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Unblock Cuba

Solidarität durchbricht die Blockade

Kuba: »Nuestra América«-Flottille wird am Sonnabend in Havanna erwartet. Mehrere Länder kündigen Unterstützung für die von Washington belagerte Insel an

Foto: Lorenzo Hernandez/REUTERS
Im Hafen von Yucalpetén in Mexiko beladen Aktivisten ein Schiff mit gespendeten Hilfsgütern für Kuba (19.3.2026)

Die an diesem Wochenende erwartete Ankunft der internationalen Solidaritätsflottille »Nuestra América« in Kuba ist mehr als eine humanitäre Hilfsaktion. Es ist ein politisches Signal und der Auftakt einer weltweiten Mobilisierung zur Unterstützung des kubanischen Volkes nach dem Motto »Cuba sí – Bloqueo no«, getragen von sozialen Bewegungen, Gewerkschaften und politischen Kräften aus allen Kontinenten. Die Ankunft der Flottille am 21. März als »Tag der Internationalen Solidarität mit Kuba« soll der Bevölkerung des von Washington bedrohten Landes zeigen, dass sie in diesen schwierigen Zeiten nicht allein ist.

Seit Tagen treffen in der kubanischen Hauptstadt bereits Delegationen aus Europa, Lateinamerika und selbst aus den USA ein. Aktivisten aus 19 europäischen Ländern brachten Medikamente, Lebensmittel und Photovoltaikanlagen – dringend benötigte Güter angesichts der durch die US-Ölblockade ausgelösten Versorgungskrise. Allein die ersten Gruppen lieferten mehrere Tonnen medizinischen Materials an Krankenhäuser in Havanna. Insgesamt sollen zum Start der weltweiten Kampagne in den kommenden Tagen mehr als zwanzig Tonnen Hilfsgüter Kuba auf dem Luft-, See- und Landweg erreichen. Der Konvoi will die von der US-Regierung verhängte Ölblockade symbolisch durchbrechen.

»Wir müssen zur Charta der Vereinten Nationen zurückkehren«, sagte die kolumbianische Senatorin und Präsidentschaftskandidatin Clara López, die mit einer Tonne Hilfsgütern anreiste. Die Welt dürfe die kollektive Bestrafung eines ganzen Volkes nicht dulden. Neben Clara López unterstützten unter anderem die Sekretärin des Foro de São Paulo, Mónica Valente, der britische Abgeordnete Jeremy Corbyn, die schwedische Menschenrechtsaktivistin Greta Thunberg, sowie der ehemalige spanische Vizeministerpräsident Pablo Iglesias die Flottille als Zeichen der humanitären und politischen Solidarität gegen Trumps Erstickungsversuch.

Zwar dementierte US-Außenminister Marco Rubio inzwischen Presseberichte, wonach seine Regierung den Rücktritt des kubanischen Präsidenten Miguel Díaz-Canel zur Bedingung für weitere Gespräche gemacht habe. Und der Chef des Südkommandos der Vereinigten Staaten, Francis Donovan, versicherte am Donnerstag vor dem Kongress, dass das US-Militär keine Vorbereitungen für eine Einnahme Kubas treffe. Doch wirtschaftlicher Druck, die vollständige Energieblockade und politische Drohungen der Trump-Regierung bestehen fort.

Während die wirtschaftliche Lage auf der Insel angespannt bleibt, formiert sich parallel zur Flottille weitere Unterstützung. In Mexiko werden derzeit rund 30 Tonnen zusätzliche Hilfsgüter verladen, Brasilien hat umfangreiche Lebensmittel- und Medikamentenlieferungen auf den Weg gebracht. Spanien bereitet für Mai eine eigene Flottille unter dem Namen »Rumbo a Cuba« vor, mit Photovoltaikanlagen für Krankenhäuser. Zudem sollen laut einer am Freitag von der Nachrichtenagentur AP veröffentlichten Meldung zwei Tanker mit jeweils 730.000 und 200.000 Barrel russischem Rohöl und Diesel auf dem Weg nach Kuba sein. Die US-Regierung erklärte zwar, dass ihre jüngste Sanktionslockerung gegenüber Russland nicht für Lieferungen nach Kuba gelten, doch die Schiffe sollen derzeit noch Kurs halten. Auch die mexikanische Präsidentin Claudia Sheinbaum kündigte am Donnerstag laut Telesur an, die Erdöllieferungen nach Kuba wieder aufzunehmen, um die durch die US-Sanktionen verschärfte Energiekrise zu lindern. »Das kubanische Volk leidet sehr. Wir suchen nach Wegen, weitere Hilfe zu leisten«, so Sheinbaum.

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Erschienen in der Ausgabe vom 21.03.2026, Seite 1, Titel

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→Leserbriefe
  • Uwe Joachim aus Pasewalk 24. März 2026 um 13:48 Uhr
    Um den Beweis zu verhindern, dass ein Leben in sozialer Sicherheit und Gerechtigkeit
    möglich ist; und wo und wann immer diese sozialistische Idee versucht wird in die Tat
    umzusetzen, stößt sie auf Widerstand selbsternannter »Patrioten«. Dafür suchen die
    Entmachteten bei Volksfeinden Hilfe und rufen auch zum militärischen Eingreifen gegen die eigene Bevölkerung auf. Nach der Oktoberrevolution kämpften US-Amerikaner, Polen,
    Briten, Franzosen, Japaner und die Tschechoslowakische Legion gegen Sowjetrussland. Der mit ausländischer Hilfe geführte Bürgerkrieg, dieser »weiße Terror«, forderte Millionen Todesopfer. In den 1980er und 1990er Jahren ist es gelungen, in den Volksdemokratien Osteuropas lange vorbereitete Regime-Change mit Hilfe »opportunistischer Ortskräfte« zu vollenden. Kuba war umgehend politisch und wirtschaftlich isoliert, hält bis heute, auch dank internationaler Solidarität, dem Revisionismus stand. Die Insel des Sozialismus braucht jede erdenkliche Hilfe gegen den »weißen Terror«. Den weltweiten Sieg des kapitalistischen Ausbeutungssystems unter dem Deckmantel der Befreiung kann nur der proletarische Internationalismus verhindern.
  • Frank Lukaszewski aus Oberhausen 23. März 2026 um 10:03 Uhr
    Es fehlen eigentlich keine Worte. Und doch fehlen sie! Schon wieder billigt das BRD-Establishment direkt oder indirekt völkerrechtswidrige Aktionen gegen einen friedlebenden Staat. Gegen Kuba. Wer sagt was dagegen? Unsere AfD-Faschisten hierzulande? Nö. Warum wohl? Trump-Versteher halt.
  • Reinhold Schramm aus Berlin 22. März 2026 um 12:33 Uhr
    Für eine gemeinsame sozialistische Zukunft! Es braucht die sozialrevolutionäre Beseitigung des Kapitalismus in den imperialistischen Wirtschaftsmetropolen weltweit. Wir müssten den Kapitalismus in den kapitalfaschistischen und imperialistischen Wirtschafts- und Reichtumsmetropolen Nordamerikas, Europas und Asiens beseitigen, um den heutigen sozioökonomischen Schwellen- und Entwicklungsländern eine unabhängige und eigenständige demokratische Entwicklung ihrer wirtschaftlichen und sozialen Gesellschaftsordnung zu ermöglichen. Unter dem wirtschaftlichen, militärischen und gesellschaftspolitischen Diktat der nationalen und transnationalen Oligarchien und Bourgeoissozialisten sowie der materiellen, bildungs- und sozialpolitischen Herrschaft der jeweiligen Bourgeoisien, ist eine Befreiung der Mehrheit der Bevölkerung in den wirtschaftlichen und sozialen Armutsregionen der Welt nicht möglich. Für die wirtschaftliche und soziale Befreiung braucht es eine regionale, nationale und internationale sozialrevolutionäre Bewegung, vor allem der Mehrheit der meist eigentumslosen Erwerbsbevölkerung. So auch in den imperialistischen Metropolen Nordamerikas, Europas und Asiens, bspw. in den USA, in Asien und Japan, in der EU, insbesondere in Frankreich und Deutschland, aber auch für die Beseitigung des kapitalfaschistischen Großbritanniens. Fazit: Nur auf dieser Grundlage und Zielsetzung und deren sozialrevolutionärer Durchsetzung gibt es auch eine tragfähige wirtschaftliche, soziale und gesellschaftspolitische Existenzmöglichkeit für eine revolutionäre Existenz und sozialistische Zukunft Kubas! 22.03.2026, R.S.
  • Onlineabonnent*in Martin M. aus D. 20. März 2026 um 20:45 Uhr
    Lesenswerter Artikel aus anderer Perspektive: https://www.berichteaushavanna.de/2026/03/16/resiliencia-die-widerstandsfaehigkeit-des-kubanischen-volkes/ Erfreulich, dass es nach wie vor diese Art von Solidarität gibt.
Solidarität jetzt!

Das Verwaltungsgericht Berlin hat entschieden und die Klage des Verlags 8. Mai abgewiesen. Die Bundesregierung darf die Tageszeitung junge Welt in ihren jahrlichen Verfassungsschutzberichten erwahnen und beobachten. Nun muss eine höhere Instanz entscheiden.

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