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31.03.2026
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Islamabad will schlichten
Pakistan will Vermittlerrolle im Iran-Krieg einnehmen. Teheran scheint dafür offen
Pakistan, das gute Beziehungen sowohl zu Teheran als auch zu Washington hat, wäre gern Schauplatz von Friedensverhandlungen zwischen beiden Parteien. Das ist der Hintergrund von Gesprächen, die am Sonntag und Montag in der Hauptstadt Islamabad stattfanden. Gäste waren die Außenminister der Türkei, Ägyptens und Saudi-Arabiens. Pakistans Außenminister Mohammad Ishaq Dar gab nach dem ersten Treffen am Sonntag an, es sei um »mögliche Wege zu einem baldigen und dauerhaften Ende des Krieges« und um eventuelle US-amerikanisch-iranische Gespräche in Islamabad gegangen.
Das ägyptische Außenministerium erklärte, die Minister hätten über Wege zur Stärkung der Zusammenarbeit während des fortdauernden Konflikts diskutiert. Ferner sei es um »Einschätzungen der verheerenden wirtschaftlichen Folgen der militärischen Eskalation in der Region, ihre Auswirkungen auf die internationale Schiffahrt, die Lieferketten und die Lebensmittelsicherheit sowie ihre Implikationen für die Energiesicherheit unter dem Aspekt steigender Öl- und Energiepreise« gegangen.
Um diese Probleme sorgt sich auch China, das mit Pakistan seit Jahrzehnten durch eine »Allwetterfreundschaft« verbunden ist. Angeblich unterstützt es dessen angestrebte Vermittlerrolle. Da passt es ins Bild, dass Ishaq Dar auf Einladung seines chinesischen Pendants Wang Yi am Dienstag nach Beijing fliegen soll, um dort Bericht über das Treffen in Islamabad und vermutlich auch über den Stand der pakistanischen Vermittlungsbestrebungen zu erstatten.
Pakistan ist zum »Relais« geworden, über das die beiden Kriegsgegner ihre indirekten Botschaften austauschen – US-Präsident Donald Trump seine 15 Forderungen und die iranische Führung ihre Antwort, deren Inhalt sie geheimhält. Letzterer Umstand ermöglicht Trump, seine Sicht der Dinge zu verbreiten: Am Sonntag behauptete er bei einer Pressekonferenz an Bord der »Air Force One«, die iranische Seite habe die meisten seiner Forderungen akzeptiert, »warum sollten sie auch nicht?« Am Montag ließ Trump allerdings auf der Plattform »Truth Social« eine neue Drohung folgen: »Falls nicht bald eine Einigung erzielt wird, werden wir unseren angenehmen ›Aufenthalt‹ im Iran beenden, indem wir alle Kraftwerke, Ölquellen und die Insel Kharg (und möglicherweise alle Entsalzungsanlagen!) sprengen und zerstören.«
Vor dem zweitägigen Treffen in Islamabad hatte der pakistanische Außenminister mit seinem iranischen Amtskollegen Abbas Araghtschi telefoniert, der »die Notwendigkeit regionaler Bemühungen zum Beenden des Krieges und zur Wiederherstellung der Stabilität« betonte. Die iranische Führung scheint also mit den diplomatische Bemühungen Pakistans einverstanden und hat 20 Schiffen des Landes die Fahrt durch die Meerenge von Hormus gestattet.
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