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Zweifel mit guten Gründen
US-Krieg gegen Iran
Haben die USA und Iran ihren Krieg, den Donald Trump am 28. Februar gemeinsam und scheinbar in völligem Einvernehmen mit Israel begann, wirklich wiederaufgenommen? Oder tun sie nur zwei, drei Tage lang so? Es ist viel offensichtliche Unwahrhaftigkeit im Spiel, leider auf beiden Seiten.
Der US-Präsident droht der Islamischen Republik wieder einmal mit kompletter Vernichtung und sagt eine Stunde später, dass das gar nicht seinem Verständnis von Moral entspräche. Eine gespaltene Persönlichkeit, der Riss geht mitten durch ihn hindurch? Oder nur ein amoralischer, verantwortungsloser Quatschkopp, der keinen Gedanken wirklich zu Ende denken kann? Und müssen beide Seiten seiner Persönlichkeit wirklich als sich ausschließende Gegensätze gedacht werden? Wozu eigentlich wurde im 19. Jahrhundert die Dialektik wiederentdeckt, die mehr als 2.500 Jahre ins »klassische« Griechenland zurückreicht?
Eben noch hatte Trumps Tafelrunde für den 11. Juli, also Sonnabend, die Fortsetzung der Verhandlungen mit den Vertretern Irans angekündigt. Die Gegenseite hatte den Termin eher geleugnet als bestätigt. Nach Teheraner Zeitrechnung hatte die 60tägige »Diskussionsphase« über konkrete Einzelheiten eines dauerhaften Friedensabkommens, die sich nach der Unterzeichnung des Waffenruhememorandums (MoU) vom 17. Juni sofort anschließen sollte, noch nicht einmal begonnen.
Ob die iranische Führung diese Verhandlungen überhaupt ernsthaft führen wollte, kann mit guten Gründen bezweifelt werden. Nur ein Einwand, aber wohl der wichtigste: In Punkt 8 des MoU hatte Iran sich zur »Entsorgung« seines Bestands an angereichertem Uran bereiterklärt, ohne auch nur zwischen verschiedenen Graden der Anreicherung zu trennen. Und das sogar trotz der standhaften Beteuerungen, das Atomprogramm der Islamischen Republik sei nie Verhandlungsgegenstand gewesen. Ein Geschenk an Israel und die USA also? Wahrscheinlich nicht, aber was dann? Ein Zugeständnis, dessen praktische Umsetzung niemals beabsichtigt war?
Das Misstrauen im iranischen Volk ist groß. Zwei Themen standen im Vordergrund der Feierlichkeiten, die der Beisetzung von Revolutionsführer Ali Khamenei am Donnerstag vorausgingen: der Ruf nach Vergeltung – und die Ablehnung des MoU mit den USA. Die nächsten Tage sind schwer vorauszusagen, aber vielleicht entscheidend.
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