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Krieg & Frieden

Der Hauptfeind steht fest

Von der Aufrüstung gegen Russland verspricht sich auch die Autoindustrie neuen Aufschwung. Derweil beißt sich der US-Imperialismus an Iran und China die Zähne aus

Foto: IMAGO/World History Archive
Plakat zum Weltkongress der Erbauer des Friedens 1977 in Warschau

Sie sagen, wir müssen kämpfen, um unsere Freiheit zu bewahren«, singt Edwin Starr in »War«, einem der populärsten Lieder gegen den Vietnamkrieg von 1969. Dass Krieg »zu absolut gar nichts« gut sei, dem dürften nicht nur die Kiesewetters dieser Welt widersprechen. Von fanatischem Russenhass abgesehen, geht es global vor allem um den Konkurrenzkampf mit der Volksrepublik China. Was Zölle und Freihandelsabkommen nicht schaffen, soll langfristig der Krieg regeln. Auf dem Weg dahin versprechen aufgeblähte Militäretats reichlich Gewinne für die von mehreren Krisen geplagten Kapitalisten. Klaus Fischer richtet daher den Blick auf den Trend in der Automobilindustrie, der die Aussicht eröffnet, am Krieg mitverdienen zu können.

Im Gespräch mit Annuschka Zak straft die linke Gewerkschafterin Ulrike Eifler diejenigen Lügen, die behaupten, dass die Aufrüstungsspirale massenhaft neue Arbeitsplätze schafft. Einen Ausblick auf die Zukunft des Widerstands der Jugend in der BRD gegen Krieg und Aufrüstung wagt Max Grigutsch. Er hat mit verschiedenen Akteuren über die bisherigen Erfolge der Schulstreikbewegung gegen die Wehrpflicht und darüber, wie es in den kommenden Wochen und Monaten mit ihr weitergehen soll, gesprochen.

Um Chinas industrielle Basis zu schwächen, haben es die USA auch auf Beijings wichtige außereuropäische Handelspartner abgesehen. Die Kontrolle über die Straße von Hormus zu erlangen, deren Sperrung der US-israelische Überfall auf Iran überhaupt erst ausgelöst hatte, ist das erklärte Kriegsziel. Paul Neumann weist darauf hin, dass rund 80 Prozent der chinesischen Ölimporte die Straße von Malakka passieren. Auf mögliche Aggressionen gegen seine strategischen Importwege ist Beijing allerdings vorbereitet. Philip Tassev erinnert daran, dass auch die Meerenge Bab Al-Mandab zwischen der Arabischen Halbinsel und Ostafrika ein entscheidender Korridor des Welthandels ist. Der Kampf um die Kontrolle der Küstenregion spaltet Somalia bis heute. Von den jüngsten Angriffen der USA auf Venezuela, Iran und Kuba medial in den Hintergrund gedrängt, tobt in Sudan nach wie vor einer der wohl brutalsten Konflikte der Gegenwart. Wie es dazu kam und welche ausländischen Regierungen den Sudan-Krieg weiter befeuern, berichtet Tim Krüger.

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Mehrere Beiträge dieser Beilage befassen sich mit dem Ukraine-Krieg und den Folgen auch für die BRD. So widerspricht der ehemalige US-Armeeoffizier und Militäranalyst Stanislav Krapivnik den gängigsten Propagandalügen der NATO – sei es der Erzählung, Kiews Truppen seien auf dem Weg zum Sieg über die russische Armee, oder der Behauptung, Russlands Volkswirtschaft stünde unmittelbar vor dem Kollaps. Hierzulande gehört zum ideologischen Begleitprogramm dieses Kriegs auch, dass »die Russen« zum neuen Nationalfeind stilisiert werden. Fabian Lehr beschreibt, wie sich damit der deutsche Imperialismus von der historischen Last des »Dritten Reichs« zu befreien sucht. Derweil ist die US-geführte Kriegsallianz dabei, als NATO 3.0 die Lasten intern zu verteilen: Die europäischen Mitglieder sollen alle Kraft gegen Russland aufwenden, damit die USA und ihre Pazifikverbündeten sich ganz auf die Einhegung und Schwächung Chinas konzentrieren können. Die Antwort darauf könne nur sein, aus der NATO auszutreten, argumentiert Sevim Dagdelen (BSW).

Schritte zum Frieden sind zuletzt allerdings auch zu verzeichnen gewesen, so zwischen dem türkischen Staat und der kurdischen Befreiungsbewegung. Murat Çakır zieht eine erste Bilanz und weist auch darauf hin, dass Ankara vor allem wegen seiner außenpolitischen Ambitionen im Inland ruhige Verhältnisse anstrebt. Frederic Schnatterer berichtet über seine Begegnung mit ehemaligen FARC-Kämpfern und deren Familien zehn Jahre nach dem offiziellen Friedensabkommen mit der kolumbianischen Regierung. Seit dem Amtsantritt des US-treuen Präsidenten Abelardo de la Espriella herrscht bei ihnen die Angst vor Vergeltung.

Die Beiträge in dieser Beilage sind mit ausgewählten Motiven historischer Plakate und Poster illustriert. Zu sehen sind neben antifaschistischen oder antiimperialistischen Kampfaufrufen auch sozialistische Friedensmotive. Eine Grafik von Käthe Kollwitz aus dem Jahr 1919 erinnert zudem an den ermordeten Kriegsgegner und Kommunisten Karl Liebknecht.

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Erschienen in der Beilage vom 26.08.2026, Seite 1, Inland

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