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Trischan, Rüger, Dymna, Mathieu

Foto: POP-EYE/IMAGO, aus "Der Bruch"/OFDb, ZUMA Press Wire/IMAGO, Panthermedia/IMAGO

Ein Schauspieler, der dem TV-Serien-Publikum vor allem als Krankenpfleger im Gedächtnis geblieben ist, hatte genau diesen Beruf erlernt. Der Hesse Michael Trischan schloss aber sofort ein Schauspielstudium an, spielte in Gießen und Celle Theater, ehe er ab 1993 längere Zeit als Krankenpfleger in »Gute Zeiten – schlechte Zeiten« agierte. Nach vielen anderen Hauptrollen in Serien wie »Die Stadtindianer« (1996) und »Sprechstunde bei Dr. Frankenstein« (1997/98) hatte er ab 2007 13 Jahre lang Gelegenheit, sich an der Seite der großartigen Monika Lennartz in »In aller Freundschaft« vom Krankenpfleger Hans-Peter zum Arzt Dr. Brenner zu entwickeln. Trotz seiner Beliebtheit beim Publikum wurde eine MDR-Chefin nicht recht warm mit ihm und ließ ihn schließlich aus der Serie herausschreiben. Wenn er am Sonntag 65 wird, ist vielleicht ein Imagewechsel als knuffliger Großvater fällig!

Zum Gedenken an Alfred Müller, der dieses Jahr 100 Jahre alt geworden wäre, wiederholte das Fernsehen seinen Krimi »Klassenkameraden« (1984), hätte ihn aber auch zu Ehren des fast gleichaltrigen Günter Rüger bringen können, denn der spielte hier eine seiner wenigen Filmhauptrollen. Der am 24. Juli vor 100 Jahren in Leipzig geborene Schauspieler und Theaterregisseur bewarb sich 1945 zuerst in Wien-Rosenhügel, ehe er in seiner Heimatstadt Schauspiel studierte und ab 1954 für über fünf Jahrzehnte am Potsdamer Hans-Otto­-Theater wirkte. Daneben blieb nur gelegentlich Zeit zum Filmen: Zwischenrufer, Zugbegleiter oder Anzeigenaufnehmer waren seine Defa-Rollen. Günter Reisch entdeckte 1959 in »Silvesterpunsch«, dass Rüger komisches Potential hatte, und gab ihm in seinem Filmmusical »Der Dieb von San Marengo« eine große Gangsterrolle. Der hagere Schauspieler war ein »Typ«, der beispielsweise in »Sachsens Glanz und Preußens Gloria« 1985 den Obersten Bredow zu einer markanten Figur machte. Er ist 2015 gestorben.

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Ebenfalls bei Reisch spielte Anna Dymna 1978 eine ihrer besten Rollen als Ehefrau des von Ulrich Thein verkörperten Titelhelden in »Anton der Zauberer«. Der erste Defa-Film der jungen Polin hieß 1972/73 »Aus dem Leben eines Taugenichts«, in dem sie die Riege schöner Frauen wie Hannelore Elsner, Monika Woytowicz und Christel Bodenstein verstärkte, die den attraktiven Dean Reed bewunderten. Die Schauspielerin, die auch in ungarischen Filmen auftrat, engagiert sich in ihrer Heimat für Menschen mit Behinderung und hat am Montag ihren 75. Geburtstag gefeiert.

Feiern will Mireille Mathieu ihren 80. Geburtstag an diesem Mittwoch nur im Familienkreis in ihrer Heimatstadt Avignon – aber das muss keine kleine Feier werden, denn sie ist mit 13 Geschwistern aufgewachsen. Das habe sie gelehrt zu teilen, sagte sie einmal. Das jüngste Geschwisterchen war noch nicht geboren, als Mireille, die schon mit vier Jahren in einer Kirche aufgetreten war, 1964 einen Gesangswettbewerb gewann. Im Jahr darauf hatte sie mit einem von Charles Aznavour für die zwei Jahre zuvor verstorbene Edith Piaf geschriebenen Chanson ihren ersten Fernsehauftritt und wurde schnell als musikalische Nachfolgerin der großen Diseuse gesehen. Noch 1965 trat sie im Pariser Olympia auf, wo sie der Impresario Johnny Stark sah, der bis zu seinem Tode 1989 ihren musikalischen Weg mitbestimmte. Es begann eine Erfolgssträhne, die nicht mehr abreißen sollte und die kleingewachsene Sängerin (1,53 Meter) in viele Länder der Welt führte, 1966 auch in den (Ost-)Berliner Friedrichstadtpalast. Beim DFF war sie oft zu Gast, sang mit Frank Schöbel im Duett. In der Bundesrepublik wurde Christian Bruhn mit sehr deutschen Liedern zu französischen Themen (»Hinter den Kulissen von Paris«, »An einem Sonntag in Avignon«, »Pariser Tango«) ihr Stammkomponist. Im nächsten Jahr soll ihre Abschiedstournee folgen, und vielleicht wird sie nicht nur auf französisch und deutsch singen, sondern auch in der einen oder anderen der zehn weiteren Sprachen, die sie im Repertoire hat.

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Erschienen in der Ausgabe vom 22.07.2026, Seite 10, Feuilleton

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