des bayerischen Drohnenherstellers Quantum Systems, erwärmen, der zur Sommerklausur als Referent geladen war. Er führte aus, dass das Vorhalten von unbemannten, KI-gestützten Systemen künftig »unabdingbar« sein werde. In der Ukraine würden schon jetzt bis zu 70 Prozent der Frontstellungen von unbemannten Systemen gehalten, so Kruck, der nicht verhehlte, warum eine Fortsetzung des Krieges dort zumindest für Rüstungskonzerne von Interesse ist: Quantum habe derzeit 600 Kräfte in der Ukraine im Einsatz, um Lehren aus den Gefechtseinsätzen zu ziehen.

Aber auch im All will die CSU aufrüsten. »Sicherheitspolitik findet immer mehr auch im Orbit statt«, heißt es in dem Entwurf. Die Bundeswehr solle eine »Weltallflotte« aufbauen – mit mehr als 1.000 Satelliten für Kommunikation und Spionage. So könne Deutschland maßgeblich die kollektive Verteidigung im NATO- und EU-Verbund stärken und »Pionierarbeit bei der Absicherung des Weltraums« leisten.

Die Roboterindustrie hat die CSU ebenfalls bedacht. Um deren ­Wachstum zu fördern, sollen dem Abschlusspapier zufolge weitere sogenannte »Roboter-Gyms« entstehen, in denen Roboter menschliche Fähigkeiten erlernen. Bis 2030 könnten so über eine Million neue Roboter in Betrieb genommen werden, auch um Lücken zu schließen, die durch einen Mangel an Fachkräften in manchen Berufen entstehen, von der Industrie bis zur Pflege.

Ein Thema der Klausur waren auch die Personalwechsel im Kabinett und bei der Unionsfraktion in Berlin, die durch den Rücktritt von Jens Spahn ausgelöst worden waren. Söder und Interimsfraktionschef Alexander Hoffmann (CSU) verteidigten die von Bundeskanzler Friedrich Merz ­verkündeten Personalentscheidungen. Die aktuelle Unruhe werde sich legen, hatte Söder vor Beginn der Klausur erklärt. Die CSU bezeichnete er als »Stabilitätsanker« innerhalb der Union. Das CSU-Team in Berlin habe sich bewährt, da bleibe alles, wie es sei.

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Erschienen in der Ausgabe vom 29.07.2026, Seite 4, Inland

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