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19.05.20263 Leserbriefe
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Probeliegen für Putin
Dobrindt will zehn Milliarden Euro für Kriegstüchtigkeit im Innern. Bundesinnenministerium erhält neues »Kommando zivile Verteidigung«
Sirenen müssen heulen für den Sieg. Die Bundesregierung will den Zivil- und Katastrophenschutz mit rund zehn Milliarden Euro bis 2029, einer neuen Kommandostruktur und einem besseren Warnsystem aufrüsten. Am Montag teilte des Bundesinnenministerium mit, das dafür von Minister Alexander Dobrindt (CSU) vorgelegte Gesetzesbündel solle das Bundeskabinett am Mittwoch beschließen. Dobrindt hatte seine Pläne bereits im September 2025 unter dem Titel »Pakt für Bevölkerungsschutz« angekündigt und alarmiert, es gebe nur noch 579 öffentliche Schutzräume für etwa 480.000 Menschen. Die meisten Bunker und Sirenen waren nach 1990 stillgelegt worden.
In der neuen Kriegsvorbereitung soll wieder ohne Rücksicht auf die Staatskasse gebuddelt und betoniert werden. Die faktische Aufhebung der sogenannten Schuldenbremse für Kriegsausgaben im März 2025 macht’s möglich. Die Grundgesetzänderung war damals mit den Stimmen der Bundesländer Mecklenburg-Vorpommern und Bremen, in denen die Partei Die Linke mitregiert, im Bundesrat beschlossen worden. Dobrindt sagte nun zu Bild, wo die begleitende Medienkampagne für seine Gesetze startete: »Wir rüsten auf beim Bevölkerungsschutz und der zivilen Verteidigung. Mit klarer Kante gegen hybride Bedrohungen und konsequenter Unterstützung der ehrenamtlichen Kräfte.« Bild leitete seinen Bericht mit einem Hinweis auf die deutsche Tradition vaterländischen Schlotterns ein: »Die Frage ist noch älter als der Kalte Krieg: ›Was, wenn der Russe kommt?‹ Beantworten muss sie für uns Deutsche das Bundesinnenministerium von Alexander Dobrindt (55, CSU).« Dessen Sprecher sah das genauso: »Der Bevölkerungsschutz muss natürlich ausgebaut werden in Anbetracht der Situation, die wir gerade haben – hybride Bedrohungen auch aus Russland wachsen.« Im ARD-»Morgenmagazin« mahnte am selben Tag eine Vertreterin des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) Notvorräte für zehn Tage je Haushalt an, darunter zwei Liter Trinkwasser pro Person und Tag, sowie unter anderem ein Kurbelradio.
Laut Bild ist »Kern« der Dobrindt-Gesetze ein »3-A-Modell«: »klarer Auftrag, bessere Ausstattung und eine umfassende Ausbildung für den Zivilschutz«. Zur »Verzahnung militärischer und ziviler Verteidigung« wird demnach im Bundesinnenministerium die Stabsstelle »Kommando zivile Verteidgung« eingerichtet. Angeschafft werden sollen u. a. 110.000 Feldbetten, »stapelbar, eine Liegefläche«, eine »medizinische Bundes-Taskforce« für möglichen Massenanfall von Verletzten wird an über 50 Standorten ausgebaut, alle öffentlichen Zufluchtsräume wie Bunker, Tunnel oder Tiefgaragen sollen erfasst und in die BBK-Warnapp »Nina« integriert werden. Sie soll den Weg zum nächsten Schutzraum zeigen. Allerdings fehlt, so Dpa am Montag, »noch ein umfassendes Schutzraumkonzept der Bundesregierung«. Die deutsche Bagger- und Betonlobby wird später mit Geld eingedeckt.
Erwartungsgemäß begrüßte die kriegslustigste Partei im Bundestag, Bündnis 90/Die Grünen, die innere Aufrüstung. Ihr Abgeordneter Leon Eckert begrüßte, »dass in den Bereich des Zivilschutzes endlich Bewegung kommt.« Allerdings fehle Dobrindt eine Gesamtstrategie, er folge dem Prinzip: »Viel Geld auf ein bisher ineffizientes System zu schütten«. Der Abgeordnete Jan Köstering (Die Linke) mahnte, die Milliarden müssten »gezielt in den Katastrophenschutz der Länder und Kommunen fließen«, etwa für Feuerwehren oder Rettungsdienste. So sei der Nutzen für die Bevölkerung »sehr beschränkt«.
Probeschlafen auf Feldbetten bei Wasser und mit Kurbelradio wird ja wohl drin sein.
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B.S. aus Ammerland 19. Mai 2026 um 12:57 UhrDas »Versorgen von und mit Freunden« ist so alt wie die Korruption selber! Aus diesem Grund gibt es auch keinen Sozialen Wohnungsbau mehr in der BRD! Und den braucht das einfache Volk dann auch nicht mehr für eine »Strahlende Zukunft«. Die »Steigbügelhalter der AfD« wissen, wie man den Staat in seine Einzelteile zerlegt. Eine Militärmacht, die für 200 km Geländegewinn vier Jahre braucht, ist vor der nächsten Fußball-WM mit 96 Teilnehmern nicht vor 2030 marschbereit. Aber bis dahin glauben die deutschen Eliten an den unwiderbringlichen Endsieg à la Kiesewetter und Pistorius. Es sei denn, die NATO-Truppen fahren mit der Deutschen Bahn. Dann können die NATO-Kombattanten womöglich irgendwo, nur nicht da landen, wo es den Blattschuss gibt.
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Joachim Seider aus Berlin 19. Mai 2026 um 09:16 UhrWer erwägt, sich mit einer Atommacht anzulegen, braucht keinen Zivilschutz mehr. Im Falle eines solchen Falles bliebe von Deutschland nur ein Fleck auf der Landkarte, menschenleer und unbewohnbar für die nächsten hunderttausend Jahre. Dagegen helfen weder Bunker noch 2 Liter Wasser pro Tag und Person im Keller. Dagegen hilft nur, dass wir endlich dagegen aufstehen, dass Deutschland weiter mit an dieser unsinnigen Eskalationsschraube dreht. Alles andere ist lediglich beruhigend wirkendes Illusionstheater, Baldrian für die Volksseele.
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Holger 18. Mai 2026 um 23:01 Uhr»Sirenen müssen heulen für den Sieg.« – Wer sagt hier was von »Sieg«? Es geht um's Überleben, egal unter welcher Bedrohung. Mit hunderttausend Feldbetten siegt man nicht, auch wenn man sie alle gegen die Kreml-Mauer werfen sollte, oder was auch immer der Autor mit dieser Bemerkung andeuten wollte.
Das Verwaltungsgericht Berlin hat entschieden und die Klage des Verlags 8. Mai abgewiesen. Die Bundesregierung darf die Tageszeitung junge Welt in ihren jahrlichen Verfassungsschutzberichten erwahnen und beobachten. Nun muss eine höhere Instanz entscheiden.
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