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US-Imperialismus

US-Terror gegen Kuba

Washington zerstört ökonomische Lebensgrundlage der sozialistischen Insel. Ausländische Unternehmen ziehen wegen Sanktionsdrohungen ab – Zahlungsverkehr mit Kreditkarten eingestellt

Foto: Bill Clark/Roll Call//Newscom World/imago
Im Herzen der Bestie: Protest gegen die US-Vernichtungspolitik bei der Anhörung von Marco Rubio im Senat (Washington, 2.6.2026)

Es soll der finale Schlag gegen Kuba werden. US-Präsident Donald Trump zieht dabei alle Register, er will den Regime-Change. Mittels Blockade der Energieversorgung, mittels Hungerpolitik gegen die Bevölkerung. Und nun wollen die USA der sozialistischen Insel die ökonomische Existenzgrundlage komplett entziehen.

Als Folge einer von Trump am 1. Mai verfügten Anordnung kann Kuba ab Sonnabend keine Einnahmen mehr aus touristischen Dienstleistungen oder Warenverkäufen über die Kreditkarten von Visa- und Mastercard erzielen. Internationale Touristikfirmen setzten den Betrieb von rund drei Dutzend Hotels aus, einige wollen ihre Aktivitäten in Kuba beenden. Seit Montag bietet die spanische Fluggesellschaft Iberia keine Direktflüge nach Havanna mehr an.

Nach Angaben der kubanischen Zentralbank (BCC) hat das ausländische Kreditinstitut, das bislang den Zahlungsverkehr mit Visa und Mastercard-Karten auf der Insel abwickelte, am Dienstag die Geschäftsbeziehung mit der staatlichen kubanischen Partnerfirma Fincimex S. A. aufgekündigt. Die Entscheidung stehe »in direktem Zusammenhang mit der Executive Order Nr. 14404 vom 1. Mai, die vom US-Präsidenten als Teil seiner Strategie zur Erdrosselung des kubanischen Volkes erlassen wurde«, heißt es in der BCC-Mitteilung. Eine Woche nach Veröffentlichung der Verordnung hatte die US-Regierung ihre einseitigen Zwangsmaßnahmen gegen die Insel nochmals ausgeweitet und strategische Säulen der kubanischen Wirtschaft ins Visier genommen.

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Die neuen Sanktionsdrohungen richten sich gegen jede Person, Firma oder Organisation, die in Sektoren tätig ist, die für die Deviseneinnahmen der Insel von entscheidender Bedeutung sind, darunter die Moa Nickel S. A., ein Joint Venture zwischen der kubanischen Regierung und dem kanadischen Unternehmen Sherritt International, sowie die den Streitkräften unterstehende Gaesa (Grupo de Administración Empresarial S. A.), zu der auch die Fincimex gehört. Der Rückzug der in der BCC-Mitteilung namentlich nicht genannten Bank, die erklärt habe, es sei ihr aufgrund der US-Maßnahmen »unmöglich, die Vereinbarungen mit dem kubanischen Partner fortzusetzen«, führe nun dazu, dass »alle finanziellen Verbindungen der Insel mit dem Ausland gekappt werden«, folgerte die spanische Agentur Efe. Zwar sind Devisenzahlungen laut BCC weiterhin in bar, mit nationalen Prepaidkarten und mit den internationalen Karten Mir und Unionpay aus Russland und China möglich, doch der Schaden für die Volkswirtschaft ist immens.

Im Zusammenhang mit Trumps Executive Order steht auch der teilweise oder vollständige Rückzug wichtiger Partnerfirmen in verschiedenen Sektoren. Der Grund: An diesem Freitag endet eine von den USA gesetzte Frist für ausländische Unternehmen, ihre wirtschaftlichen und geschäftlichen Beziehungen zu Kuba sowie zu den von Gaesa verwalteten Betrieben zu beenden, wenn sie Sanktionen der US-Regierung vermeiden wollen. Nach der kanadischen Gruppe Blue Diamond und der indonesischen Archipelago International kündigte deshalb Anfang Juni auch die mallorquinische Gruppe Iberostar an, die Verwaltung von zwölf ihrer 18 Hotels in Kuba aufzugeben, die zur Hoteltochter Gaviota von Gaesa gehören.

Neben den im Tourismus tätigen Einrichtungen haben nach dem US-Erlass weitere Unternehmen aus unterschiedlichen Wirtschaftsbereichen ihren Exodus aus Kuba bekanntgegeben. Das bedeutendste Beispiel ist das erwähnte kanadische Bergbauunternehmen Sherritt, die größte ausländische Investition in Kuba. Während Washington die Schlinge um den Hals der kubanischen Bevölkerung immer enger zieht, bestritt Trumps Außenminister Marco Rubio am Dienstag bei einer Anhörung im Senat erneut die Verantwortung der US-Blockade für die Krise auf der Insel. Das einzige, »was sich geändert hat, ist, dass sie kein kostenloses Öl mehr aus Venezuela erhalten«, erklärte Rubio zynisch. Übersetzt: Die USA wollen Kuba den Todesstoß versetzen – mit aller Macht, mit aller Gewalt.

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Erschienen in der Ausgabe vom 05.06.2026, Seite 1, Titel

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→ Leserbriefe
  • Onlineabonnent*in André M. aus B. 5. Juni 2026 um 12:00 Uhr
    Warum können die USA das machen? Weil sie wissen, dass es keinen Widerstand auf internationaler Ebene geben wird. Russland kann nur symbolisch helfen. Die Sowjetunion ist Geschichte, sie schützte Kuba. China will sich nicht exponieren gegen die USA. Obwohl es eigentlich notwendig wäre. Die »Werkzeuge« könnten auch gegen China eingesetzt werden. Das wird Schule machen. So können sich die USA jeden beliebigen Staat der Reihe nach vornehmen. Niemand hindert sie. Es ist widerlich …
  • Joachim Becker 5. Juni 2026 um 11:28 Uhr
    An der Strategie des US-Imperialismus hat sich nichts geändert. Progressive Regierungen in der sogenannten dritte Welt, die schon in den 1970er/80er Jahren einen antikapitalistischen Weg beschritten, wurden von der jeweiligen US-Regierung bekämpft. Heute ist Kuba noch die einzig verbliebene sozialistische Bastion in Lateinamerika, die dem US-Imperialismus im Wege steht. Deshalb: Hoch die internationale Solidarität! Viva Cuba!
  • Onlineabonnent*in Andreas E. aus S. 5. Juni 2026 um 09:39 Uhr
    Ich klage an! Ich klage die US-Administration des (noch versuchten) Mordes an 10 Millionen Kubanerinnen und Kubanern, alten Menschen, Frauen, Männern und Kindern an! Diese sogenannten Verteidiger von »Freiheit und Demokratie« sind nichts anderes als feige Lügner und Mörder! Wann endlich wacht man in dieser gegen Russland sanktionswütigen EU auf und haut diesem Wahnsinnigen in Washington mit aller Kraft auf die Pfoten? Die Verteidiger der Menschenrechte und des Völkerrechts hier im Land und auf dem alten Kontinent verschließen wieder einmal die Augen vor einem sich anbahnenden Genozid! Wir füllen diesem Regime in den USA die Taschen und machen uns damit schuldig der Beihilfe. Wo sind die EU-Außenbeauftragte Kallas, der immer so auf die Menschenrechte pochende Herr Merz und sein Außenminister Wadephul? Wo ist das klare Bekenntnis zum Völkerrecht auch in diesem Fall?
  • Onlineabonnent*in Joachim S. aus B. 5. Juni 2026 um 06:24 Uhr
    Wer immer noch zweifelt, ob in den USA ein faschistisches Regime herrscht, möge jetzt vergleichen: Wie handelten die deutschen Faschisten vor Leningrad? Sie konnten mit Hunger und Not eine Million Tote erzwingen. So menschenverachtend handelt Faschismus. Das ist sein Markenzeichen. Aber die Stadt damit in die Knie zwingen, das gelang ihnen trotzdem nie. Das ist das Markenzeichen der Verteidiger der Menschlichkeit. Halte aus, tapferes Kuba!
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