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USA greifen Iran weiter an, mindestens 14 Tote – Teherans Streitkräfte üben Vergeltung. Unklarheit über Fortbestand bilateraler Absichtserklärung
Seit der Wiederaufnahme der Angriffe der US-Armee auf Ziele im Iran sind dem iranischen Gesundheitsministerium zufolge 14 Menschen getötet und Dutzende weitere verletzt worden. Von insgesamt 78 Verletzten befänden sich noch 47 im Krankenhaus, teilte der Sprecher des Gesundheitsministeriums in Teheran, Hossein Kermanpur, am Donnerstag im Onlinedienst X mit. Die US-Streitkräfte nahmen demnach fünf iranische Provinzen ins Visier.
Nachdem US-Präsident Donald Trump am Rande des NATO-Gipfels in der Türkei am Mittwoch zwar erklärt hatte, er erwarte keine Rückkehr zu einem umfassenden Krieg, folgte in der Nacht auf Donnerstag bereits die zweite Welle US-amerikanischer Angriffe innerhalb von 24 Stunden. Laut dem US-Regionalkommando Centcom wurden rund 90 Ziele im Iran angegriffen. Das Korps der Islamischen Revolutionsgarden (IRGC) reagierte mit Angriffen auf US-Stützpunkte in der Region.
Vorgeblicher Auslöser der US-Aggression waren Vorfälle mit Tankern, die Montag nacht die Straße von Hormus passierten und attackiert wurden. Nach Angaben der britischen Schiffahrtsorganisation UKMTO war am Abend vor der Küste Omans ein Tanker in Brand geraten, nachdem er von einem »unbekannten Geschoss« getroffen worden war. Das CIA-nahe Nachrichtenportal Axios behauptete unter Berufung auf zwei namentlich nicht genannte US-Offizielle, dass die IRGC mindestens zwei Raketen auf Handelsschiffe abgefeuert hätten, die die Meerenge durchquerten. Außenamtssprecher Esmaeil Baghaei verwahrte sich in Teheran gegen derartige Anschuldigungen, die auch aus Katar zu vernehmen waren. Er verwies darauf, dass sich die Islamische Republik uneingeschränkt an ihre Verpflichtungen halte, die sich aus der mit den USA vereinbarten Absichtserklärung vom 18. Juni zur Beendigung des Krieges ergäben. Iran fordere von den Ländern der Region sowie von den Reedereien, dass sie jegliche Handlungen zu unterlassen hätten, die dem Memorandum zuwiderliefen. Baghaei warnte zudem, dass einige Handelsschiffe Routen befahren, die nicht mit dem Iran abgestimmt wurden, und dabei ihre Signale des »Automatic Identification System« ausschalten oder manipulieren, um ihre Bewegungen zu verbergen.
Am Donnerstag meldeten die Streitkräfte Irans, dass US-Militäreinrichtungen in benachbarten Golfstaaten angegriffen wurden. Es seien US-»Patriot«-Systeme in Kuwait, eine Frühwarnstation in Katar sowie ein Treibstofflager der US-Armee in Bahrain mit Drohnen attackiert worden. Eine Person sei in Kuwait durch herabfallende Trümmerteile verletzt worden. Die dortigen Behörden teilten mit, die Streitkräfte des Landes hätten einen Marschflugkörper, drei ballistische Raketen und zehn Drohnen abgefangen. Zudem seien US-Zerstörer und US-Schiffe vor der Küste Bahrains mit Marschflugkörpern angegriffen worden, hieß es in einem Bericht des staatlichen Rundfunks. Auch in Jordanien wurden landesweit die Sirenen ausgelöst: Die Streitkräfte schossen nach eigenen Angaben acht Raketen ab. Trotz herabfallender Trümmerteile sei niemand verletzt worden und es habe keine Sachschäden gegeben. Teheran gab an, einen jordanischen Luftwaffenstützpunkt mit ballistischen Raketen vom Typ »Cheibarschekan« angegriffen zu haben.
Iranische Medien berichteten in der Nacht auf Donnerstag von Explosionen in mehreren Gebieten entlang der Küste des Landes. Auch zivile Infrastruktur wurde zerstört, wie medial verbreitete Bilder zeigten. Auf der wichtigen Bahnstrecke Teheran–Maschhad kam der Personenverkehr zum Erliegen. Die Nachrichtenagentur Fars meldete, dass eine für Handelsrouten mit Russland und China genutzte Eisenbahnbrücke getroffen worden sei.
Die erneute Eskalation seitens der USA fiel mit den Vorbereitungen für das Begräbnis des getöteten geistlichen Oberhaupts des Iran, Ajatollah Ali Khamenei, am Donnerstag in der heiligen Stadt Maschhad zusammen. Khamenei und enge Familienmitglieder waren am ersten Tag des Krieges, dem 28. Februar, bei einem US-Luftangriff getötet worden.
Die Ölpreise, die wegen der Sorgen über mögliche Lieferengpässe zunächst stark gestiegen waren, gaben am Donnerstag wieder nach. Anleger wägen nach Einschätzung von Reuters ab, ob es sich bei den jüngsten Gefechten um eine vorübergehende taktische Eskalation handle oder ob der Waffenstillstand endgültig gescheitert sei.
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