junge Welt - 2 Wochen gratis testen!
Gegründet 1947 Donnerstag, 26. März 2026, Nr. 72
Die junge Welt wird von 3063 GenossInnen herausgegeben
junge Welt - 2 Wochen gratis testen! junge Welt - 2 Wochen gratis testen!
junge Welt - 2 Wochen gratis testen!
Aus: Ausgabe vom 26.03.2026, Seite 1 / Ansichten

Erpresserisches Angebot

Iran-Krieg: Trumps 15-Punkte Plan
Von Knut Mellenthin
2026-03-18T165430Z_646188014_RC2I6KA08CSR_RTRMADP_3_IRAN-CRISIS-
Die Wut auf die Kriegsverbrecher Netanjahu und Trump bricht sich in Teheran Bahn (17.3. 2026)

Verlockend ist das »Angebot« offenbar nicht, das Donald Trump am Dienstag Iran gemacht hat und mit dem er die Islamische Republik nach 24 Kriegstagen – das sind jetzt schon doppelt so viele wie bei der israelisch-US-amerikanischen Aggression im Juni 2025 – zum »Verhandlungstisch« zu zwingen hofft. Fünf Tage Zeit hat der immer verrückter wirkende US-Präsident der iranischen Seite eingeräumt, sich seinem Forderungskatalog zu unterwerfen, der vermutlich in allen Punkten vorher mit Israels Premier Benjamin Netanjahu abgesprochen und von diesem gebilligt wurde.

Dass der Fisch anbeißt, kann man mit hoher Sicherheit ausschließen. Die Gesichter in Teheran wechseln, vor allem aufgrund der barbarischen israelisch-US-amerikanischen Mordpraxis, aber Kapitulationsbereitschaft signalisieren alle nicht. Aus den sofortigen Ablehnungen des vergifteten Angebots aus Washington ragt eine Bemerkung des iranischen Militärsprechers Ebrahim Zolfaghari durch ihren sarkastischen Humor hervor: »Hat das Niveau eurer inneren Konflikte den Punkt erreicht, wo ihr mit euch selbst verhandelt?«

Unverständlich bleibt nur, warum die iranische Führung darauf verzichtet, ihre Todfeinde – denn um nichts weniger geht es offensichtlich – am wirkungsvollsten dadurch bloßzustellen, dass sie deren Drohungen und »Angebote« konsequent im vollen Wortlaut veröffentlicht. Für Menschen, die in diesen Tagen in jeder Stunde mit ihrem Tod konfrontiert sind, zeigt das erstaunlich wenig Mut, Entschlossenheit – und Realismus.

Nun denn, die New York Post behauptet, alle 15 Punkte von Trumps letztem »Angebot« zu kennen: Iran soll seine Anreicherungsanlagen schließen, sein angereichertes Uran abtransportieren lassen, Zahl und Reichweite seiner Raketen zwangsweise reduzieren, all seine Verbündeten in der Region im Stich lassen. Die Aussicht, dass als Gegenleistung wenigstens die Sanktionen aufgehoben würden, was allein bezüglich der beschlagnahmten Konten einem Wert von mehr als 100 Milliarden US-Dollar entspräche, ist einen Dreck wert. Never! So einfach und klar scheint das in diesem Moment wohl in Teheran.

Probeabo

Sie lügen wie gedruckt. wir drucken, wie Sie lügen.
Jetzt 2 Wochen gratis lesen – das Probeabo endet automatisch!
 

links & bündig gegen rechte Bünde

Jetzt den kostenlosen jW-Newsletter abonnieren – täglich das Beste aus der Tageszeitung junge Welt, direkt in Ihr Postfach. Ihre E-Mail-Adresse wird natürlich niemals an Dritte weitergegeben.

Mehr aus: Ansichten