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1. Mai

Widerstand gegen ihre Kriege

1.Mai: Die Kämpfe gegen Sozialabbau und Rüstungswahnsinn gehören zusammen

Von Nick Brauns
Foto: Rotes Atelier/der.gauna (instagram)

»Ein roter Mai grüßt dieses Jahr die Welt, wie keines Dante Phantasie ihn höllischer zu erdichten vermöchte. Die Erde trinkt Ströme von purpurnem Menschenblut, und der Mai scheint nur von Zerstörung und Tod zu reden und nicht von neuem Leben.« So schrieb Clara Zetkin anlässlich des 1. Mai im Kriegsjahr 1915.

Und heute? Der NATO-Stellvertreterkrieg mit Russland – auf dem Boden der Ukraine und mit dem Blut der Ukrainer – geht bereits ins fünfte Jahr. Israels Angriffe auf Palästina und den Libanon dauern fort, der offene Krieg gegen Iran erscheint nur vorübergehend ausgesetzt. Immer enger zieht sich der Würgegriff von US-Blockade und Invasionsdrohungen um das sozialistische Kuba, während die militärische Einkreisung Chinas im Südchinesischen Meer vorangetrieben wird und sich dort brandgefährliche Provokationen mehren.

Zukünftige Historiker werden in diesen nur vermeintlich voneinander getrennten Konflikten vielleicht einmal Etappen eines dritten Weltverteilungskrieges erkennen, der sich um den weltpolitischen Hauptwiderspruch unserer Zeit zu entzünden droht: zwischen einem mit zunehmender Aggressivität um seine Hegemonie ringenden US-Imperium im Niedergang und einem sich ökonomisch emanzipierenden globalen Süden in einer sich herausbildenden multipolaren Weltordnung unter Führung Chinas.

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Auch hierzulande bereiten die Herrschenden den großen Krieg vor: mit gigantischen Aufrüstungspaketen und Steuermilliarden für Rheinmetall und Co., mit Wiedereinführung der Wehrpflicht und Militarisierung des Gesundheitssystems, Kriegspropaganda in Medien und an Schulen. Für »Kriegstüchtigkeit« im Interesse deutscher Banken und Konzerne sollen die Werktätigen zahlen: heute mit steigenden Lebenshaltungskosten, Mehrarbeit und Angriffen auf Arbeitszeitregelungen, Kürzungen bei der Rente, Pflege- und Gesundheitsversorgung. Und morgen als Arbeiter in Uniform mit ihrem Leben. Dagegen regt sich Widerstand, vor allem in der Jugend. Die Schulstreiks gegen den Kriegsdienst – der nächste am symbolischen 8. Mai – sind eine ermutigende Entwicklung.

Auch wenn es die Gewerkschaftsspitzen und manche in der Linkspartei-Führung nicht hören wollen: Der Widerstand gegen Teuerung, Lohnraub und Sozialabbau und der Widerstand gegen Militarismus, Rüstungswahnsinn und genozidale Waffenbrüderschaften bedingen einander. Denn Friedenskampf ist auch Klassenkampf. Darum: Heraus zum roten 1. Mai!

Themen:
junge Welt

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Erschienen in der Ausgabe vom 30.04.2026, Seite 1, Titel

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→Leserbriefe
  • Klaus Ludwig aus Bosserode 4. Mai 2026 um 12:04 Uhr
    Natürlich braucht Frieden keinen Klassenkampf. Klassenkampf ist nicht friedlich. Klassenkampf wird auch nicht gebraucht, er findet objektiv statt, weil die Existenz von Klassen Widersprüche zwingend schafft und fördert, deren Lösung nur im Kampf erfolgen können. Krieg ist Ausdruck von Klassenkampf, die stattfindende Polarisierung ändert temporär die Gesellschaft und das betrifft Klassen wie deren Kämpfe. Selbst das Kapital ist zerrissen, denn nur wenige profitieren vom Krieg und gebraucht wird eine kluge Friedensbewegung, die alle Klassenkämpfe für den Frieden zurückstellt.
  • Joachim Seider aus Berlin 30. Apr. 2026 um 19:50 Uhr
    Die USA machen vor, womit sie dem Niedergang entgehen wollen: Alle Karten sollen neu gemischt werden, damit das Monopoly auf Kosten der Welt weitergehen kann. Auch den dämlichsten ihrer europäischen Konkurrenten schwant, dass sie dabei ebenfalls unter die Räder kommen könnten. Wohl deshalb wollen so viele Länder bald die größte Armee Europas besitzen. Vor Russland haben sie keine Angst. Wirklich Panik haben sie davor, dass ihnen ihre »Freunde« in der NATO bei der Neuaufteilung der Welt zuvorkommen könnten.
  • Onlineabonnent*in Torsten Andreas S. aus B. 30. Apr. 2026 um 12:23 Uhr
    Herr Brauns, es ist erforderlich, dass bei jedem Anlass in dieser NATO-Kriegsvorbereitung gegen die Russländische Föderation seit spätestens 1997 (Brzezinski: Die einzige Weltmacht) auch deutlich und nachvollziehbar nicht als vergangen hingenommen wird, was Tatsache bleibt. Deshalb: Die fünfeinhalb Milliarden US-Dollar, die die US-Staatssekretärin Victoria Nuland allein über ihren Schreibtisch für den Kiewer Maidan rausrückte und das auch bestätigt hat, müssen bei diesen Anlässen immer wieder auf den Tisch, und zwar zweifellos! Denn warum soll das verschwiegen werden? Was im Sinne von Brzezinski begann, bis zum Rechten Sektor angetrieben wurde, zu 14.000 Toten im Donbas führte und heute als imperialistischer russischer Vollangriffskrieg dargestellt wird. – Dieser historische Begriff ist brandneu, also ausschließlich gültig.
  • Wilfried Schubert aus 18273 Güstrow, Alte Gärtnerei 2 30. Apr. 2026 um 10:05 Uhr
    Der Widerstand ist noch viel zu schwach und zersplittert. Wie kann es sonst sein, dass der Kriegsminister im Ranking auf Platz 1 landet? Der Bundeskanzler zurecht auf Platz 19.17 Prozent der Deutschen sind von Armut und sozialer Ausgrenzung betroffen. Die Staatsverschuldung beträgt pro Deutschen 31.233 Euro und weitere Schulden werden geplant. Sozialausgaben werden mit allen möglichen Tricks gekürzt. Bei der Rüstung steht Deutschland weltweit an vierter Stelle und in Europa an 1. Der Obergefreite Pistorius will die Bundeswehr zur stärksten Armee Europas machen. 81 Jahre nach der Befreiung vom Hitlerfaschismus durch die Rote Armee ist Russland wieder unser Feind. Das große Karthago führte 3 Kriege: »… nach dem dritten war es nicht mehr zu finden.« Auch Reichskanzler Bismarck sollten wir nicht vergessen: »Nie, nie gegen Russland.« Bei der Rüstung ist viel zu sparen. Aber auch anderswo. Warum brauchen wir 93 Krankenkassen, Beihilfen für Politiker und Beamte? Warum hat der Bundestag 31 Abgeordnete mehr als vorgesehen? Das Merzsche Prinzip: »Den Armen nimmt man, den Reichen gibt man.« Wilfried Schubert, Güstrow
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Das Verwaltungsgericht Berlin hat entschieden und die Klage des Verlags 8. Mai abgewiesen. Die Bundesregierung darf die Tageszeitung junge Welt in ihren jahrlichen Verfassungsschutzberichten erwahnen und beobachten. Nun muss eine höhere Instanz entscheiden.

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